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Das Gleisbett der Luckenberger Brücke bröckelt

Brandenburg an der Havel Das Gleisbett der Luckenberger Brücke bröckelt

Mehrere Tage klaffte ein tiefes Schlagloch auf der Luckenberger Brücke in Brandenburg. Grund für den Schaden ist die verbaute Schienenart. Sie arbeitet so stark, dass die Gleisanlage bröckelt. Nun kündigen die Verkehrsbetriebe Brandenburg für den Sommer die Sanierung mit halbseitiger Sperrung der Havelbrücke an.

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Das Material passt nicht zusammen: Ein tiefes Schlagloch prangte Mittwoch am Gleisbett der Luckenberger Brücke.

Quelle: Rüdiger Böhme

Brandenburg/H. Im kommenden Sommer droht eine erhebliche Verkehrsbehinderung in der Brandenburger Innenstadt. Die Luckenberger Brücke wird während der sechswöchigen Sommerferien halbseitig in Richtung Nicolaiplatz für den Individualverkehr gesperrt. Grund dafür ist die Sanierung des Gleisbereichs auf der Brücke. Das kündigten Rolf Nothnagel, Betriebsleiter der Verkehrsbetriebe Brandenburg (VBBr), jetzt an. Busse und Straßenbahnen werden den Baustellenbereich passieren dürfen. Frei bleibt eine Spur in Richtung Bauhofstraße.

Ein tiefes Schlagloch, das sich in dieser Woche an den Gleisen auf der Brücke aufgetan hat, zeigt, wie nötig die Sanierung ist. Daran ändert auch nichts, dass die VBBr die Schadstelle am Donnerstag flicken ließen. Ursache der Schäden ist eine Gleisanlage, die an sich nicht die erste Wahl für Brückenbauwerke ist. „Wir sind nicht zufrieden mit dem Oberbau der Brücke“, sagt Nothnagel. „Wir hätten dort gerne unsere übliche Rillenschiene verlegt, die auch auf der Jahrtausendbrücke eingebaut wurde.“ Das aber sei nicht möglich gewesen. „Das Aussehen der Brücke war der Stadt wichtiger“, klagt Nothnagel.

Unbestritten ist die Luckenberger Brücke auch bei Fachleuten für ihre Schönheit berühmt. Das 2001 eröffnete 57 Meter lange pfeilerlose Stahl-Beton-Bauwerk des Architekten Henry Ribke heimste 2002 den Landesbaupreis ein. Deswegen hätten die Verkehrsbetriebe die eigentlich für Brücken geeigneten Schienen nicht verlegen können. Offenbar rächt sich das jetzt. „Die Schienen arbeiten doch sehr“, so der VBBr-Betriebsleiter. Das sei der Grund, warum es dort solche Schlaglöcher wie jetzt gebe.

Peter Reck, Leiter des Brandenburger Tiefbauamtes, weist eine Schuld der Stadt von sich. „Es war eine abgestimmte Lösung und das auch nicht ohne Begründung.“

Einerseits musste die Brücke eine gewissen Höhe haben – bedingt durch den Schiffsverkehrs auf der Havel, der auch bei Hochwasser noch die Brücke passieren können muss. Andererseits, darauf verweisen die Verkehrsbetriebe, durfte die Brücke auch nicht zu steil werden. „An einer höheren Steigung hatten wir kein Interesse“, so Nothnagel. „Die Steigung ist lang und bereitet unseren Straßenbahnen bei Schneefall Probleme.“

So wurde eine Schiene mit einer Einbauhöhe von 80 Millimetern, statt der ursprünglich favorisierten 180 Millimeter hohen im Gleisbett verbaut. Es ist eine sogenannte Rechteckschiene, gebettet in Gummi wurde sie über die Brücke verlegt. Genehmigt hat das die Bahnaufsicht, weil es zwei Brücken dieser Bauform auch in Berlin bereits gab.

„Dass eine Instandsetzung nötig ist, ist keine Frage“, sagt Reck. Verschleiß und Abrieb seien normal. „Dass die Schiene nicht die Wunschlösung war, stimmt“, räumt Reck ein. „Wenn die Verkehrsbetriebe absolut nicht mit der Schiene leben können, sind wir zu einem Gespräch bereit.“ Doch eine derartige Großbaustelle ist für Nothnagel zu früh: „Nach einer Liegedauer von 16 Jahren müssen Schienen noch nicht ausgetauscht werden.“

Gekoppelt werden sollen die Bauarbeiten mit dem barrierefreien Ausbau der Haltestelle Luckenberger Straße .

Von Marion von Imhoff

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