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Der erste Honig des Jahres ist da!

Zum Tag der deutschen Imkerei in Köpernitz Der erste Honig des Jahres ist da!

Die Imker in Ziesar und Umgebung haben die erste Ernte des Jahres eingefahren. Raps und Akazie (eigentlich Robinie) sind schon in den Gläsern. Honigbienen fliegen die späte Linde an. Ab August dann stellt Wanderimker Horst Krüger (61) seine Magazine am Rande des Truppenübungsplatzes Altengrabow, in der Colbitz-Letzlinger Heide und in der Wittstocker Heide auf.

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Horst Krüger aus Köpernitz gehört zu den noch wenigen Berufsimkern in der Region.

Quelle: F. Bürstenbinder

Köpernitz. Es gibt noch dutzende anderer Honigsorten, doch der Berufsimker aus Köpernitz konzentriert sich auf bodenständige Produkte. Das können Kornblume, Sommertracht oder Buchweizenhonig sein. „Majoran habe ich aufgegeben. Die Anbauflächen am Harz sind zu klein geworden“, berichtet Krüger. Die ersten Erträge, die wie flüssiges Gold viele Gläser in der Köpernitzer Imkerei füllen, machen Hoffnung auf ein gutes Honigjahr – trotz aller Hiobsmeldungen über das drohende Aussterben der Bienen.

Für den Raps war das Wetter ideal, die Blüten haben reichlich Nektar entwickelt. Nur kurz gehonigt, wie die Imker sagen, hat dagegen die falsche Akazie. Die Baumart mag zur Blüte feuchte Luft, doch es war zu trocken. Ansonsten sei er mit der bisherigen Leistung seiner rund 100 Völker zufrieden, so Imker Krüger, der sich seit 1968 in Köpernitz mit der Bienenzucht und der Honigproduktion beschäftigt. Insgesamt aber drohen Bienen zu einem Pflegefall zu werden. Das liegt vor allem am Befall von Brut und Biene mit den gefürchteten Varroa-Milben. Die Parasiten saugen Blut aus den Bienen, was die Insekten schwächt und anfällig für Krankheiten macht.

Rund 30 Prozent seines gesamten Bienenbestandes hat Krüger in diesem Winter deshalb verloren. Der Imker beugt vor, beträufelt die Wabengassen mit Oxalsäure. Ist das Haarkleid benetzt, sterben die Milben ab. Außerdem lässt der Bienenzüchter Ameisensäure in der Bienenbeute verdampfen. Doch zur völligen Ausrottung der Parasiten führen diese Gegenmaßnahmen nicht. Die Geißel der Honigbienen bedroht nicht nur Insekten zwischen Fiener Bruch und Fläming, sondern in ganz Deutschland und Europa.

Festprogramm

Zum 15. Mal richtet Krügers „Imkerei am Fläming“ in Köpernitz den Tag der deutschen Imkerei aus. Hoffest ist am Sonnabend ab 9 Uhr. Mit den Vorbereitungen sind viele Helfer aus dem Imkerverein Ziesar und Umgebung beschäftigt.
Zum Programm gehören unter anderem Besichtigungen der Imkerei. Es wird gezeigt, wie Honig aus den Waben geschleudert und wie Kerzen hergestellt werden. Zu sehen ist eine Ausstellung historischer Imkereigeräte. 20 Uhr Tanz um den Bienenkorb.

Von der Landwirtschaft eingesetzte Pflanzenschutzmittel und Monokulturen machen die Lage für die Insekten nicht gerade besser. Doch die Mitglieder des Imkervereins Ziesar und Umgebung haben wenigstens in dieser Beziehung Hoffnung. „Die von der EU forcierte Umgestaltung der Landwirtschaft führt wieder zu mehr Blühstreifen entlang von Äckern und Feldern. Dort können die Bienen nach den Haupttrachten Pollen sammeln und sich für den Winter stärken“, weiß Krüger.

Der Köpernitzer gehört zu den mittlerweile 18 Mitgliedern des Imkervereins, der seit Jahren steigende Mitgliederzahlen aufweist. In der Regel sind es organisierte Freizeitimker aus dem Amt Ziesar, Brandenburg, Kloster Lehnin und dem Jerichower Land. Erfreulich: Es gibt wieder junge Leute, die sich Bienenvölker halten. Dazu zählen auch Krügers Söhne Daniel und Marian. Wer Hobby-Imker werden will, so rät Berufsimker Horst Krüger, sollte zunächst eine Saison lang einem erfahrenen Imker über die Schulter schauen.

„Es reicht danach mit zwei oder drei Völkern zu beginnen. Über einen Imkerverein sollte der Nachwuchs einen Honig-Lehrgang besuchen, um sich Wissen über das wertvolle Naturprodukt anzueignen“, empfiehlt Krüger.

Von Frank Bürstenbinder

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