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Brandenburg/Havel Neues Musikprojekt: Texte mit Geschichte musikalisch anders verpackt
Lokales Brandenburg/Havel Neues Musikprojekt: Texte mit Geschichte musikalisch anders verpackt
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14:08 22.08.2018
Die Texte für das Musikprojekt kommen von Torsten Gränzer, die Musik von Katharina Burges. Quelle: Christine Lummert
Brandenburg/H

Es war musikalische Liebe auf den zweiten Blick, aber die hat sich zu einem ganz besonderen Projekt entwickelt, das am 5. Oktober seine Premiere erlebt. Vor einigen Jahren lagen CDs von Katharina Burges auf dem Schreibtisch von Torsten Gränzer. „Ich sollte sie für ein Musikmagazin besprechen.“ Sein Urteil: „Sehr gut, aber nicht meine Richtung.“

Gränzer liebt eher die härteren Töne. Seit knapp 30 Jahren ist der Brandenburger als Sänger und Songschreiber in verschiedenen Formationen unterwegs. Am erfolgreichsten mit der Rockband „Fauxpas“. Hard Rock, Heavy Metal und Punk waren lange die Ideen- und Taktgeber für die eigene Musik.

Katharina Burges kommt als diplomierte Opernsängerin und Pianistin aus einer ganz anderen Richtung. In Kooperationen mit befreundeten Künstlern wirft sie mit Programmen aus den Bereichen Jazz, Blues und Soul ihr musikalisches Netz jedoch auch weiter aus.

Beherrscht auch leise Töne - Perkussionist Göran Schade. Quelle: Christine Lummert

Erlebt hat eine dieser Performances der Perkussionist Göran Schade. Der Vollblutmusiker, der fast 30 Jahre als Soloschlagzeuger an der Komischen Oper in Berlin engagiert war und sonst mit zahlreichen namhaften Künstlern durch die Welt tourte, hat sich sofort für die Verbindung aus großer Stimmgewalt und zarter Ausdrucksstärke der Sängerin begeistert.

Erzählt hat er davon auch Torsten Gränzer. „Ich lebe seit 2009 in Brandenburg und da man sich in der Musikerszene schnell kennen lernt, kam auch der Kontakt zu Torsten zustande“, erklärt Schade. Die Wellenlänge stimmte, Brüche und Neuanfänge in den Biografien sorgten für Anknüpfungspunkte.

Göran war dann relativ schnell eine willkommene Verstärkung in der Band, in der ich spielte“, sagt Gränzer. Gemeinsam entstand auch ein musikalisches Leseprogramm, das vor allem in psychiatrischen Kliniken und Rehabilitationseinrichtungen aufgeführt wird.

Premiere im Paulikloster

Seine Premiere feiert das Musikprojekt „Jenseits schillernder Welten“ am 5. Oktober.

Das Konzert beginnt um 19 Uhr im Brandenburger Paulikloster.

Es ist Teil des Kleinkunstfestivals „Heimwerts“.

Bevor sich eine musikalische Zusammenarbeit im Trio verwirklichen ließ, folgten aber noch einige Zwischenschritte. Gränzer hat ein Konzert von Katharina Burges erlebt, war tief bewegt von ihrer Musik und lernte sie schließlich auch als Autor eines Porträts näher kennen. „Dabei traten viele Gemeinsamkeiten zutage, wir haben uns privat für weitere Gespräche getroffen und letztlich reifte der Gedanke, zusammen ein musikalisches Projekt zu entwickeln“, erzählt Burges. Das allerdings zu dritt mit Göran Schade.

Der erste Schritt war die Übergabe von Texten, die Grundlage der Zusammenarbeit geworden sind. „Ich habe etwa 40 meiner alten Songtexte an Katharina weitergereicht und sie hatte die Freiheit sich auszusuchen, welche ihr am besten gefallen und sie dann neu vertont“, beschreibt Gränzer das Herz des Entstehungsprozesses für das gemeinsame Musikprojekt.

Torsten Gränzer (l.), Katharina Burges und Göran Schade inszenieren ihr neues Musikprojekt "Jenseits schillernder Tage". Quelle: Christine Lummert

Die Texte sind alle schon einmal vertont worden. Als Punk- oder Rocksongs hat Gränzer seine Lyrics als Sänger auf die Bühne gebracht. „Um mich von diesen Rhythmen und Melodien nicht beeinflussen zu lassen, habe ich mich ausschließlich mit den Inhalten beschäftigt, sie für mich selbst interpretiert und neue Musik dazu geschrieben“, erklärt Burges.

Ein ganzes Symphonieorchester im Kopf

Beim Komponieren habe sie ein ganzes Symphonieorchester im Kopf, aber als Pianistin nur 88 Tasten zu Verfügung. „Deshalb ist Göran ein echtes Geschenk“, beschreibt Burges. Der Perkussionist hilft dabei, die große Klangwelt im Kopf mit seinen Instrumenten auf die Bühne zu bringen.

Das Trio hat seinem Musikprojekt den Namen „Jenseits schillernder Welten“ gegeben. Der Blick hinter Front und Fassade, die fast jeder Mensch vor sich aufbaut, lässt Emotionen frei, die manchmal schwer zu beherrschen sind. Seine Texte über Schmerz und Wut, Trauer und tiefes Gefühl hat Gränzer in seiner Punkzeit dem Publikum eher lautstark vor die Füße geworfen.

Aus Heavy Metal wird Tango

Durch die Neubearbeitung von Katharina Burges bleibt zwar der Inhalt, aber der Ausdruck wird nuancierter, lässt auch Zwischentöne zu. „Ich muss zugeben, beim ersten Hören hatte ich manchmal Tränen in den Augen“, erzählt Gränzer. Aus ursprünglicher Heavy-Metal-Härte ist zum Beispiel ein Tango geworden, aus punkiger Urwüchsigkeit entstanden Stücke mit avantgardistischem Anklang.

Von Christine Lummert

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