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Brandenburg/Havel Das traurige Leben einer Dauerdiebin
Lokales Brandenburg/Havel Das traurige Leben einer Dauerdiebin
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17:57 13.11.2015
Fünf Jahre lang soll eine 29 Jahre alte Brandenburgerin in Haft bleiben. Quelle: dpa-Zentralbild
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Brandenburg/H

So etwas hören Angeklagte nur höchst selten aus einem Richtermund. „Der Knast tut Ihnen offenbar gut, Sie sind seit unserem letzten Aufeinandertreffen aufgeblüht.“ Adressatin der Worte von Schöffenrichterin Susanne Götsche ist die 29 Jahre alte Brandenburgerin Anja B. Bei ihrer jüngsten Verurteilung zu drei Jahren Haft, zu denen mit dem Urteil aus dieser Woche noch zwei weitere Jahre hinzukommen, sah die junge drogenabhängige Frau noch aus wie eine „Vogelscheuche“.

Nichts ist gut im Leben der Anja B. Mit einem Intelligenzquotient von 54 bringt sie denkbar schlechte Voraussetzungen mit. Ihre lange kriminelle Karriere beginnt, da ist sie noch keine 15 Jahre alt. Sie trinkt Alkohol und nimmt illegale Drogen: Speed, Cannabis, Kokain. Ihre beiden älteren Kinder, acht und neun Jahre alt, leben im Heim oder bei der Schwester.

Die jüngste Tochter (2) kommt während einer Haftverbüßung zur Welt und verlässt die Mutter am Tag nach der Geburt, um in einer Pflegefamilie unterzukommen. Seit April verbüßt Anja B. ihre dreijährige Haftzeit in der JVA Luckau. Dort nimmt sie offenbar keine Drogen mehr, erhält aber Psychomedikamente in bemerkenswert hoher Dosis, wie ihre Verteidigerin Viola Schröter in dieser Woche im Brandenburger Amtsgericht berichtete: Neben einem weiteren Antidepressivum täglich 650 Milligramm des Neuroleptikums Seroquel, was mehr als das Doppelte der empfohlenen Tagesdosis ist.

PIN-Nummer lag neben der EC-Karte in der Geldbörse

Warum stand Anja B. in dieser Woche erneut, zum etwa zwanzigsten Mal, vor Gericht? Wegen Beschaffungskriminalität. Um sich ihre Drogen zu finanzieren, war sie wieder eingebrochen, hatte wieder gestohlen, hatte erneut Geld mit einer fremden EC-Karte am Automaten abgehoben. Und war wieder erwischt worden.

Am 5. September 2014 steigt die junge Frau durch die offene Terrassentür eines Einfamilienhauses in Brielow. Aus einer Kommode stibitzt sie eine Geldbörse, aus einer Handtasche zieht sie 25 Euro. Die Eigentümer erwischen und packen sie. Sie reißt sich los, wirft das Geld auf den Boden und flüchtet.

Am 19. Februar 2015 bricht sie den Spind einer Physiotherapiepraxis in der Innenstadt auf und erbeutet, wonach sie sucht. Eine EC-Karte in einer Geldbörse, in der ein Zettel mit der Pin-Nummer liegt. Noch am gleichen Tag hebt sie erst 500, dann 975 Euro von dem fremden Konto ab und investiert das Geld in Drogen. Sie hat Glück, weil die Besitzerin gerade eine neues Konto eröffnet und sich deshalb die Pin ins Portemonnaie gelegt hatte.

Bei Einbruch in Waschmaschinenkeller erwischt

Am 4. April 2015 bricht Anja B. mit einer Komplizin in einen Waschmaschinenkeller in der Großen Gartenstraße ein und will gerade säckeweise Wäsche abtransportieren, als eine Freundin aus Kindheitstagen sie erkennt, zur Rede stellt und die Polizei ruft. Die Komplizin flüchtet rechtzeitig, sie versucht sich herauszuwinden, indem sie sich mit dem Namen ihrer Schwester vorstellt.

Das Schöffengericht honoriert zwar das Geständnis der Angeklagten, lastet ihr aber an, dass sie die meisten der genannten Taten beging, obwohl sie da schon zum Haftantritt geladen war. Drei Jahre Haft wegen neunfachen Diebstahls und elffachen Betrugs lautete die Strafe Anfang des Jahres. Wegen der jüngsten Gaunereien verurteilte sie das Gericht zu zwei Jahren ohne Bewährung.

Von Jürgen Lauterbach

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