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Brandenburg/Havel Der Robert Redford von Saaringen
Lokales Brandenburg/Havel Der Robert Redford von Saaringen
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18:15 29.04.2016
Reiterhofbesitzer Josef Machui genießt die Tage mit seinen Pferden in Saaringen Quelle: Volkmar Maloszyk
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Saaringen

Josef Machui (57) hat ein paar anstrengende Wochen hinter sich, doch das Ergebnis kann sich sehen lassen. Sein Paradehengst El Amigo hat die Hengstleistungsprüfung abgeschlossen und mit Bravour bestanden. Der Dreijährige war mit der Note 9,5 in der Kategorie Leistungsbereitschaft der Beste, erhielt eine 9 für seinen Charakter und 8,5 für seine Springanlagen.

Der gekörte El Amigo kehrt damit als Deckhengst zurück aus Neustadt/Dosse und bekommt gleich süße Arbeit auf dem Pferdehof in Saaringen. „Zehn bis zwölf Stuten sollen von ihm im Natursprung gedeckt werden, verrät der stolze Besitzer. Er hält einen Moment inne und fügt lächelnd hinzu: „Drei meiner Stuten haben schon sehnsüchtig gewartet, dass er wiederkommt.“

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Blick auf die idyllische Lage von Saaringen.

Der gebürtige Westfale Josef Machui hat den Stall, dort wo die LPG einst 500 Rinder züchtete, vor sieben Jahren gekauft. Als Reiter in Roskow war er auf das Gelände aufmerksam geworden, das zum Verkauf stand. Drei Jahre dauerte es, ehe die damaligen Pächter den Hof verließen.

Weitere drei Jahre harte Arbeit und viel Geld investierte der Pferdefreund, um sein Besitztum so schön zu entwickeln, wie er es einfach haben möchte. „Ich bin jetzt bei 95 Prozent angekommen“, sagt er.

Wie viel Kilometer Zaun er in den vergangenen Monaten Jahren verlegt hat, weiß der Heizungs- und Sanitärmeister nicht mehr zu sagen. Die selbst gepflanzten Bäume hat er gezählt. Es sind 40. 45 Meter Dachrinne hat er gewechselt und die 18 mal 45 Meter große Halle hat er mit Holz verkleidet. An der Vorderfront ranken vier Klettertrompeten

35 Spring- und Dressurpferde

Der Reitplatz ist ebenfalls neu hergerichtet. „40 Lkw-Anhänger Beton habe ich abgefahren, was Beton war ist jetzt grün“, erzählt der Pferdeflüsterer, der 1985 von Recklinghausen nach Berlin kam.

Im Vordergrund stehen natürlich die Tiere, die er züchtet. 35 Spring- und Dressurpferde leben auf dem Hof. Eine Stuten- und eine Wallachherde, die draußen Auslauf haben. Vier Ponys erwarten im Mai Zuwachs. Zwei Stuten sind trächtig. Der Nachwuchs stammt von edlen Vererbern ab. Wem es etwas sagt: von Chaman, Rock forever, Balou du Rouet und Diarado. Und bald dann auch von El Amigo.

Josef Machui ist offen für Einsteller. Acht Gasttiere und ihre Besitzer genießen wie er die Ruhe und Weite der Saaringer Landschaft, über die er schnell ins Schwärmen gerät. Dass sich die Dorfbewohner gegen einen Anleger gewährt haben findet er prima. Denn auch er liebt das Unverbaute, das Offene, das er vor seiner Haustür findet.

Vier Tage Handwerker, drei Tage Pferdehofchef

Die Freude an Pferden wurde dem Robert Redford von Saaringen nicht in die Wiege gelegt. Die berühmte Marlboro-Werbung inspirierte den Nichtraucher. 26 Jahre alt war, als er mit dem Reiten begann. Mit Saaringen erfüllte er sich den Traum vom eigenen Hof. Dort unterstützen ihn der in Neustadt/Dosse ausgebildete Bereiter Torsten Mielke und Steve Stahnke. Lahmt der Trecker, hilft „Bubi“ Remin aus dem Dorf mit seiner landwirtschaftlichen Erfahrung.

Leben kann der Reiterhofbesitzer nicht von der Pferdezucht und den Einstellern. „Nein, das ist nur mein Hobby, da zahle ich zu“, erzählt der Unternehmer, der von Montag bis Donnerstag seinen Handwerksbetrieb mit zwölf Leuten in Berlin-Friedrichshain führt und sich für den Rest der Woche mit der Saaringer Idylle belohnt.

Pferdeausbilder Mielke lebt auf dem Anwesen, sein Bungalow ist umgeben von Stall, Schilf und einem Teich mit glücklichen Karpfen. Josef Machui nutzt eine Wohnung im gleichen Haus und schaut davor abends in den Sternenhimmel. Er denkt laut darüber nach, seinen Wohnsitz in Dallgow aufzugeben und ganz nach Saaringen zu ziehen.

Von Jürgen Lauterbach

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