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Dem Gortzer Gerätehaus droht der Abriss

Streit ums Grundstück Dem Gortzer Gerätehaus droht der Abriss

Die Zukunft des kleinen Gerätehauses in Gortz (Beetzseeheide) ist ungewiss. Der Streit wegen des Grundstücks dauert bereits zehn Jahre. Inzwischen hat die Eigentümergemeinschaft eine Räumungs- und Abrissklage gegen das Amt Beetzsee als Träger des Brandschutzes beim Potsdamer Landgericht erhoben. Vergleichsverhandlungen laufen.

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Burkhard Schulze (r.), Nico Wulsch, Sarina Hanke mit Tochter Leonie und Freundin Kim.

Quelle: Claudia Nack

Gortz. „Die Gortzer Feuerwehr ist zwar eine kleine Truppe, aber auf Zack und mit dem Herzen dabei“, sagt Burkhard Schulze. Der Gemeindewehrführer von Beetzseeheide gehört selbst zu dieser Löschgruppe. Die zwölf Aktiven, darunter Sarina Hanke als einzige Frau, rücken im Jahr zu etwa einem halben Dutzend Einsätzen aus. Wenn Not am Mann ist, springen die Alten ein. Jeden Monat trifft man sich zur Versammlung, Schulung oder Veranstaltung. Die Floriansjünger richten das alljährliche Osterfeuer und Glühweinfest aus.

Ihr 23 Jahre altes Fahrzeug, das damals als erste Neuanschaffung von Amt und Gemeinde bezahlt wurde, funktioniert dank vorbildlicher Pflege wie ein Bienchen. Allerdings steht die Zukunft ihres kleinen Gerätehauses in den Sternen. Denn seit zehn Jahren läuft zwischen dem in Hessen lebenden Grundstückseigentümer Hans-Joachim Moebus und der Kommune eine Auseinandersetzung. Jetzt sogar vor Gericht. Versuche der Einigung gingen bisher ins Leere.

23 Jahre altes Fahrzeug funktioniert noch

Nach Auskunft von Amtsdirektor Guido Müller handelt es sich inzwischen um eine Eigentümergemeinschaft, die Ende 2015 eine Räumungs- und Abrissklage gegen das Amt Beetzsee als Träger des Brandschutzes beim Potsdamer Landgericht erhoben hat. Müller vermutet, dass sie sich auflösen und das gesamte Grundstück von 3100 Quadratmeter veräußern will. Seit Februar liegt ein Vergleichsvorschlag des Gerichts zum Erwerb der 660 Quadratmeter großen Teilfläche, auf der das Gortzer Gerätehaus steht, für 7800 Euro auf dem Tisch.

Vor 83 Jahren gegründet

Die Freiwillige Feuerwehr Gortz wurde 1933 gegründet. Zu DDR-Zeiten hatte sie um die 20 Mitglieder.

Derzeit sind es zwölf Einsatzkräfte. Die Zahl der Aktiven ist seit Jahren kontant, dazu gehört Sarina Hanke als einzige Frau. Eine eigenen Jugendwehr hat man in Gortz nicht.

Im Jahr rückt diese Löschgruppe zu etwa einem halben Dutzend Einsätzen aus. Falls Not am Mann ist, springen sogar die Älteren ein. Zu den spektakulärsten Alarmierungen gehörte der Hausbootbrand auf dem Beetzsee im vergangenen Jahr.

Das Gerätehaus wurde 1983 gebaut. Bis dahin hatte die Feuerwehr 50 Meter weiter ein noch kleineres Domizil, wo nur Anhänger und Einsatzbekleidung hineingepasst haben. Zur Versammlung trafen sich die Feuerwehrleute in der Gaststätte „Zur LPG“. Jetzt versammeln sie sich am Tisch hinter ihrem Tragkraftspitzenfahrzeug. Das Grundstück, auf dem Haus steht, hat der Alteigentümer nach der Wende rückübertragen bekommen.

Neben dem Förderverein Dorfkirche ist die Feuerwehr die einzige Initiative im Ort. Gortz bildet mit Butzow und Ketzür die rund 665 Einwohner zählende Gemeinde Beetzseeheide.

„Dies wäre in jedem Fall günstiger als ein Rückbau“, so Müller. Aber die Frage stelle sich, ob für den Alteigentümer dann ein vermarktungsfähiges Restgrundstück übrig bliebe. Seit der vorigen Woche stehe die Idee der Gegenseite im Raum, das ganze Grundstück für 21 000 Euro verkaufen zu wollen. „Diese Variante ist noch ganz frisch und muss erst mit der Gemeindevertretung und dem Brandschutzausschuss besprochen werden“, sagt der Verwaltungschef. Um die Sache in Ruhe zu klären, habe er bis Ende Mai um Aussetzung des Verfahrens gebeten. Ursprünglich sollte der Gerichtstermin am 19. April sein. Müller persönlich würde sich wünschen, dass die Feuerwehr das Gerätehaus weiter nutzen kann. „Denn was erst einmal aufgelöst ist, lässt sich so schnell nicht wieder beleben.“

Feuerwehr soll Gebäude weiter nutzen dürfen

Auch die ehrenamtlichen Gortzer Feuerwehrleute wollen nicht in die Röhre gucken. „Nach dem jahrelangen Hin und Her möchten wir endlich Klarheit, denn wir würden am Haus gern etwas machen“, sagen Burkhard Schulze und Maschinist Nico Wulsch. Es sei 1983 im Auftrag der Gemeinde von der ZBO Rathenow errichtet worden, die auf dem Zeltplatz einen Stellplatz bekommen habe. Einen Sanitärtrakt würden die Brandschützer in Eigeninitiative anbauen, das kleine Gebäude rundum putzen und eine ordentliche Einfahrt herstellen. Bisher gibt es weder Heizung noch WC. „Das Dixi-Klo haben wir uns selbst organisiert und um eine neue Eingangstür fünf Jahre lang gerungen.“

Zwischenzeitlich gab es Überlegungen, das Haus nur noch fünf Jahre zu nutzen und die Löschgruppen Gortz, Ketzür und Butzow an einem Standort zusammenzuschließen. Von einem Neubau in Ketzür war die Rede. Doch bis dahin wird angesichts der aktuellen Großprojekte im Amt (Gerätehaus Weseram, Schulerweiterungsbau in Radewege und Pritzerber Schulküche) noch viel Wasser den Beetzsee entlang fließen. „Der Kampf um das Grundstück lohnt sich“, sagt Schulze. „Wir hoffen auf eine Einigung.“

Von Claudia Nack

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