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Brandenburg/Havel Der heißeste Arbeitsplatz liegt in Wust
Lokales Brandenburg/Havel Der heißeste Arbeitsplatz liegt in Wust
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16:32 08.08.2018
Kunstschmied Wolf-Dieter Bartling hat einen Arbeitsplatz, an dem es noch heißer ist als in diesem Sommer auf der Straße. Quelle: privat
Wust

Wer über die Affenhitze klagt, sollte einmal zu Wolf Bartling (57) nach Wust fahren. An seinem Arbeitsplatz herrscht Essenhitze. Denn der Kunstschmied aus dem Brandenburger Ortsteil schafft am offenen Feuer, an der sogenannten Esse.

Statistische Erhebungen liegen nicht vor, aber eine Schmiede dürfte zu den heißesten Orten gehören, an denen jemand arbeiten kann. „Das macht mir normalerweise nichts aus“, versichert Wolf-Dieter Bartling. „Ich habe 22 Jahre lang in Südafrika gelebt und gearbeitet, dort sind die Temperaturen immer so.“

Im tollsten Sommer am offenen Feuer stehen und neben der Glut die Werkstücke zu schmieden, das gefällt dem Kunsthandwerker viel besser als im tiefsten Dezember bei Minustemperaturen in der Schmiede gleichzeitig zu schwitzen und zu frieren.

Die historische Sonnenuhr vor der Restaurierung. Quelle: privat

In der jüngeren Vergangenheit hat Wolf Bartling das klassische Schmieden zurückgefahren. Richtig große und schwere Sachen die anderthalb Tonnen wiegen, schmiedet der Bewohner eines Vierseitenhofes inzwischen nicht mehr.

Historische Sonnenuhr

„Ich konzentriere mich auf Dinge, die mir Spaß machen, Messer zum Beispiel und kleinere Skulpturen“, erzählt der Mann, der vor 14 Jahren mit seiner Frau Carol, den drei Kindern und den Eltern von Südafrika nach Wust gezogen ist.

Wolf Bartling hat vor mehreren Jahren das neue Rolandschwert geschmiedet. Im Vorwerk Hammerdamm bei Golzow hat der Kunstschmied eine historische

Die historische Sonnenuhr nach der Restaurierung. Quelle: privat

Sonnenuhr restauriert. Brandenburger werden vielleicht den schmiedeeisernen Ausleger am Stadtmuseum in der Ritterstraße kennen, der auf das Gebäude hinweist.

Für seine nicht mehr neue Heimat Wust verliert Wolf Bartling nur positive Worte. Die Familie fühle sich nach wie vor sehr wohl fühlt in dem Dorf, das seit 2003 zu Brandenburg/Havel gehört. Schon der Einstieg war damals toll.

Helfende Hände bei der Ankunft

„Völlig fremd kamen wir aus Afrika und wurden sofort gut aufgenommen“, erinnert sich Wolf Bartling an den Tag, der fast genau 14 Jahre zurückliegt. „Das ging an Tag Eins los, als Nachbarn beim Ausladen geholfen haben.“

Wust ist für die Familie klar zur Heimat geworden, auch wenn die Kinder inzwischen längst ihr Abitur am von Saldern Gymnasium gemacht haben und erwachsen sind. Tochter Candice hat Theologie studiert und lebt in Mexiko, die Zwillinge Elden und Gerald studieren Betriebswirtschaft in Berlin.

Doch immer wieder kommen die Kinder gern zu Besuch nach Wust auf den Vierseitenhof mit eingebauter Schmiede. Die Esse ist nicht mehr jeden Tag an, je nach Auftragslage arbeitet der Kunstschmied wochenlang jeden Tag und dann gibt es wieder mal mehrere Tage Pause geben – unabhängig davon, wie heiß es gerade draußen ist.

Kunstschmied Wolf Bartling hat diesen Ausleger am Stadtmuseum geschmiedet. Quelle: privat

Von Jürgen Lauterbach

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