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Brandenburg/Havel Der Krebs trifft beide Eltern von Alicia
Lokales Brandenburg/Havel Der Krebs trifft beide Eltern von Alicia
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05:55 12.12.2017
Alicia soll möglichst wenig spüren, dass es ihren Eltern Annette Pöter und Mario Hesse gesundheitlich gar nicht gut geht. Quelle: jast
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Brandenburg/H

Ein Unglück kommt selten allein, bei Annette Pöter (46) und Mario Hesse (48) trifft das leider zu. Vor drei Jahren erhielten beide innerhalb weniger Tage die Diagnose Krebs. Nach vielen Operationen, Chemotherapie und Bestrahlungen ist der Krebs bei beiden inzwischen so weit fortgeschritten, dass sie sich kaum noch bewegen können. Dabei haben sie eine kleine Tochter: Alicia (4).

Das Kind soll nicht spüren, dass beide Elternteile so schwer krank sind. Mario Hesse müsste verzweifelt sein, aber der gebürtige Brandenburger ringt sich ein Lächeln ab, wenn die Kleine wieder einmal fröhlich durch die kleine Wohnung tobt und ihrem Vater stolz verkündet: „Und wenn du wieder gesund bist, dann machen wir das zusammen.“

Natürlich gibt das MAZ-Sterntaler-Paar schon seiner süßen Tochter zuliebe die Hoffnung nicht auf und kämpft sich durch ein Leben, das von Tag zu Tag schwieriger wird. Was an Rente der beiden zusammen kommt, reicht sehr knapp zum Leben. Bis Oktober bewahrte der Minijob von Annette Pöter die Familie vor Armut.

Die 450 Euro durch Essen-Ausfahren fließen inzwischen nicht mehr in die Haushaltskasse. Alicias Mutter hatte nach einer neuerlichen Metastase in der Wirbelsäule nicht mehr die Kraft für die Arbeit. Ihr kranker Mann sprang vor zwei Monaten ein, damit sie ihren Job nicht verliert.

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Wenn Sie spenden wollen, nutzen Sie bitte das nebenstehende Konto bei der Brandenburger Bank, welches der DRK-Kreisverband treuhänderisch verwaltet. Die IBAN-Nummer lautet: DE77 1606 2073 0100 0707 00.

Falls Sie eine Spendenquittung benötigen, vermerken Sie das bitte beim Überweisen.

Doch wenige Wochen später verschlechterte sich auch sein Gesundheitszustand so, dass er im Grunde nur noch in der eigenen Wohnung auf der Scholle mobil ist. Und auch das nur mit viel Mühe, denn der Körper streikt bei zu viel Anstrengung.

Das gilt erst recht für Annette Pöter. Seit einigen Tagen ist sie so gut wie bettlägerig, der Rollator kann ihr nicht mehr helfen. „Ich benötige schon zwei Menschen, die mich halten, sobald ich aufstehe“, erzählt die in Görlitz geborene Brandenburgerin. Was sie sehr stört sind die alten Vorhänge.

„Mein Bruder sagt, dass man von draußen schon durchgucken kann“, berichtet die kranke Frau. Die Vorstellung, dass Fremde sie ihrem Krankenbett sehen, findet sie sehr unangenehm. Seit 2014 lebt Annette Pöter mit Brustkrebs, der Tumor ist bösartig und wächst schnell. Immerhin ist es den Ärzten mit Medikamenten gelungen, die Streuung im Kopf kontrolliert zu bekommen.

Kontrolle ist auch bei Mario Hesse die ärztliche Strategie. „Die Tumorherde kann man nicht mehr operieren, sondern nur noch halbwegs in Schach halten“, sagt er. Am Anfang der Krankheit habe die Familie noch von „Heilung“ gesprochen. Dieses Wort fällt nicht mehr, weil die im Februar begonnene durchgängige Chemotherapie nicht geholfen hat und zwei Not-Operationen in diesem Jahr erforderlich waren.

Doch das Paar hat auch Glück im Unglück. „Wenn wir meine Mutter nicht hätten, wären wir aufgeschmissen“, sagt Mario und zeigt auf Roswitha Hesse, die sich um alles im Haushalt kümmert und Alicia so oft es geht begleitet, wenn das Mädchen irgendwo hin muss. Auch viele andere Verwandte helfen, soweit sie nur können.

Von den Behörden kommt bisher wenig Hilfe beziehungsweise einiges muss nun auch erst anlaufen. Die Familie sucht den Kontakt zur Krankenkasse und zu anderen Stellen. „Wie schön wäre es, wenn sich in der Übergangszeit einmal jemand um Alicia kümmern könnte“, sagt Annette Pöter. Aber die Einkünfte der Familie reichen für eine solche Hilfe nicht.

„Wenn man krank wird, wird man in den sozialen Abgrund gestoßen“, sagt der frühere Fernfahrer, der zuletzt als hauswirtschaftlicher Familienhelfer gearbeitet hatte. Wegen der Krankheit beider Eheleute werden nun die Ratenverträge aus besseren Zeiten zu einer permanenten Last. Und dann ist demnächst auch noch TÜV beziehungsweise Dekra fällig.

Am fehlenden Geld scheitert auch Alicias Wunsch, reiten zu lernen. Dabei mag sie Pferde sehr. MAZ-Sterntaler-Spender beweisen seit vielen Jahren ein Herz für unverschuldet in Not geratene Familien und erfüllen Wünsche. Zum Beispiel den nach einem Kinderschreibtisch Bibi-und-Tina-Auflage für das Mädchen und nach einem kleinen Armband für die Mutter.

Weihnachten war früher einmal schön. Man fuhr an einem der Feiertage zu den Großeltern nach Görlitz. „Dafür reichen unsere Kräfte leider nicht mehr“, sagt Annette Pöter und muss bei diesen Worten weinen. Das fällt in dem Moment nicht gar so schwer, weil ihr Kind ein paar Tage zu den Großeltern nach Sachsen gereist ist und die Tränen nicht sieht, die sie nicht sehen soll.

Von Jürgen Lauterbach

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