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Brandenburg/Havel Das Kuchenwunder von Päwesin
Lokales Brandenburg/Havel Das Kuchenwunder von Päwesin
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16:44 19.09.2016
Die Rezepte und Erfahrungen alter Bäckermeister sind das Geheimnis der buddhistischen Bäckersfrauen. Quelle: JACQUELINE STEINER
Päwesin

Es passiert immer wieder: Die Leute stehen vor der Auslage und können sich nicht entscheiden zwischen der Himbeer-Kiwi-Schnitte, dem Kirsch-Streusel-Landkuchen, einem New York Cheese Cake, Gedeckter Pflaume, Birne-Rahm oder den 30 anderen Kuchensorten, die täglich aus dem Backofen kommen. Erwachsene sind von der Auswahl so überwältigt wie Kinder in der guten alten Zeit vor einem weihnachtlich dekorierten Spielzeugladen. An umsatzstarken Ferienwochenenden sollen schon an die 90 Bleche die Bäckerei verlassen haben.

Nonne Losang Kyinzum bereitet die nächste Käsetorte vor. Quelle: JACQUELINE STEINER

Was in Päwesin passiert, kommt einem süßen Wunder gleich. Weil die Menschen die Fließbandteile der Ketten satt haben, rennen sie den immer gleich freundlichen Verkäuferinnen den Laden ein. Und zwar an sieben Tagen in der Woche. Aus dem Backshop „Backwahn“ ist ein Café-Betrieb mit Terrasse und Wintergarten geworden. An sonnigen Wochenenden sind Sitzplätze Glückssache. Mit Schlange stehen muss immer gerechnet werden.

Die Bäckerei des Buddhistischen Klosters Ganden Tashi Choeling, das sich vor 13 Jahren in der einstigen Dorfgaststätte ansiedelte, ist zu einer Erfolgsgeschichte geworden. Wie eine Wandersage hat sich der gute Geschmack der Mönche und Nonnen in ganz Deutschland herumgesprochen. Doch was steckt hinter dem in Päwesin ausgebrochenen Kuchenwahnsinn?

Immer freundlich: Die Verkäuferinnen im Backshop. Quelle: JACQUELINE STEINER

Mit der Gründung des Wirtschaftsbetriebes ist der Lehranstalt ein cleverer Schachzug gelungen. Die Buddhisten nutzen die Lücken in der Nahversorgung, um ihren Anhängern Arbeitsplätze und dem Kloster Einnahmen zu verschaffen. Strom, Wasser, Essen und Trinken sind nicht umsonst. Außerdem müssen die Bewohner Miete an das Kloster zahlen. Zwar gehen einige Mönche und Nonnen bürgerlichen Berufen nach, doch Arbeitslosigkeit und Hartz IV sind auch bei den Buddhisten ein Thema.

Über 30 Kuchensorten gibt es im Päwesiner Backshop. Quelle: JACQUELINE STEINER

Natürlich soll mit Kuchen, Brot und Brötchen Geld verdient werden. Doch beim Preis-Leistungsverhältnis kommt die Weltanschauung ins Spiel. Angesichts üppiger Portionen zu bodenständigen Preisen sagt Klostersprecher Losang Kyabchok: „Als Buddhisten geben wir gern. Deshalb denken wir nicht zuerst an den Profit. Bei uns sollen sich auch jene das Einkaufen leisten können, denen es wirtschaftlich nicht so gut geht.“ Doch selbst die durch Spiritualität begründete Menschenfreundlichkeit erklärt das Kuchenwunder von Päwesin noch nicht.

Klostersprecher Losang Kyabchok. Quelle: JACQUELINE STEINER

Wahrscheinlich ist der Erfolg ganz profaner Natur: Der Kuchen schmeckt. Und wie! Bis auf wenige Ausnahmen wie zum Beispiel Donuts, kommen alle Produkte aus dem eigenen Haus. Genau genommen aus dem drei Etagen hohen Backofen, der das Zentrum der kinderzimmergroßen Backstube bildet. Auf den Regalen steht alles bereit, was drei Bäckerinnen an einem Tag an Zutaten brauchen. 30 Kilo Mehl und 400 Eier am Tag sind mal schnell weg. Dazu jede Menge Obst, Rosinen, Mandeln gehackt und gehobelt.

Der Eingang zum Backwahn-Backshop in Päwesin. Vor dem Laden gibt es neuerdings ein Halteverbot. Quelle: JACQUELINE STEINER

Nonne Losang Kyinzum gehört zu den Frauen der ersten Stunde in der vor sechs Jahren eröffneten Bäckerei, die insgesamt sechs Klosterbewohnern Arbeit gibt. Schlüssel zum Erfolg ist für sie neben jahrelanger Erfahrung die Rückbesinnung auf alte Rezepte aus allen deutschen Landstrichen. Dazu kamen die vielen praktischen Ratschläge ihres Großvaters, der sein Leben lang Konditor und Bäckermeister in der Lausitz war. Da klingelt wieder der Backofen. Die Käsetorte muss raus. Ob die Buddhisten Stoßgebete parat haben, wenn es vorn im Verkauf dicke kommt? Die Bäckersleute, darunter ein Mönch, lachen: „Freundlich bleiben und weitermachen!“.

Von Frank Bürstenbinder

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