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Der tiefenentspannte Buga-Gast

Träumen unter Bäumen Der tiefenentspannte Buga-Gast

Liegestühle, Riesen-Kissen und XXL-Bänke laden auf der Buga in der Havelregion zum Ausruhen ein. Für die Besucher der Bundesgartenschau sind sie fast so wichtig wie die Blumen, haben viele doch eine weite und strapaziöse Anfahrt hinter sich. So pausieren die Buga-Gäste, schlummern sogar und träumen von Rosen und Ranunkeln.

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Karin und Matthias Kreißl aus Sachsen nutzen eine Holzbank am Packhof für eine Pause.

Quelle: Marion von Imhoff

Brandenburg an der Havel. Fast ebensolche Hingucker wie die bunten Blütenmeere sind auf der Bundesgartenschau in der Havelregion auch die Ruhe-Inseln. XXL-Parkbänke, knallbunte Riesenkissen, Liegeschirme mit Kussmund und noch nie gesehene hölzerne Wipp- und schrillfarbene Plastikstühle bieten auf dem gesamten Buga-Areal den hunderttausenden Besuchern die Möglichkeit sich auszuruhen.

Ingrid Lenz aus der Nähe von Heidelberg hat sich auf dem Marienberg im Schatten einer alten Eiche rücklings auf ein quietschgrünes Riesenkissen fallen gelassen. Mit ihrem Mann zusammen hat sie bereits vier der fünf Buga-Orte besucht, jeweils mit dem Bus von ihrem Hotel in Magdeburg aus. „Ausruhen ist wichtig. Wir sind ja die ganzen Tage jeweils unterwegs“, sagt die 70-Jährige. Ihre Bekannte und ihr Mann pausieren weniger Meter weiter auf Plastikstühlen. 30 Minuten Abschalten, das gehört zur Buga wie die Blumen.

Ingrid Lenz entspannt auf dem Marienberg auf einem XXL-Sitzkissen

Ingrid Lenz entspannt auf dem Marienberg auf einem XXL-Sitzkissen.

Quelle: Marion von Imhoff

Ein paar Schritte entfernt haben Edda Schulz aus Berlin und ihre beiden Freundinnen ihr Picknick auf einer der breiten Holzbänke ausgebreitet. Gurke und Stulle. „Wir haben uns etwas mitgebracht“, sagt die 70-Jährige. „Es ist wunderschön und erholsam, sich auf diese Weise auszuruhen.“

Futuristische Holzliegen

Wenige Tage zuvor, als die Temperaturen die 30 Grad geschrammt hatten, lag auf einem der Riesenkissen am Fuße des Weinbergs ein junger Mann und schlief. 20 Meter weiter sonnte sich ein Mittdreißiger mit nackten Oberkörper in der Sonne.

Am Packhof hatten sich da die Kreißls auf eine futuristische Holzliege an der Havel am Packhof niedergelassen. Das Paar aus dem Erzgebirge würde dem Riesenstuhl mit weit nach hinten ausladender Lehne keine Top-Bewertung geben. „Aber Holz ziehen wir bei Sitzgelegenheiten vor“, sagt Matthias Kreißl.

Im Schneidersitz in der Halbkugel

Im Schneidersitz in der Halbkugel: Nurcahaya Funk am Packhof.

Quelle: Marion von Imhoff

Als wäre sie in diesem Moment ganz bei sich und vermutlich ist sie das gerade auch – so tiefenentspannt wirkt Nurcahaya Funk aus Hessen auf einer geschnitzten Ruhe-Insel vor dem Mittelmark-Pavillon. Die Hausfrau hat sich mit ihrer Familie drei Tage Zeit für die Bundesgartenschau genommen. Nun checkt sie auf ihrem Handy die Mails aus der Heimat. Als sie den wie eine Halbkugel wirkenden Stuhl erblickte, zog sie kurzerhand die Schuhe aus und nahm im Schneidersitz auf ihm Platz. „Es ist angenehm, man wippt so schön“, schwärmt die 53-Jährige.

Nicht anders ergeht es einem Mittfünfziger, der auf einem gefederten Stuhl keine drei Meter neben ihr hin und her wippt. Der Mann hat Spaß. „Wacklige Angelegenheit“, steht auf einem grünen Schild am Stuhl. „Hier wird das motorische Sitzen geschult.“ Gefertigt haben diese Außenmöbel-Stücke Tischler der Firma „Merry-go-round“ von Ulrich Paulig aus Teltow. Futuristisch und anziehend zugleich wirken sie und der Buga-Gast kann sich dem Charme der Möbel nicht entziehen.

„Anfangs hart, jetzt aber bequem“

Auf einer Liege – ausreichend breit für drei Menschen – döst Familie Meurer. Der Professor für Lebensmitteltechnologie aus Neubrandenburg hat entspannt seine Augen geschlossen, seine Frau Angela (52) und seine Mutter Gisela (76) plaudern im Flüsterton. Der Schatten eines alten Baumes bietet ihnen Sonnenschutz. „Das genießen wir hier in vollen Zügen“, sagt Angela Meurer, von Beruf Eheberaterin von der Katholischen Kirche. „Anfangs fühlte sich die Bank hart an, aber jetzt ist es ganz bequem.“

Familie Meurer träumt auf der Buga

Familie Meurer träumt auf der Buga.

Quelle: Marion von Imhoff

Die Sitzgelegenheiten auf der Buga haben ganz verschiedene Funktionen. „Sie bieten die Möglichkeit, einen Ort länger und bequemer aus verschiedenen Blickwinkeln wahrzunehmen“, sagt Projektkoordinator und Landschaftsarchitekt Thorsten Graser. Zum Teil sind die Bänke von Künstlern gestaltet worden wie die Schaukelliegen am Packhof. Dort locken auch Plastiksessel nahe des Ufers zum Verweilen. Auf dem Marienberg sind bunte Plastikstühle verteilt. „Da ist auch immer Bewegung drin. Die Leute nehmen sie sich und stellen sie dort hin, wo sie sie brauchen. Gerade die bunten Sitzsäcke sind beliebt. Die Leute nehmen sie, fläzen sich drauf, lesen oder dösen“, berichtet Thorsten Graser. „Diese Ruhepole sind einfach sehr wichtig auf der Buga.“

Bankgeflüster

Genau 1500 Stühle hat der Buga-Zweckverband für die Bundesgartenschau angeschafft. Sie stehen verteilt an den fünf Standorten. Hinzu kommen 25 Liegen aus Holz und Kunststoff, 30 Sitzhocker, fünf Sitzringe und 40 Sitzsäcke. Ergänzt werden diese Sitzgelegenheiten in den Parkanlagen durch schon vorhandene Bänke.

Nach der Bundesgartenschau werden viele Ausstattungen des Zweckverbandes von den Buga-Städten abgekauft. „Die Verhandlungen laufen gerade“, sagt Pressesprecherin Amanda Hasenfusz. Nach dem Ende der Gartenschau können auch interessierte Bürger einzelne Bänke und Stühle oder anderes vom Zweckverband abkaufen.

Von Marion von Imhoff

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