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Deichläufer inspizieren gefällte Pappeln

Herbstschau an Havel und Emster-Kanal Deichläufer inspizieren gefällte Pappeln

Zwischen Gollwitz und Götz werden entlang des Deiches aus Gründen der Verkehrssicherheit derzeit 100 alte Pappeln gefällt und 50 weitere gekappt. Dort führt der Havelradweg entlang. Über den Stand der Arbeiten und den Zustand der Hochwasserschutzanlage haben sich am Mittwoch bei der alljährlichen Herbstschau Gewässer- und Umweltexperten informiert.

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Die Experten informierten sich über die Pappelfällungen am Deich.

Quelle: Claudia Nack

Gollwitz/Götz . Für Radler und Spaziergänger ist der auf dem Deich entlang führende Havelradweg zwischen Gollwitz und Götz derzeit gesperrt. Grund sind umfangreiche Pappelfällungen. „Leider halten sich nicht alle Leute daran“, bedauert Sibylle Tinius von der Flächenagentur Brandenburg. „Anfangs war es ganz haarig, inzwischen hat es sich eingepegelt.“ Sie gehörte zu den Deichläufern, die sich am Mittwoch den Weg durch den Absperrzaun bahnten.

Anlass war die alljährlichen Herbstschau, bei der Gewässer- und Umweltexperten aus dem Landratsamt Potsdam-Mittelmark, der Brandenburger Stadtverwaltung, vom Katastrophenschutz sowie vom Wasser- und Bodenverband Nauen den Zustand der Hochwasserschutzanlagen entlang von Havel und Emster-Kanal in Gummistiefeln oder Wanderschuhen inspizieren.

Nach Beräumung werden Bankette wieder hergestellt

Zwischen Gollwitz und Götz werden aus Gründen der Verkehrssicherheit seit der zweiten Oktoberwoche 100 alte Pappeln gefällt und 50 weitere gekappt. Diese bleiben als Torso für Fledermäuse, Specht und Höhlenbrüter stehen – vier bis fünf Meter hoch. „Bis Ende November wollen wir mit den groben Sachen fertig sein“, sagt Andreas Scholl-Rumland von der ausführenden Rathenower Forstwirtschafts- und Landschaftspflegefirma, der sich den Deichgängern angeschlossen hatte. Danach werden neben der Beräumung die Bankette wieder hergestellt und Grassamen ausgesät. Die Fällungen der 70 bis 80 Jahre alten Pappeln erfolgt im Auftrag des Naturschutzfonds als Flächeneigentümer und des Landesamtes für Umwelt, Gesundheit, Verbraucherschutz. Die Kosten liegen brutto bei rund 100 000 Euro. Trockene Äste waren öfter mal abgebrochen und beim letzten Frühjahrssturm erste Pappeln quer über den Weg gekippt.

„Die Eingriffe erfolgen aber nur in der ersten Reihe als Verkehrssicherung für den Radweg“, erklären Scholl-Rumland und Tinius. An der Grenze zum sensiblen Flora-Fauna-Habitat-Gebiet sei es ein Spagat. Gefällt wird entweder klassisch mit Kettensäge oder mit Hebebühne, um große Kronen abzutragen. Die mehr als 35 Meter hohen Bäume werden aber nicht dem freien Fall überlassen, sondern mit einem Seil über Umlenkrollen in eine andere Richtung gezogen, damit sie nicht auf den Deich stürzen. Wenn es besonders knifflig wird, müssen Baumkletterer ran, um Äste und Stamm Stück für Stück abzutragen. „ Anders als bei der asphaltierten Deichkrone lassen sich Oberflächenschäden an der Grasnarbe beim Bäumeabtragen selbst mit kleinerer Technik nicht vermeiden“, weiß Tinius. „Es wird aber alles wieder so hergerichtet wie es war.“ Davon werden sich die Experten bei der Frühjahrsschau überzeugen.

Vergessen

Vergessen: Der abgesägte Stammabschnitt kommt noch runter.

Quelle: C. Nack

Weiteres Fazit nach zwei Stunden und sieben Kilometern: Der Wasser- und Bodenverband leistet ordentliche Arbeit, der in Richtung Götzer Klärwerk nach dem Druckwassergraben gerade beim Mähen und Entkrauten der Gräben im Poldergebiet ist. Das Gras an den Böschungen ist durch dreimaliges Schlegeln im Jahr kurz. Allerdings muss hinter dem Klärwerk wasserseitig mal wieder Buschwerk zurückgeschnitten werden.

Deichsperren mutwillig beschädigt

Gravierende Mängel gibt es auch entlang des Emster-Kanals von Schenkenberg nach Gollwitz nicht. Ärgerlich sind drei defekte Deichsperren, an denen zweibeinige Vandalen ihre Spuren hinterlassen haben. Ein ausgetretener Wildwechsel auf halber Strecke ist wieder herzurichten. Eine Hand voll Bisambaue am Deichfuß muss mit Erde verfüllt und eine Espe mit Biberfraß gefällt werden, falls es der Nager nicht selber tut. Christian Kurjo von der Naturschutzbehörde des Kreises gibt die Hoffnung nicht auf, dass sich auf der Orchideenweise bei Schenkenberg nach dreijähriger Abstinenz wieder das vom Aussterben bedrohte Sumpfknabenkraut zeigt, das längere Zeit auf den Flächen überdauern kann. Um den Bestand zu aktivieren, soll die erste Frühjahrsmahd in dem Bereich ausgelassen werden.

Von Claudia Nack

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