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Brandenburg/Havel „Der Straßenzustand drückt mich doll“
Lokales Brandenburg/Havel „Der Straßenzustand drückt mich doll“
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06:08 23.12.2017
Jörg Schafföner hat sein neues Amt im Rathaus der Gemeinde Groß Kreutz (Havel) angetreten. Quelle: Marion von Imhoff
Groß Kreutz (Havel)

Jörg Schafföner ist der neue Fachbereichsleiter in der Gemeinde Groß Kreutz (Havel). Der 47-jährige gebürtige Brandenburger ist der Nachfolger von Wolfgang Kania, der nach rund zwei Jahrzehnten in der Behörde in den Ruhestand gegangen ist. Schafföner war bisher Fachdienstleiter in der Zulassungs- und Fahrerlaubnisbehörde in Werder.

Herr Schafföner, Sie wohnen in Schenkenberg und sind binnen zwei Minuten an ihrem neuen Arbeitsplatz im Rathaus in Jeserig. Besser geht es nicht, oder?

Hat Vor- und Nachteile. Ja, ich bin schnell da, aber auch immer greifbar. Das kann auch anstrengend sein. Auch wenn ich bereit bin, mein Dasein in den Dienst der Gemeinde zu stellen.

Das klingt, als würden Sie den Feierabend bei den 27 Verwaltungsbeamten respektieren.

Natürlich. Mitarbeiter und ein Chef brauchen Erholung.

Welche Impulse möchten Sie als Fachbereichsleiter für Ordnung, Bauen und Sicherheit setzen?

Für mich ist schon wichtig, dass eine wachsende Gemeinde eine passende Infrastruktur hat. Dazu gehören neben den Straßen Schulen und Kindertagesstätten. Da sind wir mit dem geplanten Ersatzbau für die Jeseriger Kita auf einem guten Weg. Bei der Grundschule Jeserig wird es sicher auch Erweiterungen geben müssen, weil die Kapazitäten nicht mehr ausreichen. Mich persönlich stört eigentlich der Zustand mancher Straßen. Das ist ein Punkt, der mich doll drückt.

Vita und Verwaltung

Jörg Schafföner ist in Brandenburg geboren und in Wusterwitz aufgewachsen. Seit 2009 lebt er in Schenkenberg mit seiner Lebenspartnerin und seinem Sohn im Grundschulalter.

Die Gemeinde Groß Kreutz (Havel) hat 27 Mitarbeiter im Innendienst. Insgesamt beschäftigt die Kommune am Bauhof, in den Kindergärten und Schulsekretariaten 123 Männer und Frauen.

Der Schenkenberger Ortsvorsteher hat jetzt erst in einem Interview gesagt, Straßen sollten so lang es geht repariert werden, um Kosten für die Anwohner zu vermeiden.

Das ist verständlich aus Sicht des Bürgers und betrifft viele Straßen im gesamten Gemeindegebiet. Nach meinem Dafürhalten müsste man bei der einen oder anderen Straße schon mal ein bisschen mehr machen als zu reparieren. Das sind die Punkte, die ich mir auf die Tagesordnung geschrieben habe.

An welche Straßen denken Sie da?

Es sind viele, von denen ich eine andere Vorstellung habe, wie eine Straße auszusehen hat.

Wie hat sie auszusehen?

Laternen, Fußweg, glatte Oberfläche. Doch Straßenbau kostet Geld für die Gemeinde und die Anwohner.

Was steht noch auf Ihrer Agenda?

Ich möchte weitere Gewerbeansiedlungen erreichen verbunden mit steigenden Gewerbesteuereinnahmen. Da könnten wir aktiver auf Unternehmer zugehen in der Wirtschaftsförderung.

Was hat Sie veranlasst Verwaltungsmann zu werden?

Ich wurde mit meinem Abitur samt Ausbildung zur Wende fertig, wurde beim damaligen Landkreis Brandenburg als Auszubildender angestellt und in den Westen geschickt. Oktober 1990 fing ich in einer kleinen Verwaltung im Flecken Aerzen in Niedersachsen an. Von der Einwohnerzahl ist das so groß wie Kloster Lehnin. Drei Jahre Ausbildung habe ich dort gemacht zum Verwaltungsfachangestellten. Das Zutrauen zur östlichen Schulbildung war noch nicht so groß, daher war für die ostdeutschen Azubis Abitur nötig, für die übrigen reichte der 10.-Klasse-Abschluss.

War es für Sie klar, nicht in Niedersachsen zu bleiben?

Ich bin heimatverbunden. Außerdem gab es damals keine lukrativen Jobangebote.

Wie ging es weiter?

Die Personalchefs des Landkreises Brandenburg haben uns Jobangebote gemacht.

Was reizt Sie an Ihrem Job?

Ich habe mir früher nicht vorstellen können, dass Verwaltung spannend sein kann. Dabei ist sie es sehr. Sie ist abwechslungsreich, macht mir Spaß.

1993 war die Kreisreform, die die 38 Landkreise auf 14 verringerte. Die Landkreise Brandenburg, Belzig und Potsdam wurden Potsdam-Mittelmark.

Und ich wechselte dorthin.

Wie haben Sie bisher und wie jetzt Groß Kreutz (Havel) wahrgenommen?

Als ich mit meiner Familie nach Schenkenberg zog, bekam ich aus der Presse die Querelen im Amtsausschuss von Emster-Havel mit, ich konnte dazu innerlich nur den Kopf schütteln. Wie kann man Parteipolitik auf kommunaler Ebene so betreiben, das führt die Gemeinde nicht weiter. Heute ist es ein Unterschied wie Tag und Nacht. Die Kommunikation ist extrem gut aufgebaut und Verwaltung und Kommunalpolitiker arbeiten an der positiven Entwicklung der Gemeinde.

Von Marion von Imhoff

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