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Der Buga droht ein Minus von 8 Millionen Euro

Bundesgartenschau in der Havelregion Der Buga droht ein Minus von 8 Millionen Euro

Die Bundesgartenschau in der Havelregion wird voraussichtlich mit einem zusätzlichen Defizit von acht Millionen Euro enden. Hauptgrund: Statt der erwarteten 1,5 Millionen Besucher werden wohl nur 1,2 Millionen Menschen den Weg zur Buga finden. Doch noch ist Zeit.

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Der Buga droht ein finanzielles Defizit.

Quelle: T. Uhlemann

Havelregion. Die Bundesgartenschau Havelregion, die am 11. Oktober schließt, wird voraussichtlich mit einem zusätzlichen Defizit von acht Millionen Euro enden, die von den fünf im Zweckverband vereinten Ausrichterkommunen Brandenburg an der Havel, Rathenow, Premnitz, Stölln und Havelberg aufgebracht werden müssen. Rathenows Bürgermeister Ronald Seeger bestätigte den Fehlbetrag: „Ich habe von einer Summe über rund acht Millionen Euro gehört, die genauen Zahlen arbeitet Buga-Finanzchefin Elke Adam gerade auf.“

Zum Durchführungshaushalt des Verbandes mit einem Volumen von 35 Millionen Euro haben die Kommunen bereits sieben Millionen gezahlt, die restlichen 28 Millionen Euro sollten aus Ticketeinnahmen, Konzessionen und Rechteverwertungen aufgebracht werden. Doch können die Erlöse nur zum Teil realisiert werden, weil Besucher wegbleiben – statt erwarteter 1,5 Millionen Gäste kommen höchstens 1,2 Millionen. Viereinhalb Wochen vor dem Ende ist noch nicht einmal der einmillionste Gast begrüßt worden. Somit bleiben Ticketerlöse aus, die Lage wurde zudem durch das Einführen der verbilligten Tageskarte (Mini-Ticket) verschärft. Auch die anderen Einnahmen fließen spärlicher, so sind beispielsweise die Konzessionsverträge von Gastronomen und Souvenirhändlern auch abhängig von den Gästezahlen geschlossen. Die fehlenden Abgaben reißen weitere finanzielle Löcher.

Zweckverband kommuniziert kaum selbst

Die Gerüchteküche brodelt, die Schätzungen des zusätzlichen Defizits schwanken zwischen sechs und zehn Millionen Euro. Der Zweckverband selbst kommuniziert kaum Zahlen. Bereits zur Vorstandssitzung am 2. Juli ist es beinahe zum Eklat gekommen als der Amtsdirektor des Amtes Rhinow (Stölln) Jens Aasmann ultimativ erklärte, er werde den Sitzungsraum erst verlassen, wenn konkrete Zahlen auf dem Tisch liegen. Damals war noch mit einem Zusatzdefizit von 4,5 Millionen Euro kalkuliert worden. Zweckverbandsvorstandsmitglied Britta Kornmesser kritisiert vehement, dass es seitdem keine weitere Sitzung gegeben habe, obwohl es Signale gab, dass das Defizit – wie geschehen – noch größer wird. „Es gibt keine Informationen, schon gar keine Informationen. Ich habe jetzt die Verbandsvorsteherin Dietlind Tiemann gefragt, sie hat zugesagt, nun kurzfristig eine Sitzung einzuberufen.“

Tiemann bestätigte am Dienstagnachmittag die Zahlen. „Sie sind aber nur vorläufig, es kann auch etwas mehr werden.“ Es gebe neben den genannten noch eine Vielzahl weiterer Ursachen, so bleiben beispielsweise geplante Erlöse aus den eigens eingerichteten Parkflächen aus, viele Gäste stellten ihre Autos einfach woanders hin. Auch Personalkosten sind ein Thema, der Zweckverband musste teilweise Personal übertariflich bezahlen, damit die Mitarbeiter überhaupt dazu bewegt werden konnten, in Premnitz zu arbeiten.

Kommunen sprangen schon vorher ein

Das Defizit wäre sogar noch höher, wenn Kommunen nicht vieles in Eigenleistung kurz vor knapp stillschweigend erbracht hätten, obwohl der Zweckverband dafür zuständig war. So wurde beispielsweise in Brandenburg an der Havel aus städtischen Mitteln die Freilichtbühne für rund 95.000 Euro instandgesetzt, auch der kurz vor Eröffnung verlegte Rollrasen auf Marienberg, Packhof und rings um die Johanniskirche für etwa 60.000 Euro wurde aus der Stadtkasse bezahlt. Das wird aber längst nicht genügen. Der Hauptausschuss soll in knapp zwei Wochen beschließen, 101.000 Euro aus der Straßenunterhaltung in die Grünflächenpflege zu stecken, um die Flächen bis zum Jahresende in Schuss zu halten. Dafür wurde auf das vorgesehene Sanieren der Max-Josef-Metzger-Straße verzichtet. Die Fahrbahn wurde lediglich geflickt, das hält nach Rathauseinschätzung allerdings nur wenige Monate. Diese Kosten kommen also auf jeden Fall für die Stadt auch noch dazu.

Buga-Spezial >

Von André Wirsing

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