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Brandenburg/Havel Der letzte Dorfladen: Gedanken ans Aufgeben
Lokales Brandenburg/Havel Der letzte Dorfladen: Gedanken ans Aufgeben
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20:20 22.08.2016
Dajana Siebert an der Kasse. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Wollin

Vom Baby-Boom in der Kita weiß Dajana Siebert nur vom Hörensagen. Bei ihr kaufen hauptsächlich die Alten und die Vergesslichen ein. Gesprächsstoff im Tico Kaufquell sind die 16 Beerdigungen, die es in diesem Jahr in Wollin schon gab. „Meine Stammkundschaft wird immer weniger. Manchmal denke ich ans Aufhören“, meint die Einzelhändlerin, die sich seit 2009 mit dem einzigen Dorfladen zwischen Brandenburg und Görzke über Wasser hält.

Doch die Chefin hängt nicht nur am alten Konsum, sondern an den Kunden, die ihr die Treue halten. Als die Deutsche Post vor drei Jahren ihre Filiale bei Dajana Siebert dicht machen wollte, forderten prompt 700 Menschen mit ihrer Unterschrift den Fortbestand der Annahmestelle. Der Konzern besann sich eines Besseren. Die Einzelhändlerin nimmt wieder Retoursendungen an, verkauft Briefmarken, kümmert sich um Einschreiben und Pakete. Der Verkauf von Postdienstleistungen ist ein Zubrot, auf das der Dorfladen schwer verzichten kann. Mit Anita Rawolle und Ingrid Schmidt hat Dajana Siebert zwei Verkäuferinnen, die stundenweise im Laden stehen.

Die Damen sorgen dafür, dass man sich in Wollin mit allem versorgen kann was zum Überleben auf dem Lande gebraucht wird. Es gibt Blumenerde, Grillfleisch, Blumen, einen Wäschereiservice, Katzenfutter und Gasflaschen können die Kunden auch tauschen. Mehrere hundert Artikel hat Tico Kaufquell auf rund 100 Quadratmeter Verkaufsfläche im Sortiment. Bestellt wird beim Großhändler. „So billig wie beim Discounter kann es bei mir nicht sein. Aber meine Kunden sind froh, dass es überhaupt noch einen Laden vor ihrer Haustür gibt“, so Dajana Siebert, die den Beruf der Einzelhandelskauffrau einst bei Familie Melchert in Wusterwitz erlernte.

Bei zuverlässigen Kunden schreibt sie schon mal an, wenn am Monatsende das Geld knapp ist. Selbstständig sein wollte die Brandenburgerin schon immer, doch das wirtschaftliche Überleben als Einzelkämpferin wird schwerer. Die Leute kaufen vor allem Kleinigkeiten. Den großen Wochenendumsatz gibt es in Wollin nicht. Der Donnerstag ist der umsatzstärkste Tag vor dem Wochenende. Wenn der Wolliner Bäcker Urlaub hat, wird es im alten Konsum etwas voller. Denn frische Brötchen gibt es bei Dajana Siebert auch. bür

Von Frank Bürstenbinder

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