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Brandenburg/Havel Der Fluss-Pfadfinder von Brandenburg
Lokales Brandenburg/Havel Der Fluss-Pfadfinder von Brandenburg
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02:15 03.09.2017
Blick auf einen Bildschirm des Peilschiffes: Zu erkennen sind Lage und Größe des untergegangen Bootes auf dem Seegrund sowie die Tiefe (rechts unten). Quelle: WSA
Brandenburg/H

Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man glatt meinen, die Fahrrinnen-Spezialisten des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes WSA hätten den Fischerkahn von Fritze Bollmann auf dem Grund des Beetzsees geortet – 5,70 Meter lang und 1,20 Meter breit. Doch das Boot des sagenhaften Barbiers von Brandenburg liegt ja wohl im Domstreng.

Großes Kopfzerbrechen macht der jüngste Fund dem WSA-Team aber nicht, der versunkene Kahn liegt in mehr als sechs Metern Tiefe, die gewerbliche Binnenschifffahrt nutzt diese Route über den Beetzsee ohnehin nicht.

Überregionaler Einsatz ist geplant

„Das war ein schönes Nebenprodukt, um nachzuweisen, wie leistungsfähig unser neues Schiff ist. Es handelte sich praktisch um eine Erprobungsfahrt“, sagt die stellvertretende Behördenchefin Britta Kornmesser. Die „Spreegrund“ ist das vierte Peilschiff der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes in Katamaran-Bauweise. Das erste Schiff der Serie ist die „Visurgis“ des WSA Minden, zwei weitere Schiffe wurden für den Rhein gebaut. Das neue Peilschiff wird überregional in den Wasserstraße- und Schifffahrtsämtern Berlin, Brandenburg, Eberswalde und Lauenburg eingesetzt. Bereederung und Einsatzplanung sowie Auswertung der Messdaten erfolgen durch das WSA Berlin.

Das Peilschiff Spreegrund hier auf dem Plauer See unterwegs. Quelle: WSA

„Wir können faktisch jeden verlorenen Autoreifen damit entdecken“, sagt Heiner Schäfer vom WSA. Doch das sei nicht der Hauptgrund für das Einsetzen des Schiffes. Vornehmlich soll es die Wassertiefe der Fahrrinnen auf den Bundeswasserstraßen kontrollieren helfen.

„Das sind derzeit etwa 3,50 Meter einschließlich einer Sicherheitszugabe auf den normalen Wasserstraßen und exakt vier Meter im Silokanal.“ Würden die Peilauswerter besondere Auffälligkeiten feststellen, senden sie die Koordinaten und eine Abbildung des Bildschirms (Screenshot) mit den verdächtigen Objekten an die anderen Behörden. „Bei Gefahren für die Schifffahrt bergen wir diese Gegenstände gleich, ansonsten genügen aber unsere jährlichen Brücken-Abtauchen-Aktionen, bei denen wir beispielsweise besagte Reifen oder alte Fahrräder absammeln.“

Die Daten der „Spreegrund“

Das Peilschiff ist 29,31 Meter lang und 7,74 Meter breit.

Der Tiefgang beträgt lediglich 90 Zentimeter, mit Ballastwasser 1,30 Meter.

Während der Messfahrten beträgt die Geschwindigkeit 8 bis 13 Stundenkilometer.

Die Motorleistung beträgt 279 Kilowatt, das sind beinahe 380 Pferdestärken.

Für Ballastwasser gibt es jeweils drei Tanks an jedem Rumpf.

Das Peilschiff steckt voller Technik, auch wenn man es dem Katamaran nicht ansieht. So gibt es beispielsweise ein Fächerecholot mit drei Senderköpfen. Beim Echolot wird die Zeit gemessen, die ein Schallimpuls benötigt, um zum Gewässerboden zu gelangen und als reflektierte Schallwellen zurückzukehren. Zudem gibt es ein Vertikallot, welches mit jeweils zwei Frequenzen von etwa 200 Kilohertz arbeitet.

Doppler-Logs bestimmen über Sonartechnik im hochfrequenten Bereich die Geschwindigkeit des Schiffes, vier Navigationslote werden für die Schiffsführung benötigt. Zudem gibt es Navigationssysteme, Windmesser und Wasserschallsonde an Bord. Theoretisch könnte man sich mit dem Peilschiff in finsterster Nacht ohne irgendeine Leuchtquelle sicher bewegen, ohne dass es irgendwo anstößt.

Von André Wirsing

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