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Der Schönheitseffekt nach der Buga

Brandenburg an der Havel Der Schönheitseffekt nach der Buga

Die Bundesgartenschau war ein Mittel zum Zweck, sie war schön, wenn auch finanziell nicht erfolgreich. Aber sie hat die Stadt Brandenburg schöner gemacht, nachdem auch die privaten Hauseigentümer mit Hilfe der Verwaltung ihre Sanierungsprojekte angingen. Die Buga als „Motor der Stadtentwicklung“ ist nicht nur ein Phrase. So langsam ist das auch zu sehen.

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Das Havelschlösschen ist so gut wie fertig saniert.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. „Der Erfolg oder Misserfolg einer Ausstellung ist flüchtig, was bleibt, ist die langfristige Entwicklung im Stadtraum.“ Der Stadtentwicklungsbeigeordnete Michael Brandt (CDU) zieht ein knappes Jahr nach Ende der Bundesgartenschau eine durchaus positive Bilanz für das von ihm geführte Ressort. Mit dem Verlagern des Schau-Areals von der Regattastrecke in die Innenstadt gab es die Chance, für diese etwas nachhaltig zu tun. Die Verwaltung sei vorweg gegangen, hat zentrale Orte rings um den Hauptbahnhof und am Nicolaiplatz komplett erneuert, hat Wegebeziehungen aufgefrischt, wiederhergestellt oder neu geschaffen, hat Lücken geschlossen. „Der Johanniskirchplatz ist heute der schönste Loriot-Denkmalplatz der Welt, weil wir uns auch innerhalb der Verwaltung gegen Parkplatzpläne an diesem Ort haben durchsetzen können.“

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Private Hausbesitzer zogen mit und nach: „Es waren große Glücksfälle, dass beispielsweise das ehemalige Landratsamt von Florian Grotmann oder das Bauhausensemble am Rosenhag von Josef Grosse Wiesmann so toll hergerichtet wurden.“

Die Stadtplanerinnen Andrea Kutzop und Yvonne Stolzmann haben Hunderte Briefe verschickt und Dutzende Gespräche mit Hauseigentümern geführt, in welcher Form die Besitzer sich am Projekt „Schöne Stadt“ beteiligen. Weil nicht alles bis zum Frühjahr 2015 zu Buga-Beginn zu schaffen war, gab es zumindest optimistische Botschaften: „Ich bin noch zu haben“ war auf einem Banner am ehemaligen Elektrizitätswerk an der Bauhofstraße zu lesen – mittlerweile ist es verkauft und soll ein Beherbergungsbetrieb für junge Menschen werden. Häufiger noch zu lesen war an manchem unansehnlichen Haus oder Baugerüst: „Ich bin in Arbeit“. Die meisten Banner konnten zwischenzeitlich schon wieder abgehängt werden.

Das Havelschlösschen in der Luckenberger Straße 2 ist beinahe fertig saniert, fast alle Wohnungen sind bezogen. Das Sanieren der ehemaligen Fleischerei Vingl in der Großen Münzenstraße 9 und der Umbau zum Wohnhaus ist so gut wie fertig, die Besitzer wohnen bereits drin. Das Haus in der Plauer Straße 8 ist ebenfalls saniert beziehungsweise kurz vor dem Abschluss, ebenso das Haus Klosterstraße 3. In der Hauptstraße 76 ist das Sanieren noch in vollem Gange, nach dem Erneuern der Fenster sind gerade Fassade und Dach in Arbeit. Seit dem 20. Mai wird auch das Wohnhaus Packhofstraße 28 von Grund auf saniert. Investor Grotmann hatte das selbst auf einem großen Plakat angekündigt, während der Buga durfte er unmittelbar am Schaugelände nicht sanieren.

Warten auf das Dankeschön

Nicht nur die von Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann öffentlichkeitswirksam aufgestellte „Task Force“ hat zur Buga-Zeit viele Aufgaben und „Feuerwehr-Einsätze“ übernommen, die eigentlich Aufgabe des Zweckverbands gewesen wären. Noch viel mehr haben die Stadtverwalter in Ordnungsamt, Feuerwehr, Grünamt und Tiefbauamt zu leisten gehabt.

Jeden Donnerstag gab es Beratungen, in denen es beispielsweise um die Wasserversorgung auf dem Marienberg bei der Hitze ging, die Feuerwehr drei Hydranten anzapfte und abends mit den Tankern auf den Berg fuhren.

Selbst solche Kleinigkeiten mussten geklärt werden: Der Zweckverband wollte die Kinder, die den Spieldrachen mit erfunden haben, nicht kostenlos zur Einweihung auf den Marienberg lassen.

Oder es ging um die anfangs notorisch verschlossenen Toiletten im Gotischen Haus für die Gäste der Johanniskirche.

„Auch unsere Mitarbeiter haben zu 150 Prozent gearbeitet, auf ein offizielles Dankeschön vom Zweckverband und seiner Vorsitzenden warten sie noch heute“, sagt Brandt.

Selbst die schwer vermittelbaren „dicken Brocken“ werden nun bewegt. Hier mussten zwischen der Zumutbarkeit der hohen Kosten für die Hausbesitzer und Belangen des Denkmalschutzes sowie des Stadtbildes Kompromisse gefunden werden. So ist für das Denkmal Parduin 11 nun ein Fördervertrag geschlossen worden, die Sanierungsplanungen laufen bereits. Für das Gebäudeensemble Große Münzenstraße 10-11/Lindenstraße 36-39 wurde die Baugenehmigung im am 4. März dieses Jahres erteilt. Zuerst sollen die beiden Häuser in der Großen Münzenstraße, danach die Objekte in der Lindenstraße saniert werden. Eine Förderung ist hier vorgesehen, nur über die Höhe wird noch verhandelt.

Von André Wirsing

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