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Das erste Paar hat sich getraut

Heiraten im Schloss Rogäsen Das erste Paar hat sich getraut

Heiraten im Schloss: Ab sofort sind Trauungen in Rogäsen möglich. Mit Sven und Janine Zagermann aus Viesen haben sich die ersten Brautleute in der romantischen Außenstelle des Wusterwitzer Standesamtes das Ja-Wort gegeben. Aufgeregt war nicht nur das junge Paar.

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Sven und Janine Zagermann aus Viesen waren die ersten Brautleute, die sich im Schloss Rogäsen das Ja-Wort gaben.

Quelle: Jacqueline Steiner

Rogäsen. Da kommen sie! Gezogen von den beiden Schwarzwälder Füchsen Balou und Picasso rollte die offene Hochzeitskutsche zum Rogäsener Schloss. Braut und Bräutigam genossen die letzten Meter der von alten Linden besäumten Auffahrt. Genau vor dem Eingang zum Herrenhaus brachte Gespannführer Gerd Michalzik aus Tucheim die Kutsche zum Stehen. Es folgte ein Planwagen mit vier vorgespannten Welsh-Ponys. Das vom Reckahner Maik Fischer geführte Gespann war den stolzen Eltern des Brautpaares vorbehalten.

Amt oder Schloss

Für Eheschließungen steht der Trauraum im Amtsgebäude des Amtes Wusterwitz zur Verfügung. Dort finden bis zu 50 Personen Platz. Ab sofort sind standesamtliche Trauungen auch im Schloss Rogäsen, das sich in Privatbesitz befindet, möglich.

Absprachen mit der Standesbeamtin sind unter 033839/6 69 30 möglich. Die Anmeldung zur Eheschließung ist sechs Monate gültig; danach ist eine erneute Anmeldung nötig. Eine rechtzeitige Terminabfrage ist wünschenswert.

Den selben Weg zum Schloss nahm schon Preußen-König Friedrich II., wenn er auf der Reise nach Magdeburg bei seinem verdienten Staatsminister Hans Ernst Dietrich von Werder (1740-1800) Station machte. Das ist lange her. Ab sofort kann in dem über 250 Jahre alten Herrenhaus geheiratet werden. Als erste Brautleute trauten sich am Sonnabend Sven Zagermann und Janine Kraatz in die neue Außenstelle des Wusterwitzer Standesamtes. „Wir waren schon bei der Besichtigung begeistert“, berichtet das in Viesen wohnende Paar.

Begrüßt wurde die Hochzeitsschar von Karl und Marion Geyer. Die Besitzer des Herrenhauses waren zur ersten Eheschließung unter ihrem Dach nicht minder aufgeregt als die Gäste. Mit viel Mühe und Liebe zum Detail haben die aus Süddeutschland stammenden Geyers das repräsentative Kaminzimmer für Trauungen hergerichtet. Die Investition ist Bestandteil des Nutzungskonzeptes für das denkmalgeschützte Gebäudeensemble, das schrittweise saniert wird.

Begleitet von den Klängen zu Alan Walkers Hit Faded, gesungen und gespielt auf dem Blüthner-Flügel des Hauses vom 15-jährigen Max Jänicke aus Viesen, betrat das Brautpaar zusammen mit Sohn Jamie (4) durch eine geöffnete Flügeltür das Trauzimmer, in dem rund 40 Personen Platz finden. Der Raum mit dem schönen Blick durch die tiefen Fenster in den Schlossgarten ist ein Traum in Barock mit überarbeiteter Stuckdecke, Chateau-Schrank von 1880, Wandfeldern in Rosé und Ölgemälden. Die von einem Schloss bei Brecia aus Italien stammende zeitgenössische Sitzgruppe mit cremefarbenen Polstern und vergoldeten Massivrahmen steht im Mittelpunkt des Zimmers. Über dem Brautpaar zieht ein feuervergoldeter historischer Kristallleuchter die Blicke auf sich.

Zum Höhepunkt nach dem Ehegelübde, das vor Standesbeamtin Ellen Recknagel-Bremer abgelegt wurde, gestaltete sich der Ringtausch. Bei jeder Trauung in Rogäsen werden die Ringe in einer ledernen und mit Silber beschlagenen Schatulle gereicht, die Friedrich II. einst seiner Schwester Luise Ulrike von Preußen (1720 -1782) zur Vermählung mit dem späteren König Adolf Friedrich von Schweden (1710-1771) zum Geschenk machte. Über viele Umwege ist das handwerkliche Kleinod in den Besitz der Geyers gelangt, die es nun als viel bewundertes Requisit für den schönsten Tag im Leben zur Verfügung stellt.

Die Schlossbesitzer richteten im Anschluss an die Trauzeremonie einen Sektempfang im Garten aus. Dort warteten schon Kameraden der Feuerwehren aus Ziesar und Viesen mit einer ersten Herausforderung auf das frisch vermählte Paar. Mit Bravour teilten Sven und Janine Zagermann einen Birkenstamm mit der Säge, bevor der Aufbruch zur Hochzeitsfeier in Kirchmöser erfolgte.

Von Frank Bürstenbinder

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