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Brandenburg/Havel Der Waschbär räubert in der Havelstadt
Lokales Brandenburg/Havel Der Waschbär räubert in der Havelstadt
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12:20 17.06.2017
Niedliches Gesicht, flinke Hände: ein Waschbär in Brandenburg. Quelle: Fotos: Jensen
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Brandenburg/H

Wer glaubt, in Deutschland gebe es keine Bären mehr, der irrt. Mit seinem maskierten Gesicht, flinken Pfoten und spitzen Zähne ist der Waschbär in unseren Gefilden längst heimisch geworden. Und das aufgrund seiner Fähigkeiten mit durchschlagendem Erfolg. Auch in Brandenburg an der Havel fühlt er sich pudelwohl. Denn auch hier hat er keine natürlichen Feinde.

„Der Waschbär breitet sich in den Ortsteilen mehr aus, als in der Innenstadt, weil er in den Ortsteilen mehr Rückzugsmöglichkeiten und Ruhe hat“, sagt Kai Büttner von der Unteren Jagdbehörde der Stadtverwaltung. Der Kleinbär niste sich in Baumhöhlen, Scheunen und Speichern ein, so der Experte. Aber auch verlassene Grundstücke mit Gartenlauben oder anderen geschützten Räumen seien eine attraktive Behausung.

Es hänge schlicht davon ab, wo er Nahrung findet. Und die findet er in Brandenburg zu Hauf. „Wenn die Menschen nicht aufpassen und Essensreste nicht sachgemäß entsorgen, freut sich der Waschbär“, sagt Krugpark-Leiterin Andrea Kausmann. Und was das Fressen angeht, ist er nicht wählerisch. Der kleine Bär ist Allesfresser. Er hält sich besonders gern in der Nähe von Wasser auf, weil er dort einen Großteil seiner Nahrung findet: am liebsten jede Art von Weichtieren. A

ber auch der Müll des Menschen verschmäht er nicht. „Er ist ein wirklich geschicktes Tier. Er kann mit seinen Pfoten menschenähnlich zugreifen, deswegen hat er auch kein Problem, Mülltonnen zu öffnen, Dachrinnen hochzulaufen oder lose Dachziegel anzuheben.“

Dabei müssen die Brandenburger erst seit einigen Jahrzehnten ihre Flora und Faune mit diesem cleveren Räuber teilen. „Nach dem Ende des Krieges wurde im Norden Berlins eine Pelztierfarm geschlossen“, erzählt Kausmann. „Dadurch gelangten die Tiere in die Freiheit und vermehren sich seither.“ Eigentlich sind sie nämlich in Nordamerika heimisch. Besonders für die hiesige Fauna hat der neue Bewohner Folgen. Eine Delikatesse für den Waschbären sind nämlich Vogeleier und Jungvögel. Und da er sehr gut klettern kann, sind neben Bodenbrütern auch Vogelarten gefährdet, die in Bäumen nisten.

„Es gibt Studien, die zeigen, dass der Waschbär in vielseitigen Landschaften auch verschiedentlich jagt“, so Andrea Kausmann. „Sind die Gebiete aber sehr einseitige gestaltet, etwa stark durch Landwirtschaft geprägt, räubert er auch sehr eingeschränkt, weil dann das Nahrungsangebot auch sehr dünn ist. Es hat sich gezeigt, dass dann besonders die Graureiherkolonien zu leiden haben.“

In den Augen von Kai Büttner ist die Bedrohung für die Vogelpopulation zu groß geworden. „Da der Waschbär so gut wie keine natürlichen Feinde hat, muss hier regulierend eingegriffen werden.“ In Brandenburg darf der Bär das ganze Jahr bejagt werden, mit Ausnahme von säugenden Muttertieren. „Der Waschbär wird eher zufällig erlegt“, so Büttner. „Es sei denn, dass ihm in Form einer Falle nachgestellt wird, aber das ist nur Jägern erlaubt.“

Noch ist der Waschbär aber weit davon entfernt, eine Plage zu sein. Dennoch empfiehlt Andrea Kausmann, auf andere Weise als dem Bejagen die Lage zu entschärfen. „Dem Waschbären sollte keine Nahrungsmöglichkeiten gegeben werden. Der Mensch muss sich entsprechend verhalten“, so die Wildtierexpertin. „Auch weil es in Brandenburg und Umgebung genug Nahrung und Lebensraum gibt.“

Von Annika Jensen

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