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Brandenburg/Havel Der Schatz in der Fotokiste
Lokales Brandenburg/Havel Der Schatz in der Fotokiste
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02:16 24.08.2015
Der Abtransport einer Glock im Krieg. Quelle: Repro: JACQUELINE STEINER/ Foto: Kurt Kiessler
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Brandenburg an der Havel

Wolfgang Kießler hat einen kleinen Schatz gefunden. Der Brandenburger Künstler entdeckte per Zufall Fotografien seines Vaters Kurt. Sie zeigen den Abtransport der Brandenburger Domglocken im Jahr 1942 und wahrscheinlich auch die Rückführung Ende der 1940er-Jahre. „Es ist die selbe Glocke auf unterschiedlichen Fuhrwerken zu sehen, das spricht dafür, dass die Aufnahmen zu unterschiedlichen Zeiten gemacht wurden.“ Kießler hatte die Fotografien auch dem Domstiftsarchiv angeboten, war dort allerdings auf wenig Begeisterung gestoßen. Allerdings lagern im Dom auch wertvolle Briefe, die das wechselvolle Schicksal der Glocken illustrieren.

Die vier Domglocken

Im Turm der Domkirche hängen vier Glocken.

Glocke 1 ist die größte, sie hat einen Durchmesser von 1552 Millimetern und wiegt 2,5 Tonnen. Ihr Schlagton ist cis 1+7. Gegossen wurde sie 1697 in Magdeburg von Johann Greten aus einer Vorgängerglocke. Als Inschrift trägt sie die Namen der sieben damaligen Domherren.

Glocke 2 hat einen Durchmesser von 1090 Millimetern, sie wiegt 900 Kilogramm, hat den Schlagton fis 1-7. Martin Heintze hat sie 1679 in Berlin gegossen. Sie trägt reichen ornamentalen Schmuck und ebenfalls Namen und Wappen von sieben Domherren.

Glocke 3 ist 920 Millimeter groß und 500 Kilogramm schwer, sie erklingt in a 1+11 und wurde im 14. Jahrhundert gegossen. Die Inschrift lautet: Du TRAHOR AVDITE UOCO AD SACRA VENITE – Wenn ich geläutet werde, hört, ich rufe euch, kommt zum Gottesdienst.

Glocke 4 ist 558 Millimeter groß, 150 Kilogramm schwer, hat den Schlagton dis und wurde um 1300 gegossen.

Am 28. August 2007 erfolgte die Inbetriebnahme des restaurierten Geläuts – erstmals mit der Glocke 4.

Die Kosten fürs Überarbeiten übernahm der Förderverein Dom zu Brandenburg: 32.500 Euro.

So gibt es eine Empfangsbestätigung des Baumeisters Paul Schmidt, der am 24. August 1942 die Glocken im Auftrag der Reichsstelle für Metalle abgenommen und in ein Sammellager geschickt hatte. Die Metalle sollten nötigenfalls für den Kriegswaffenbau verwendet werden. Die größte Glock mit dem unteren Außendurchmesser von 1,57 Meter trug einen aufgeklebten Zettel: „Wertvoll, zurück bis zuletzt!“

Alle kamen sie zurück, wenn auch nach Wirren. So schrieb die Glockengießerfirma Franz Schilling Söhne am 1. November 1948 an das Regierungshochbauamt Brandenburg/Havel einen Brief. Die Glocken der Sankt-Katharinen-Kirche, des Doms, der Jacobskapelle und des Altstädtischen Rathauses lagern noch im Hamburger Glockenklager und warten auf ihre Heimkehr. „Durch die jetzige Grenzsperre nach und von den Westzonen konnten weitere Transporte noch nicht durchgeführt werden“, heißt es in dem Schreiben.

„Sobald aber die Zonengrenzen wieder geöffnet sind, werden auch die übrigen Glocken aus der sowjetischen Besatzungszone, die noch in Hamburg lagern, verladen und zurückgeführt werden.“ Diesen Brief hat das Regierungshochbauamt an den damaligen Superintendenten Albrecht Schönherr übergeben, mit der Bitte, die einzelnen Gemeinden zu verständigen. Die historischen Momente des Auszugs und der Heimkehr der wertvollen Glocken hat Kurt Kießler verewigt.

Von André Wirsing

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