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Brandenburg/Havel Der Kaiser und sein Widersacher
Lokales Brandenburg/Havel Der Kaiser und sein Widersacher
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19:19 08.09.2017
Christian Schramm zeigt sein eigenes Stück „Die Nacht zu Worms“ im Brandenburger Dom. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Christian Schramm ist in diesem Jahr viel unterwegs, von Potsdam nach Worms, dann geht es in die Lutherstadt Wittenberg und nach Rogäsen. Er macht vor Dorf-, Stadt- und Schlosskirchen nicht nur Halt. Er belebt sie mit seinem Spiel. Auch Dome wie der in Brandenburg an der Havel sind ebenfalls willkommene Orte, an denen er sein eigenes Stück „Die Nacht zu Worms“, das er selbst in Szene setzte und selbst spielt, präsentiert. Alles in Personalunion. Nur um die Beleuchtung und die Tonaufnahmen kümmert er sich an den Aufführungsabenden nicht.

Es ist Luther-Zeit. Somit konnte sich auch der Potsdamer Schauspieler, Autor und Produzent, der wohl eine Schwäche für Ein-Mann-Stücke, für Kammerspiele hat, bestens in die umfangreichen Jubiläumsfeierlichkeiten dieses Jahres einklinken. Vor wenigen Jahren stellte er bereits in Potsdam seinen Monolog über Gundling, den Hofnarren des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I., vor.

Nun also das Stück über Martin Luther, obwohl dieser in ihm gar nicht auftritt. Und doch ist er immer anwesend. In „Die Nacht zu Worms“ ist des Reformators großer Widersacher die tragende Figur: der erst 19-jährige Kaiser Karl V.

Im Jahr 1521 wurde Martin Luther zu dem Reichstag in Worms bestellt, auf dem er sich von seinen Schriften distanzieren sollte, ansonsten drohe ihm die Reichsacht. Der Wittenberger Theologe teilt den Anwesenden jedoch unmissverständlich mit: „So lange mein Gewissen durch die Worte Gottes gefangen sind, kann und will ich nichts widerrufen.“

Kurz nach diesem selbstbewussten Auftreten Luthers vor dem Kaiser und den Großen des Reichs setzt das Stück ein.

Eigentlich möchte er für den Theologen aus der sächsischen Provinz und seine Schriften einen Scheiterhaufen errichten. Doch so ganz unsympathisch war er ihm aber nicht. Dessen klare Haltung imponierte dem Kaiser. Er ist hin- und hergerissen zwischen Verständnis für die Person des Gelehrten und dem unerbittlichen Kampf gegen seine Lehre, die die Einheit der katholischen Kirche gefährdet.

Der Potsdamer Autor benutzt die historischen Vorgaben als Material für sein Stück. Fiktiv sind aber die Erlebnisse und Erfahrungen, bei der sich der Kaiser Karl unters Volk in Worms mischt. Als verkleideter Junker Jan möchte er erfahren, was seine Untertanen über ihn, über Martin Luther und die neuen Lehren denken.

Christian Schramms geschichtliches Wissen der Luther-Zeit scheint enorm zu sein. Doch er verzichtet nicht auf die aktuelle Politik, die Hinweise auf den Verlust von Werten und Glauben sind nicht zu überhören. Dies ist nicht platt aufgeschrieben und gesagt.

Der Monarch lernt bei Schramm sogar etwas von dem Trubel um Martin Luther. Die neuen Möglichkeiten der Vervielfältigung der Bibel mit der Kunst des Druckens ließen sich gut vermarkten. Wer weiß, vielleicht springt dabei auch eine beträchtliche Summe für Karl ab.

Seit der Premiere Anfang März in der Potsdamer Pfingstkirche hat die Darstellung Schramms zusehends an schöner Gelöstheit gewonnen. Im Brandenburger Dom kam am Mittwochabend vor gut 80 Zuschauern noch manch heiteres Augenzwinkern hinzu. Die ganz verschiedenen Emotionen, die der Autor seinem Darsteller gab, scheinen von Christian Schramm durchlebt worden zu sein. So packend spielt und spricht er seinen umfangreichen Monolog, der sich selten dem heutigen Sprachduktus anpasst. Doch ein bisschen jugendliche Naivität wäre angebracht, weniger Weisheit, die Karl noch gar nicht haben konnte.

Man denkt während der Vorstellung eben auch an das Alter des Kaisers während der Nacht zu Worms.

Von Klaus Büstrin

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