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Der Dom darf zu Recht Geburtstag feiern

Neuausgabe des „Tractatus de urbe Brandenburg“ Der Dom darf zu Recht Geburtstag feiern

Der Brandenburger Dom darf zu Recht Geburtstag feiern. Denn in den beiden historischen Quellen, in denen das Datum erwähnt wird, ist es identisch mit dem 11. Oktober 1165 angegeben. Christina Meckelnborg hat zwar eine der Quellen als Fälschung entlarvt. Trotzdem ist es ein wichtiges Dokument - und ist jetzt neu herausgegeben.

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Stilecht: Christina Meckelnborg mit zwei Askaniern.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg an der Havel. Geschichtsfälschungen gibt es, solange es schriftliche Urkunden und Zeugnisse gibt. Bei den angeblichen Hitler-Tagebüchern war der Nachweis der Fälschung vergleichsweise einfach, weil die Ereignisse relativ nah an die Gegenwart heranreichten. Liegen aber acht Jahrhunderte dazwischen, wie im Fall des „Tractatus de urbe Brandenburg“, dann ist es schon ein Glücksfall, wenn die Fälschungen überhaupt noch auffliegen.

Einen solchen Glücksfall haben am Dienstagabend Historiker, Stadtpolitiker und Vertreter des Lions-Clubs in der Domaula gefeiert: Die Neuherausgabe dieser wichtigen Quelle.

Mit ihrer wissenschaftlichen Arbeit hat Christina Meckelnborg, Professorin für Philologie an der Universität Osnabrück, der Domgeschichte einen unschätzbaren Dienst erwiesen. Die von ihr in Weimar im Nachlass von Georg Spalatin (1484-1545), dereinst Hofhistoriograf bei Kurfürst Friedrich III., aufgefundene Handschriftensammlung sei die einzige Quelle, die darüber berichtet, „wie die Herrschaft über die Brandenburg und das angrenzende Gebiet in der Mitte des 12. Jahrhunderts von den Slawen auf Markgraf Albrecht den Bären überging und wie Albrecht die Brandenburg 1157 endgültig in Besitz nahm“, so die Professorin in ihrem Festvortrag, der teilweise spannend war wie ein Krimi.

Mit der Weimarer Fassung des Traktats konnte Meckelnborg durch vergleichende Analyse beider Handschriften nachweisen, dass die bisher bekannte Magdeburger Fassung in erheblichem Umfang plumpe Manipulationen – in der Fachsprache „Interpolation“ genannt – aufwies. Vermutlich sollten diese Interpolationen den Erhalt von Kloster Leitzkau als Bistumssitz sichern. Doch auch die Weimarer Fassung des Traktats sei politisch tendenziös, allerdings sehr geschickt, gefälscht worden, vermutlich um die markgräflichen Erbansprüche beim Erwerb der Brandenburg zu belegen, so die Wissenschaftlerin.

Garantiert keine Fälschung ist das Gründungsdatum des Brandenburger Doms, das in beiden Fassungen des Traktats mit dem 11. Oktober 1165 angegeben wird. „Das Domjubiläum wird also völlig zu Recht dieses Jahr gefeiert“, erklärte Meckelnborg.

Die Philologin hat beide Fassungen des Traktats ins Deutsche übersetzt. Die Landesgeschichtliche Vereinigung für die Mark Brandenburg hat sie in Band 7 ihrer Schriften veröffentlicht und der Lions Club Brandenburg an der Havel hat den Löwenanteil der Druckkosten übernommen.

Von Ann Brünink

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