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Außenminister besucht Nicolai-Oberschule

„Junger Rat“ für Steinmeier Außenminister besucht Nicolai-Oberschule

„Junger Rat für Steinmeier“ heißt ein Schulprojekt, das Politiker und Schüler ins Gespräch bringt. Der Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier besuchte jetzt die Brandenburger Nicolaischule, um mit Schülern über Politik zu diskutieren. Anfang 2016 fahren sie zum Gegenbesuch in den Bundestag und stellen die Ergebnisse und Ratschläge ihrem Abgeordneten vor.

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Frank-Walter Steinmeier (r.) am Abend der Terroranschläge von Paris auf der Tribüne im Pariser Stadion.

Quelle: imago stock&people

Brandenburg/H. Souveränität und Gelassenheit. Wenn das Attribute sind, mit denen man Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) verbindet, dann standen ihm am Wochenende seine Gesprächspartner nicht nach. Steinmeier besuchte die Nicolai-Schule. Stunden bevor er kam, hielten es Chaoten für angezeigt, das alte Schulgebäude am Nicolaiplatz anzünden zu wollen. Der Versuch misslang aber Staatsschutz und Polizei hatten alle Hände voll zu tun. Den Schülern war der Angriff auf ihre alte Schule, das nur einen Steinwurf vom neuen Haus entfernt ist und zur Zuflucht für Asylbewerber wird, keinen Satz wert. „Das waren Idioten“, sagt ein Oberschüler kopfschüttelnd.

In der Tat seien die meisten Schüler gespannt auf das, was sich mit den neuen Nachbarn verändert. Ganz offensichtlich sind sie weiter als einige Eltern, die vor Wochen bei einer Info-Veranstaltung Fremdenfeindlichkeit offen vor sich hertrugen.

Da berichtete ein Vater, er würde seine Tochter nur noch mit Baseball-Schläger zur Schule bringen, ein anderer zeigte offen Sympathie für Brandanschläge, wie Lehrer berichten. Bei den Schülern, die Steinmeier auf den Zahn fühlten, ist davon nichts zu spüren. Natürlich wollen sie Genaues zur Flüchtlingskrise wissen, löchern ihn, was er von Aktionen der Anonymus-Aktivisten gegen die ISIS hält und wollen Auskunft, warum ihre afghanischen Mitschüler zurück müssen, während die Syrer bleiben. Steinmeier weicht nicht aus. Er erklärt den Unterschied zwischen sicheren Gebieten in Afghanistan und einem Kriegsgebiet wie Syrien. Ob er Angst habe „zur Zielscheibe zu werden“, fragt ihn einer. „Das überlegt man besser nicht. Aber man lernst mit den Risiken zu leben“, sagt Steinmeier und erzählt vom Abend, als er 1200 Helfern, die die Leichenteile des German-Wings-Absturzes geborgen hätten, ins Pariser Stadion eingeladen hatte, während sich vor dem Stadion die Selbstmörder sprengten und in der Stadt das Morden begann.

„Junger Rat für Steinmeier“ heißt das Projekt, dass Politiker und Schüler ins Gespräch bringt. Gemeinsam werden die Schüler nun ein Thema festgelegen, mit dem sie sich sechs Wochen beschäftigen. Anfang 2016 fahren sie zum Gegenbesuch in den Bundestag und stellen die Ergebnisse und Ratschläge ihrem Abgeordneten vor.

Von Benno Rougk

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