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Der Nachwuchs zieht alle Register

Sommerorgelkurs Der Nachwuchs zieht alle Register

Junge und alte Nachwuchsorganisten lernten in einem einwöchigen Intensivtraining in Brandenburg an der Havel in den letzten Tagen alles über das Instrument Orgel: Vom praktischen Spiel über Musiktheorie, Gesangbuchkunde, Gottesdienstkunde und Theologie.

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Marcell Fladerer-Armbrecht und Fiona Mayer während der Übungsstunde.

Quelle: Melanie Höhn

Brandenburg an der Havel. Noch nie hatte die junge Organistin Fiona Mayer eine Orgel von Innen gesehen, doch der Sommerorgelkurs in Brandenburg gab ihr nun die Möglichkeit dazu, ihr Instrument besser kennen zu lernen. Die 16-Jährige verbrachte die erste Woche ihrer Sommerferien in der Havelstadt: Jeden Tag bekam sie eine Stunde professionellen Unterricht und übte zwei Stunden lang für sich alleine. Die Schülerin aus Großbeeren lernte das praktische Spiel; aber auch Musikheorie, Gesangbuchkunde, Gottesdienstkunde und Theologie standen in dem Kurs, an dem 18 junge und alte Organisten teilnahmen, auf dem Stundenplan. Während der Zeit wohnten die Teilnehmer im Domkonvikt.

Ausbildungszentren, um Nachwuchs zu fördern

Domkantor und Organist des Brandenburger Doms, Marcell Fladerer-Armbrecht sowie der Kirchenmusiker Tobias Scheetz und der Kantor an St. Gotthardt und St. Katharinen in Brandenburg Fred Litwinski vermittelten den Musikern ihre Expertise. Weil es in Brandenburg einen akuten Mangel an Orgelspielern gibt, haben Kirchenkreis und Landessynode Ausbildungszentren gegründet, unter anderem im Brandenburger Dom. Der landeskirchliche Kurs sollte Anfänger und Fortgeschrittene Orgelspieler ausbilden und fördern. Die jüngste Organistin war 13 Jahre alt, die beiden ältesten sogar 70 und 73.

„Dafür, dass ich vorher niemanden kannte, haben wir uns im Kurs schnell aneinander gewöhnt und gut verstanden“, sagte Fiona Mayer. Brandenburg gefällt ihr gut: „Ich finde die Havel und die Altstadt echt schön.“ Die Schülerin spielt erst seit einem Jahr Orgel, startete eigentlich mit dem Klavierspiel, doch auch schon nach kurzer Zeit hatte sie das Instrument gut im Griff. Der Domkantor jedenfalls ist von ihren Fähigkeiten hellauf begeistert: „Fiona spielt im Gottesdienst eine ganze Strophe, sie ist eine der Besten. Die Niveaus streuen generell unglaublich, manche können direkt anfangen Kirchenmusik zu studieren.“ Ihm gefällt die Arbeit mit den jungen Menschen: „Der Kurs ist toll, der Unterricht macht richtig Spaß.“ Jeder übt, was er mitgebracht hat: Fiona lernt „Air“ von Alexandre Boëly. Das kann sie dann später auf der „schönen romantischen Orgel“ in Großbeeren spielen, sagt sie.

Abschlussgottesdienst und Orgelmatinée in Plaue

Erst zum zweiten Mal fand der Kurs in Brandenburg statt, in den Jahren zuvor wurde er immer in Görlitz veranstaltet. Zwar seien hier die Wege nun etwas weiter, so Domkantor Fladerer-Armbrecht, jedoch habe die Havelstadt aufgrund der Vielzahl an Orgelinstrumenten für Übungen und Unterrichtseinheiten in und um Brandenburg auch einen großen Vorteil. Mit einem Abschlussgottesdienst und einer kleinen Orgelmatinée in Plaue, bei der die Teilnehmer die Ergebnisse der Kurswoche präsentierten, endete der musikalische am vergangenen Sonntag.

Für Fiona hat sich diese musikalische Woche gelohnt, sie möchte definitiv mit dem Orgelspiel weitermachen: „Vielleicht werde ich das Instrument auch studieren.“

 

 

Von Melanie Höhn

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