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Der neue Industrie-Optimismus

ZAB-Chef Kammradt beim Wirtschaftsrat der CDU Der neue Industrie-Optimismus

Wirtschaftlichen Optimismus ausstrahlen gehört zu den Aufgaben von Steffen Kammradt (49). Der Chef der Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB) machte diese Pflicht zur Kür bei seinem Auftritt in Brandenburg/Havel beim Wirtschaftsrat der CDU. Das Land im Blick, hat Kammradt Firmen aus der Schweiz, China und den USA als aussichtsreiche Investoren im Visier.

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Steffen Kammradt leitet die Zukunftsagentur Brandenburg.

Quelle: Julian Stähle

Brandenburg/H. Mut machen und wirtschaftlichen Optimismus ausstrahlen gehört zu den Aufgaben von Steffen Kammradt (49). Der Chef der Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB) machte diese Pflicht zur Kür bei seinem Auftritt im Hotel Axxon in Brandenburg/Havel, wo er auf Einladung des Wirtschaftsrates der CDU über die „Renaissance der Industrie“ im Land sprach. Brandenburg immer im Blick, hat er Unternehmen aus der Schweiz, China und den USA als aussichtsreiche Investoren im Visier.

Die Gesellschaft ZAB ist so etwas wie die zentrale Wirtschaftsförderung fürs ganze Land. Daher bilanzierte deren Geschäftsführer Kammradt die industrielle Entwicklung des Landes im Hinblick auf Investitionen und Innovationen. Von den 824 Millionen Euro, die Brandenburgs Unternehmen im vergangenen Jahr investiert hätten, seien zwei Drittel, nämlich 523 Millionen Euro, auf die Industriebetriebe im Land entfallen.

Mehr als 3000 Arbeitsplätze wurde laut Kammradt geschaffen, davon gut 1700 in der Industrie. „Solche Zahlen haben wir seit Jahren nicht gehabt“, schwärmte der ZAB-Chef. Dabei strich er besonders den Aufbau im Brandenburger Getriebewerk der ZF Friedrichshafen AG heraus.

Das Unternehmen in der Caasmannstraße stehe für die signifikante Entwicklung in der Brandenburger Automobilzuliefererindustrie. Kammradt sprach angesichts von 58 zusätzlichen Arbeitsplätzen und der 120-Millionen-Euro-Investition in die Doppelkupplungsgetriebe-Produktionslinie von einer „großen Erweiterung“.

Der ZAB-Chef sieht sich in Bezug auf ZF in seiner Einschätzung bestätigt, dass es mindestens ebenso wichtig sei, bestehende Betriebe weiterzuentwickeln wie neue anzusiedeln. Zum Beispiel in Brandenburg das Abfallverwertungsunternehmen TSR Remine. Deren zwölf Millionen Euro teure Ansiedlung unterstützt das Land Brandenburg zwar mit Fördergeld. Zugleich lässt es den Investor geraume Zeit auf die Genehmigung warten, wie Remine-Projektmanager Andreas Blohm in der Diskussion mit dem ZAB-Geschäftsführer Chef zum Ausdruck brachte

Was Neuansiedlungen angeht, erkennt Kammradt Potenziale deutlich außerhalb der Landesgrenzen. Natürlich gehöre es sich nicht für die ZAB, Unternehmen aus anderen Bundesländern abzuwerben. Doch stünden Betriebe etwa in Baden-Württemberg vor dem Problem, dass sie oft keinen Platz und vor Ort keine geeigneten Arbeitskräfte hätten, um am eigenen Standort zu wachsen. Auch deshalb sei das Thema Fachkräfte und Fachkräftegewinnung für Brandenbgr so wichtig.

Was für Baden-Württemberg zutrifft, sieht der frühere Sprecher des Wirtschaftsministeriums auch als eine Möglichkeit für wachstums- und expansionswillige Firmen anderer Staaten. Zu kultivieren seien die Kontakte der ZAB zum „Schwerpunktland Schweiz“, aber auch zu China und den USA.

Ein wenig Wasser in den Wein des Chefwirtschaftsförderers kippte der preisgekrönte Brandenburger Medienunternehmer Klaus-Peter Tiemann. Er erlaubte sich darauf hinzuweisen, wie bedeutend die an einem Ort bestehende Breitband-Infrastruktur für Unternehmen ist, die sich neu orientieren.

Was die Internetversorgung angeht, so liegt Deutschland unter 26 Industrienationen laut Tiemann nur auf Platz 20. Und das Land Brandenburg belege in dieser Hinsicht im breitbandschwachen Deutschland nur den 16. und damit letzten Platz. Klaus-Peter Tiemann: „Wirtschaft ist Infrastruktur und die Infrastruktur ist schlecht.“

Metallunternehmer Klaus Windeck findet das Tempo deutlich zu langsam, mit dem die Politik das wirtschaftliche Potenzial von Flüchtlingen aufgreift und umsetzt. Kammradt gab ihm insofern Recht, dass die nach Deutschland kommenden jungen Leute „potenzielle Azubis“ seien.

Von Jürgen Lauterbach

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