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„Der Buga-Effekt ist immer noch spürbar“

Brandenburg an der Havel „Der Buga-Effekt ist immer noch spürbar“

Dirk Forberger ist bei der Stadtmarketing- und Tourismusgesellschaft in Brandenburg an der Havel zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Er hat den Messeauftritt der Havelstadt auf der ITB in Berlin organisiert. Am Rande der Tourismusmesse hat er mit der MAZ über die Entwicklung des Gastgewerbes in der Stadt gesprochen.

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Dirk Forberger (r.) am Stand auf der ITB in Berlin.

Quelle: Ralf Stork

Brandenburg/H. Dirk Forberger ist bei der Stadtmarketing- und Tourismusgesellschaft Brandenburg an der Havel zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und hat den Messeauftritt auf der ITB organisiert.

Wie wichtig ist die Tourismusmesse für die STG?

Die ITB ist die weltgrößte Tourismusmesse und Berlin ist ein wichtiger Markt für uns. Die Präsentation auf der Messe ist für uns daher wesentlich und wichtig. Der Rücklauf der Besucher, die auf der ITB auf uns aufmerksam geworden sind und in Brandenburg an der Havel Station machen, ist durchaus spürbar.

Wo lohnt sich noch die Werbung für Brandenburg?

Wir sind beispielsweise regelmäßig auf der Internationalen Reisemesse in Hamburg, auf der Grünen Woche, auf der Reismesse Ostbahnhof und zur Saisoneröffnung in Spandau. Die meisten Gäste reisen aus einem Umkreis von 100 bis 300 Kilometern an. Dort werben wir deshalb besonders intensiv.

Kommen vor allem Tagesbesucher oder Kurzurlauber?

Die Tages- und Ausflugsgäste sowie Kurzurlauber spielen gleichermaßen eine wichtige Rolle. Wer übernachtet, bleibt im Durchschnitt 2,5 Tage.

Ist ein Buga-Effekt immer noch spürbar?

Durchaus. Im Referenzjahr 2014 hatten wir 191.811 Übernachtungen in der Stadt. 2016 waren es 228.895. Grundsätzlich ist die Entwicklung positiv. Zum Vergleich: 2008 lagen wir bei 104.000 Übernachtungen.

Wofür interessieren sich die Besucher denn besonders?

Die Waldmöpse haben sich in den vergangenen zwei Jahren zu einer richtigen Attraktion entwickelt. Loriot ist den allermeisten ein Begriff und viele verbinden den Namen mit Brandenburg an der Havel. Die Nachfrage nach den Möpsen ist so groß, dass wir thematische Stadtrundgänge dazu anbieten werden. Im Mai geht es los. Viele Besucher machen Selfies mit den Skulpturen und geben sich große Mühe, auch wirklich alle im Stadtgebiet zu finden.

Womit locken Sie noch die Besucher nach Brandenburg?

Wir werben mit dem Slogan „Das ganze Land in einer Stadt“. Bei uns finden sowohl Natur- als auch Kultur-Urlauber Möglichkeiten zur Erholung. Wir haben drei historische Stadtkerne mit Geschichte und Kultur. Besondere Zugkraft hat natürlich das Wasser. Brandenburg hat so viel Wasser und exzellente Anlegemöglichkeiten im ganzen Stadtgebiet. Mit dem Hausboot zum Supermarkt fahren? Das ist bei uns normal. Der Markt für Haus- oder Bungalow-Boote wächst weiter kräftig. Ebenso liegen Kanus im Trend. Wer an einem langen Wochenende und gutem Wetter eine Paddeltour machen möchte, sollte sein Kanu unbedingt im Voraus buchen.

Hat sich durch die Bundesgartenschau die touristische Infrastruktur noch einmal verändert?

Im Vorfeld der Buga ist eine Reihe von Privatunterkünften neu entstanden. Die meisten davon sind auch heute noch als Vermieter gelistet. Das freut uns natürlich. Durch die Areale, die zur Buga neu gestaltet wurden, wie zum Beispiel der Marienberg, ist die Stadt noch attraktiver geworden.

Wie wichtig ist der Radtourismus für die Stadt?

Mit dem Havelradweg, der Sieben-Seen-Tour und dem Storchenradweg finden Radler gleich mehrere attraktive Radwege, die durch die Stadt führen. Bei ihrem Besuch bekommen sie einen Eindruck, dass es noch mehr zu entdecken gibt. Das ist ein ähnlicher Effekt wie bei der Buga. Viele Besucher kommen später gerne noch mal wieder mit mehr Zeit zum Entdecken.

An welchen Stellschrauben kann man drehen, um die Stadt noch attraktiver für Besucher zu machen?

Ein wichtiges Thema sind Klassifizierungen. Viele Besucher wollen gerne schon im Vorfeld wissen, welchen Standard sie in der Pension oder Ferienwohnung erwarten können, also, ob sie in einer Vier-Sterne- oder Zwei-Sterne-Unterkunft übernachten. Eine solche Klassifizierung lohnt sich für alle Vermieter.

Wie sieht es mit der Service-Qualität aus?

An der Service-Qualität lässt sich immer arbeiten. Gerne unterstützen wir Leistungsträger, zum Beispiel durch Workshops und Seminare im Rahmen der Initiative Servicequalität Deutschland. Wenn ich ausgebucht bin, aber noch jemand anfragt, kann ich entweder kurz und knapp antworten: Es ist alles belegt. Oder ich mache mir die Mühe, ausführlich zurückzuschreiben, Alternativtermine anzubieten oder auf andere Unterkünfte zu verweisen, die noch ein Zimmer frei haben. Das macht einen gewaltigen Unterschied.


Von Ralf Stork

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