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Brandenburg/Havel Der fröhliche Witwer: Blaubart im Theater
Lokales Brandenburg/Havel Der fröhliche Witwer: Blaubart im Theater
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00:20 11.01.2018
Ritter Blaubart im Staatstheater Cottbus. Quelle: Marlies Kross
Brandenburg/H

Omnipräsent und omnipotent lässt es der blaubärtige Ritter vom hohen C am Hofe König Bobeches so richtig krachen. Dort buckeln die Hofschranzen vor dem senilen und intriganten Oberhaupt in Strumpfhosen und mit provinziellen Weltmachtsfantasien. Das Publikum wird Zeuge von Ergebenheitsgesten (Handkuss-Defilee) und „intimen Szenen im Familienkreis“, in denen Königin Clementine klarstellt, wer hier das Sagen hat.

Da kündigt Blaubart an, dem Herrscher die sechste Ehefrau-Anwärterin in kürzester Zeit vorzustellen. „Seht Soldaten, schon wieder ein Weib ohnegleichen, sagt, warum mir das Schicksal die schönsten Frauen präsentiert?“ Aber wohin mit den überschüssigen Ex-Frauen? Alchimist Popolani hat da eine Idee.

Satirische und kurzweilige Operette

Nie war Operette kurzweiliger, intelligenter, satirischer und komischer als bei dem Kölner Komponisten Jacques Offenbach (1819-1880), der in seiner französischen Wahlheimat antike Themen oder Sagen zu Gesellschaftsparodien umformte und damit den Nerv seiner Zeit traf.

Ritter Blaubart im Staatstheater Cottbus Quelle: Marlies Kross

Inszeniert von Intendant Walter Felsenstein in der genialen Übersetzung des Dramaturgen Horst Seeger, trat das lange vernachlässigte Werk in den 1960er-Jahren von Ostberlin aus einen ungeahnten Siegeszug durch Europa bis nach Asien an.

396 Aufführungen in zwei Besetzungen konnten die Begeisterung nicht stoppen. Kartennachfrage zwecklos. Skandal in der Komischen Oper: Dürfen die das?

Mutige Inszenierung

Felsenstein legte damals seine Intendanz und seine österreichische Staatsbürgerschaft (wie auch bei Anatevka – Der Fiedler auf dem Dach und Porgy and Bess) auf die Waage und gewann. Länger als 20 Jahre konnten ein amoralisch-liebenswerter Titelheld, ein unfähig-großmäuliger Herrscher und ein schlaues, selbstbewusstes Bauernmädchen mit Herz und Verstand ihre zeitlos kritischen Anspielungen vor einem entzückten Publikum ausbreiten.

Sieht man Fotos und Kommentare zur Cottbuser Inszenierung, ist man schwer erstaunt: Bühne und Kostüme erinnern stark an die damaligen Berliner Aufführungen. Im Staatstheater Cottbus sind die Zuschauer seit einem Jahr durchaus begeistert.

Die Cottbuser reisen mit dem kompletten Ensemble und ersten Solisten an. Es singen und spielen Gesine Vorberger, Carola Fischer, Matthias Bleidorn, Christian Henneberg und Andreas Jäpel. Und wenn Ritter von und zu Blaubart (Jens Klaus Wilde) einen guten Abend hat, ist das Theaterglück perfekt. Der neue 1. Kapellmeister Alexander Merzyn dirigiert die Brandenburger Symphoniker.

Vorstellungen sind am Freitag 12., Januar ab 19.30 Uhr und am Sonntag, 14. Januar, ab 16 Uhr im Großen Haus in der Grabenstraße.

Von Michael Treffehn

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