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Das Flakowski-Haus ist verkauft

Brandenburg an der Havel Das Flakowski-Haus ist verkauft

Ein ermutigendes Signal für das Beleben der darbenden Hauptstraße in Brandenburg an der Havel: Das alte Flakowski-Kaufhaus nebst der beiden Gebäude links und rechts hat einen neuen Besitzer: Wilhelm Schomaker hat das knapp 120 Jahre alte Gebäudeensemble erworben, will es sanieren und mit Leben füllen.

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Die Hauptstraße in einer Aufnahme um 1910, auf der rechten Straßenseite ist das Kaufhaus Conitzer zu sehen, das Flakowski später erwarb.

Quelle: Repro: Sammlung Hesse

Brandenburg/H. Ein ermutigendes Signal für das Beleben der darbenden Hauptstraße: Das alte Flakowski-Kaufhaus nebst der beiden Gebäude links und rechts hat einen neuen Besitzer: Wilhelm Schomaker hat das knapp 120 Jahre alte Gebäudeensemble erworben, will es sanieren und mit Leben füllen. Schomaker ist Chef der gleichnamigen Bauträgergruppe – aktuell baut es in der Stadt einen riesigen Bürokomplex für die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) in den ehemaligen Brennabor-Werken, zudem ein großes Parkhaus nahe des Hauptbahnhofes. Vermittelt hat das Immobiliengeschäft auch im neuen Fall der Makler Joachim Nickel. „Das waren eineinhalb Jahre Vorarbeit, ohne eine Garantie auf einen Erfolg. Aber es haben alle mitgemacht und guten Willen gezeigt.“

„Es ist kein einfach zu entwickelndes Objekt, es ist sehr verbaut, mit unterschiedlichen Raumhöhen“, sagt Eike Beitz von der Geschäftsführung. Als Schwiegersohn von Wilhelm Schomaker gehört er auch zur Familie.

„In etwa zwei Wochen wollen wir ein 3-D-Modell vom derzeitigen Gebäudebestand haben.“ Dann dauere es noch einmal sechs Wochen bis zu einem fertigen Konzept. Dafür gibt es lediglich Grundzüge: So könnten Erdgeschoss und erstes Obergeschoss für Läden und Geschäfte zur Verfügung stehen, in den beiden Obergeschossen kann es Büros, Praxen oder vielleicht ein Restaurant geben, skizziert Beitz erste Überlegungen. Allein im alten Kaufhaus, das zu DDR-Zeiten weithin bekannt war als Konsum-Möbelkaufhaus, stehen etwa 3500 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung. Hinzu kommen die beiden Nebengebäude, links beispielsweise die ehemalige Kaufhalle Mitte.

Das erste Warenhaus in der Stadt

Alfred Flakowski (1872-1942) kommt aus einer Kaufmannsfamilie, er zog im Alter von 33 Jahren nach Brandenburg an der Havel.

Dort erwarb er das Kaufhaus Conitzer in der Hauptstraße 35, das er bis zu seinem Tode 1942 unter seinem Namen führte.

Sein Sohn Horst verkaufte das Haus 1992 für zehn Millionen Mark und gründete mit der Hälfte des Erlöses die Alfred-Flakowski-Stiftung.

In der Schomaker-Gruppe gibt es Überlegungen, die beiden benachbarten Gebäude bis auf die Höhe des Kaufhauses aufzustocken, um so mehr Platz zu gewinnen. Davon hat auch Bürgermeister Steffen Scheller (CDU) schon gehört. Er will min seiner Verwaltung prüfen lassen, was machbar ist, wenn entsprechende Bauvoranfragen im Rathaus eintreffen. „Ich bin sehr froh, dass sich jetzt mit Wilhelm Schmomaker jemand gefunden hat, der das Flakowski-Haus sanieren und einer neuen innerstädtischen Nutzung zuführen will. Und ich bin auch überzeugt, dass Herr Schomaker das schafft, denn sein Können beweist er zurzeit auch im Brennabor-Komplex. Unterstützt durch Joachim Nickel wird Herr Schomaker dabei auch die links und rechts angrenzenden Gebäude mit einbeziehen, so dass in absehbarer Zeit Leerstand und Schandflecke verschwinden. Die Verwaltung wird ihn dabei ebenfalls unterstützen.“

Noch völlig ungeklärt und damit nicht spruchreif sind die möglichen Verkehrsströme, die zu dem wiederbelebten Ensemble fließen, heißt es aus der Schomaker-Gruppe.

Im Zusammenhang mit den gerade abgewählten Entwicklungsplänen für den Packhof war bei der Verkehrsplanung immer darauf verwiesen worden, dass hinter dem Flakowski-Kaufhaus ein Parkhaus mit bis zu 150 Stellplätzen entstehen würde. Auch dieses Ziel müsse dann über Kleine Münzenstraße, Hammerstraße sowie Lindenstraße mit erschlossen werden – erwartet wurden allein hierher und zurück mehr als 600 Fahrzeugbewegungen am Tag. Das sei Quatsch, kontert Beitz. Die Schomaker-Gruppe würde kein öffentliches Parkhaus selbst betrieben und für einen externen Betreiber sei es wohl nicht lohnend. Bislang würden interne Vorüberlegungen von einem Stellplatzbedarf in der Größenordnung von 25 bis 30 Stück ausgehen. Die bekomme man im Hof ausgewiesen, wenn alle Nebengebäude abgetragen sind.

Von André Wirsing

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