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Der „Maulwurf“ unterm Bahndamm

Drei Millionen Euro fürs Leitungsnetz Der „Maulwurf“ unterm Bahndamm

Wegen der Bundesgartenschau im vorigen Jahr waren größere Baustellen ohnehin unerwünscht, der Wasserversorger Brawag in Brandenburg an der Havel hat die Zeit aber genutzt, um technisch anspruchsvolle Projekte für dieses Jahr zu planen und vorzubereiten.

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In der Willibald-Alexis-Straße wird auf 130 Metern derzeit ein Regenwasserkanal mit 600 Millimetern Nennweite durch die Firma ITG neu gebaut.

Quelle: Maloszyk

Brandenburg/H. Gut drei Millionen Euro vergräbt der Wasserversorger Brawag in diesem Jahr in seinem Leitungs- und Kanalnetz. Die Vorhaben sind durchaus technisch anspruchsvoll, es geht unter drei Bahndämmen und sogar unter der Buckau hindurch. „Deswegen haben wir das vorige Jahr auch zum Planen gebraucht und zum Abstimmen mit den Partnern wie der Deutschen Bahn AG“, sagt Brawag-Technikchef Harm Schenk.

Unter der Rathenower Bahnstrecke am Schlachthof sowie gegen Jahresende parallel zum Verlegen der Planebrücke an der Magdeburger Bahnstrecke werden die Trinkwasserhauptleitung mit jeweils 300 Millimetern Rohrweite sowie die 600-Millimeter-Abwasserdruckleitung in Richtung Rieselfelder erneuert, sagt Brawag-Projektchefin Marion Tischer. Wenn vorhanden und noch nutzbar werden zuerst die großen Schutzrohre mit einem minimal kleineren Rohr verstärkt und dann die modernen PE-Rohre aus Polyethylen eingezogen. Ähnlich geht es von März bis Mai am Bahnübergang Schmöllner Weg zu, nur dass die Rohre hier nur 150 Millimeter Durchmesser haben.

Spannend wird es nach dem Sommer, wenn der große Trinkwasserdüker unter der Buckau nahe der Neuen Mühle komplett ersetzt wird. Das ist die Trinkwasserhauptleitung vom Wasserwerk Mahlenzien in die Innenstadt zum Hochbehälter Marienberg. „Wir hätten gerne offen gebaut, aber da haben die Wald-, Gewässer- und Umweltbehörden nicht mitgespielt, weil es unter anderem die seltenen Neunaugen und andere Wassertiere zu schützen gilt“, sagt Marion Tischer. So habe man sich für eine so genannte Spülbohrung auf etwa 120 Metern Länge entschieden. Das Verfahren lässt nur sanfte Bögen beim Überwinden von Höhenunterschieden zu. Ein Bohrer wird durch die Erde getrieben, mit Wasserdruck wird das Material ausgespült und abgesaugt, kommt er auf der anderen Seite wieder an die Oberfläche, wird das neue PE-Rohr mit 600 Millimetern Nennweite daran befestigt.

Faktisch im Rückwärtsgang nimmt das Gerät dann die neue Trinkwasserleitung durch den freigespülten Tunnel mit. Ein ähnliches Verfahren hat die Brawag vor vielen Jahren schon einmal beim Unterqueren des Silokanals angewendet, damals hat dies eine niederländische Firma mit schwerem Gerät übernommen. „Erst wenn wir alle Genehmigungen in der Hand haben, können wir Angebote einholen. Die Unternehmen müssen ein solches Projekt auch eintakten, es ist ja auch immer mit größeren Schwertransporten mit langen Strecken für das Gerät verbunden. Deshalb können wir keinen genauen Zeitplan angeben“, sagt Schenk. Die Wasserabnehmer merken ohnehin nichts, weil der alte Düker so lange noch in Betrieb ist, bis der neue funktioniert. Lediglich für das „Umklemmen“ von der alten auf die neue Leitung müssen die Vorratsbehälter auf dem Marienberg gut gefüllt sein, um ein,zwei Tage zu überbrücken.

Weitere Baumaßnahmen

Bis Ende März erfolgt die Resterschließung mit Trinkwasser in Falkenbergswerder.

Am Gertrud-Piter-Platz wird von Ecke Nicolaiplatz bis zur Ecke Robert-Koch-Straße eine Trinkwasserleitung verlegt als Ersatz für das kaputte Stück Leitung unter der Magdeburger Straße.

Von April bis Juni wird die Trinkwasserleitung in der Prignitzstraße vom Hochhaus bis zum Brechtgymnasium ausgetauscht, Arbeiten nur im Gehweg.

In Teilabschnitten wird parallel zum Neubau der Willi-Sänger-Straße die Mischwasserleitung erneuert.

Beim Abwasser werden von April bis Juli drei Pumpwerke erneuert – in der Potsdamer Landstraße, in der Caasmannstraße sowie in der Wilhelmsdorfer Landstraße. Die beiden erstgenannten sind zu groß. Die trocken aufgestellten Pumpen werden ins Nasse versenkt, dadurch werden die Pumpenhäuser überflüssig, die dann auch nicht mehr unterhalten werden müssen.

Technisch anspruchsvoll wird es noch einmal, wenn die Gördenbrücke vom Wasserstraßenneubauamt angehoben wird, danach muss eine neue 400er-Trinkwasserleitung eingezogen und die Straße in Richtung Görden unterquert werden.

Beim vierten und letzten Bauabschnitt der Schmutzwassererschließung in Schmerzke geht es von März bis Mai zwar entlang der B 102 an der Belziger Chaussee, doch ist der Verkehr wenig beeinträchtigt, weil die Arbeiten unterm Gehweg ausgeführt werden.

Von André Wirsing

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