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Brandenburg/Havel Das Kleinod Gartenstadt Plaue
Lokales Brandenburg/Havel Das Kleinod Gartenstadt Plaue
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02:16 05.12.2015
Die Gartenstadt Plaue 1917. Das Foto ist Teil der Ausstellung, die das Büro Best im Auftrag der Brandenburgischen Architektenkammer erarbeitet hat. Quelle: Ausstellungskatalog
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Brandenburg/H

Plaue ist ein baukulturelles Kleinod mit großem touristischen und bevölkerungspolitischen Potenzial. Das ist die Botschaft einer Veranstaltung am Mittwoch in der Brandenburgischen Vertretung im Bund in Berlin. Zugleich waren sich die Experten einig, dass der Brandenburger Ortsteil zu wenig bekannt und gezeichnet sei von der Bausünde Bundesstraße 1, die als Verkehrsentlastung des Ortskerns nun die ganze Siedlung zerteilt. Andreas Keuchel, Unternehmer und Chef der Schloss Plaue GmbH, nennt den Verlauf der Bundesstraße 1 einen „Handkantenschlag“ für den Ort. Geheilt werden könne dies nur durch die Sanierung der Alten Plauer Havelbrücke, die seit 2002 nur noch von Fahrradfahren benutzt werden darf. Das empfiehlt die Kunsthistorikerin Simone Oelker vom Berliner Büro für Baukultur Best.

Die Brandenburgische Architektenkammer ist Veranstalter

Eingeladen zu dem Fachgespräch hatte die Brandenburgische Architektenkammer. In ihrem Auftrag hat sich das Büro Best einen Sommer lang auf Spurensuche in der denkmalgeschützten und 100 Jahre alten Gartenstadt Plaue begeben, hat Workshops im Plauer Schloss veranstaltet und mit Bürgern gesprochen.

500 Fragenbögen haben die Kunsthistorikerinnen Simone Oelker, Nicola Bröcker und die Architektin und Städtebauhistorikerin Celina Kress in Plaue verteilt. 100 Fragebögen erhielten sie zurück. Darauf notiert: die Wünsche und Sorgen der Plauer zu ihrem Ort. Häufigste Klagen: zu wenig Einkaufsmöglichkeiten und der Wunsch nach besserer Verkehrsanbindung. Mit der Schließung der Brücke einher ging die Stilllegung der Tramlinie, die durch Busse ersetzt worden ist.

Die Alte Plauer Brücke ist von hoher Identifikationskraft für die Plauer. Sie fordern seit Jahren die Sanierung. Doch die Stadt Brandenburg, die dem Vorhaben laut Verwaltung hohe Priorität einräumt, sieht dafür derzeit keine Chance. Quelle: Ausstellungskatalog

Anlass des vom Land mitgeförderten Pilotprojektes war, „dem ländlichen Raum eine Stimme zu geben“, sagte Bernhard Schuster, Präsident der Brandenburgischen Architektenkammer. 2016 soll Letschin im Oderbruch im Fokus stehen.

Die Gartenstadt Plaue – vor 100 Jahren ist sie entstanden

Die 1915 entstandene Gartenstadt umfasst rund 230 Einfamilien-Reihenhäuser als Werkssiedlung für die Mitarbeiter der Pulverfabrik in Kirchmöser. Sechs Litfaßsäulen dokumentieren als Open-Air-Ausstellung die baukulturelle Bedeutung Plaues und Kirchmösers. Noch bis zum 7. Dezember stehen die Säulen vor der Landesvertretung. Infrastruktur-Staatssekretärin Katrin Lange eröffnete Mittwoch die Ausstellung. Das Büro Best sucht nun einen Platz für die Litfaßsäulen in der Brandenburger Innenstadt.

Die Brückensanierung kostet der für Stadtplanung zuständigen Fachbereichsleiterin Andrea Kutzop zufolge 1,5 Millionen Euro. Tiefbauamtschef Peter Reck sieht derzeit keine Chancen auf eine Instandsetzung.

Stadtverwaltung hofft auf Zuzug nach Plaue

Kutzop hofft, dass nicht nur die Kernstadt Brandenburgs, sondern auch Plaue einen Zuzug erlebt als attraktiver Standort an der Nahtstelle zwischen Stadt und ländlichem Raum. Reiner Nagel, Vorstand der Bundesstiftung Baukultur, attestiert Plaue „vielversprechende Zukunftsperspektiven“. Die Identifikation der Plauer mit ihrem Ortsteil sei wichtig. Tourismus sei eine Perspektive für Plaue, sagt Nicola Bröcker. Sie nannte den Bahnhof Kirchmöser eine „Scheußlichkeit, verfallen und unsaniert ist er kein gutes Entree “. Zugleich kritisierte sie, dass es für Touristen keine Broschüren über Plaue und Kirchmöser gebe. Es müsse Aufenthaltsmöglichkeiten für Touristen geben, öffentliche Toiletten und Cafés.

Zu der Ausstellung ist das Buch „Garten-Stadt Plaue – Raum für neue Ideen“ erschienen, gedruckt in 1000 Exemplaren. Es ist über die Brandenburgische Architektenkammer zu beziehen.

Von Marion von Imhoff

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