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Brandenburg/Havel „Das Strandfest überlebt uns alle“
Lokales Brandenburg/Havel „Das Strandfest überlebt uns alle“
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17:05 29.07.2016
Horst Gerlach war der erste Strandfest-Manager. Gefeiert wurde früher rund um das Blau-Weiß-Bootshaus. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Wusterwitz

Drei Tage Remmidemmi in Wusterwitz. So geht es das schon seit 50 Jahren. „Das Strandfest überlebt uns alle“, freut sich Horst Gerlach (81). Der Senior gehört zu den Erfindern eines Spektakels, dessen Jubiläumsauflage vom 5. bis 7. August ansteht. Mit Disko, Volksangeln, Blasmusik, Kinderbelustigung, Neptunfest und Feuerwerk. Alles keine Weltwunder. Doch was sich die Gründerväter 1966 für die Premiere auf dem heutigen Zeltplatzgelände am Seeufer ausdachten, ist einfach nicht totzukriegen.

Mit der Disko geht es los

Für das 50. Wusterwitzer Strandfest vom 5. bis zum 7. August gibt es ein neues Parkraumkonzept. Zentrale Parkplätze werden an der Schule und auf dem Sattelplatz ausgewiesen. Von dort gibt es einen Shuttle-Service zur Festwiese (nach Verfügbarkeit). Für die Sicherheit auf dem Veranstaltungsgelände sorgen insgesamt 20 Ordner. Auftakt macht am Freitagabend traditionell um 20 Uhr eine Disko mit DJ Ballou.

Offiziell eröffnet wird das Strandfest am Sonnabend um 12 Uhr durch Bürgermeister Ronald Melchert. Höhepunkt am Abend ist das um 23 Uhr stattfindende Feuerwerk. Die Wahl der Miss Potsdam-Mittelmark läuft von 15 bis 18 Uhr in mehreren Durchgängen. Ein Höhepunkt ist am Sonntag von 13 bis 15 Uhr der Auftritt der Randfichten. Ab 21 Uhr singt Olaf Henning.

Und trotzdem liegen Welten zwischen dem ersten und dem bevorstehenden Strandfest. Damals nahm der Dorfklub die Sache in die Hand. Bis zur Wende war Horst Gerlach Vorsitzender des Dachverbandes, der sich für das kulturelle Leben in Wusterwitz verantwortlich fühlte. „Beim Strandfest machten alle Vereine mit. Sie waren selbst für ihre Stände verantwortlich und durften dafür die Einnahmen behalten. Die Gemeinde kassierte den Eintritt. Von dem Geld wurden die Musiker bezahlt“, erinnert sich der einstige Party-Macher.

Die Handballer organisierten zum Beispiel Fassbier aus Berlin. Überhaupt war die Versorgung des Strandfestes mit Essen und Trinken ein ganzjähriges Thema. Die Völkerwanderung mit bis zu zehntausend Besuchern an drei Tagen wurde quasi Bestandteil der regionalen Planwirtschaft. Fleischerei und Konsum stellten sich langfristig auf das Spektakel ein, das längst nicht nur Einheimische, sondern auch Urlauber, Camper und Gäste aus Brandenburg und vielen umliegenden Gemeinden anzog. „Der Erfolg war beängstigend. Jedes Jahr kamen mehr Besucher. Alles wurde immer größer“, erinnert sich der einstige Chef-Organisator Gerlach. Kein Wunder, das nicht alles klappte. So monierte die Märkische Volksstimme 1980, dass Brause und Cola nur für einen Tag reichten.

Vom 5. bis zum 7. August wird die Wusterwitzer Festwiese wieder zur Partymeile. Quelle: Picasa

Der gute Ruf des Wusterwitzer Strandfestes kam nicht nur von Bier und Bratwurst. Mit steigenden Einnahmen konnte sich der Veranstalter ein paar Extravaganzen leisten. Zum Beispiel die in der DDR berühmten Wasserski-Fahrer aus Caputh. Eines ihrer Boote hatte vier Wartburg-Motore und zog eine Pyramide aus 15 Sportlern vom Richterturm bis zum Blau-Weiß-Bootshaus. Dafür musste Horst Gerlach 200 Liter Sprit besorgen. Zu Gast war die Artistenfamilie Weisheit mit ihren Hochseil-Motorrädern. Vom Blasorchester Viesen arbeitete sich das Strandfest zu den umjubelten Fichtelberger Musikanten hoch.

Wahl der Miss Potsdam-Mittelmark 2014. Quelle: Lummert

Vor allem bei der Disko am Freitagabend war die Hölle los. Wusterwitz war zugeparkt und das Festgelände am Bootshaus überfüllt. Richtigen Ärger gab es aber so gut wie nie. „Wir haben selbst auf dem Festgelände für Ruhe und Ordnung gesorgt. Der ABV ließ sich mal blicken. Das hat gereicht“, so der ehemalige Dorfklub-Chef. Feuerwerk gab es auch in der DDR. Nur organisieren musste man können. Gerlach kaufte stets vor Silvester in der Drogerie einen Arm voller Raketen, die bis zum Sommer hoch und trocken gelagert wurden. „Wir haben die Dinger von einem Ponton auf dem See abgefeuert. Das reichte vielleicht für zehn Minuten. Aber die Massen waren begeistert.“

Badewannenrennen im Jahr 2000. Quelle: Maz/Archiv

Das alles ist lange her. Einige Männer der ersten Stunde leben nicht mehr. Mit der Wende kam das Aus für den Dorfklub. Doch das Strandfest überstand die Zeiten. Andere Wusterwitzer setzten die Tradition fort. Die Festkomitees und Vereine wechselten. Vor ein paar Jahren entschloss sich die Gemeinde das Strandfest und damit das geschäftliche Risiko in die Hände eines privaten Betreibers zu legen.

Neptunfest 1977. Quelle: MAZ/Archiv

Für den Event-Veranstalter und Getränkehändler Gunnar Voigt aus Ziesar ist die 50-Jahr-Feier das fünfte Strandfest in Folge. „Wusterwitz ist etwas Besonderes. Bürgermeister und Verwaltung stehen hinter dem Strandfest. Außerdem engagieren sich viele Helfer und Vereine“, berichtet Voigt. Fünf Euro am Tag kostet der Eintritt auf die Festwiese, die es zu Zeiten des Dorfklubs ebenso wenig gab, wie eine Miss-Wahl, bei der am 6. August die schönste Mittelmärkerin gesucht wird. „Schmucke Mädels gab es zu unseren Zeiten auch. Aber wir hatten einfach andere Sorgen“, weiß Strandfest-Gründer Horst Gerlach. Zusammen mit Ehefrau Elisabeth wird sich der ehemalige Fußballer und Wassersportler am Jubiläumswochenende unter die Strandfestgäste mischen. Eine der ganz frühen Zuschauermagnete wurde leider schon vor ein paar Jahren aus dem Programm genommen – das Badewannenrennen. Für die Eigenbau-Gaudi gab es immer weniger Anmeldungen. Dafür starten nun die Drachenboote.

Von Frank Bürstenbinder

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