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Das Golzower Amtshaus wartet auf Käufer

Neuer Liebhaber gesucht Das Golzower Amtshaus wartet auf Käufer

Für das leer stehende alte Golzower Amtshaus wird ein neuer Käufer gesucht. Ein in Berlin lebendes interessiertes Galeristen-Ehepaar, das dort im Alter wohnen wollte, macht schweren Herzens einen Rückzieher. Grund seien zu hohe Kosten für den Innenausbau. Vorliegende Voranschläge von Handwerken wären dreimal höher als die Schätzung eines Architekten.

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Für das Golzower Amtshaus in Nachbarschaft der „Alten Brennerei“ wird ein neuer Käufer gesucht.

Quelle: C. Nack

Golzow. Das alte Golzower Amtshaus muss weiter auf einen Liebhaber warten, denn die Kaufinteressenten sind schweren Herzens abgesprungen. Das in Berlin lebende Galeristen-Ehepaar Margarete und Wilfried Post wollte dort wohnen und seine private Sammlung antiker Bilderrahmen unterbringen. Wie der 66-Jährige auf MAZ-Anfrage erklärt, würden sich jetzt vorliegende Kostenvoranschläge der Handwerker für den Innenausbau auf das Dreifache der Schätzung des Deetzer Architekten Chris Rappaport belaufen.

„Das ist für uns nicht leistbar“, so Post, der traurig sei, dass aus den Plänen nichts wird. „Wir haben uns ein Dreivierteljahr intensiv mit Golzow beschäftigt, um das Haus und die Leuten kennen zu lernen.“ Den vorzeitig gestellten Bauantrag zog er nun wieder zurück.

Von Fahrradhotel bis Lager

Das 1717 errichtete Amtshaus erhielt 1833 einen Anbau. Es steht unter Denkmalschutz und befindet sich in Nachbarschaft der „Alten Brennerei“.

Da Geld und Nutzungskonzept fehlen, will die Gemeinde Golzow das Haus verkaufen. Zwischenzeitlich wollte ein Interessent ein Fahrradhotel errichten, meldete sich aber nicht mehr. Außerdem gab es Überlegungen es als Lager des Kultur- und Dorfvereins zu nutzen.

Im Mai soll die denkmalgeschützte Immobilie zum Verkehrswert von 75 000 Euro erneut ausgeschrieben werden. Diesmal über ein Maklerbüro. Das bestätigte Jenny Hennig vom Amt Brück. Die Berliner hätten über diesem Mindestangebot gelegen. Ein Kaufvertrag war noch nicht aufgesetzt. Die Nutzfläche liegt bei 244 Quadratmeter. Die Hülle des um 1717 errichteten Gebäudes wurde mit Hilfe von Fördermitteln über die Dorferneuerung und des Kreises Potsdam-Mittelmark 1997/98 saniert. Damals war Rappaport der zuständige Architekt. Ein Innenausbau erfolgte nicht. Seitdem steht das Fachwerkhaus leer, das einst erster Sitz des Landratsames des Kreises Zauche-Belzig war.

Hülle mit Fördermitteln saniert

„Ich kann nicht etwas planen, was nicht finanzierbar ist und es nicht verantworten, dass unsere Kinder die Kosten tragen müssten“, so Post, der Golzow trotzdem in guter Erinnerung behalte und dem Haus einen neuen Käufer wünsche. Ihre Galerieräume in Berlin seien aus gesundheitlichen Gründen inzwischen geschlossen.

„Es ist sehr schade, denn eigentlich war alles schon in trockenen Tüchern“, sagt Vize-Bürgermeister Peter Schmieder. „Diese Familie wäre für Golzow ein Gewinn gewesen, aber die Begründung kann ich verstehen.“ Amt und Kommune hoffen auf einen neuen Interessenten, zumal die Einnahme im Haushalt eingeplant ist. „Es ist allerdings kein Renditeobjekt, sondern ein Haus, in das man sich verlieben muss“, weiß Schmieder.

Von Claudia Nack

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