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Brandenburg/Havel Das letzte Mal die Tür verschlossen
Lokales Brandenburg/Havel Das letzte Mal die Tür verschlossen
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09:44 27.02.2018
Rudolf Luther und seine Frau Christel in dem Obst- und Gemüseladen, der für den 84-Jährigen Beruf und Berufung war. Quelle: Foto: Silvia Zimmermann
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Ziesar

Ein bisschen wehmütig war Rudolf Luther am Sonnabend schon, als er seinen Laden in Ziesar im Breiten Weg 39 abschloss. Er gab seine Selbstständigkeit nach fast 25 Jahren auf und beendete seine Geschäftstätigkeit mit dem Verkauf und Handel mit Obst und Gemüse nach fast 60 Jahren.

Ältester Händler in Ziesar

Der 84jährige zählte zu den ältesten Einzelhändlern der Stadt und im Umkreis. „Wir wünschen dir alles Gute“, gaben treuen Kunden Rudi Luther mit auf dem Weg. „Ich bin gern in diesen Laden einkaufen gegangen, ich habe hier alles bekommen“, sagte Marion Pescht. Auch Brunhilde Stuhlmann bedauert, dass der Gemüseladen zumacht. „Ich wohne im Betreuten Wohnen am Breiten Weg 1 und hatte dadurch einen kurzen Weg, um meine Einkäufe zu erledigen“, so die Seniorin.

Viele dankbare Kunden

Viele Kunden kamen an den letzten Tagen und verabschiedeten sich von ihrem „Rudi“. „Ich wollte solange den Laden betreiben, bis sich ein neuer Nutzer gefunden hat“, sagte der Verkäufer. Die Kunden schätzten an Rudi Luther seine nette Arte. „Hier konnte man immer ein Schwätzchen halten“, bestätigte Elfriede Gabriel aus Ziesar.

Rudolf Luther, der 1934 in Ziesar geboren wurde, verbrachte seine Kindheit im Fienerstädtchen. Nach Beendigung der Schulzeit zu Beginn der 1950 Jahre erlernte er den Beruf des Gärtners. Später qualifizierte er sich beim Konsum zum Obst- und Gemüseeinkäufer und -Händler.

Chef von 36 Konsum-Einrichtungen

Er verkaufte im Auftrag des damaligen Konsum in einem Geschäft am Breiten Weg 6. Mit Eröffnung der Kaufhalle wurde dieser Laden geschlossen. „Ich ging dann in die Verwaltung und bekam den Posten des stellvertretenden Filialbereichsleiter für den Bereich Wusterwitz und Ziesar. Mein Vorgesetzter war Kurt Hannemann“, erinnert sich Luther. Zu DDR-Zeiten befand sich in jedem Dorf ein Konsum. Insgesamt waren es 36, um die sich Luther kümmern musste.

Auch in der Stadtpolitik aktiv

„Zu den Aufgaben gehörte die Bereitstellung von Verkaufspersonal“, erinnerte er sich. Auch in Ziesar engagierte er sich. „Ich war vor der Wende 15 Jahre Mitglied in der Stadtverordnetenversammlung und für die Kommission Handel zuständig“, sagt der Rentner. Nach Feierabend betrieb er auch eine Sammelstelle für Obst und Gemüse und kaufte dieses auf.

Nach 1989 nutzte er die Chance und machte sich selbstständig. Seinen ersten Laden eröffnete er am Breiten Weg neben der Sparkasse.

Auch mit 77 Jahren noch risikobereit

Rudi Luther engagierte sich auch bei der Gründung des Ziesaraner Gewerbevereins. Hier war er Vorstandsmitglied. 2011 wagte er noch einen Neuanfang. Da baute der damals 77jährige den Laden im Haus Breiter Weg 39 um und eröffnete im Juni seine neue Verkaufsstelle.

Jeden zweiten Tag fuhr er in aller Frühe mit seinem gelben Transporter zum Großhandel und holte Obst und Gemüse. „Ich durchlebte auch schwierige Zeiten. Die Konkurrenz durch die Einkaufsketten im Ort war enorm. Die Arbeit hat mir aber immer Spaß gemacht.“ Unterstützung fand er immer „bei meiner Frau Christel und meiner Tochter Eslanda“, sagt Rudolf Luther froh.

Von Silvia Zimmermann

Die Freiwillige Feuerwehr in Ziesar wurde 2017 insgesamt 96 Mal alarmiert. 30 Verletzten wurde geholfen, sechs Tote wurden geborgen. Die Wehr ist am Limit. Nicht nur wegen des furchtbaren Unfalls mit zwei Toten Kameraden aus Lehnin.

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