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Der trickreiche Tanz der Turbotrecker

Das besondere Sportfest von Trechwitz Der trickreiche Tanz der Turbotrecker

Alle zwei Jahre lockt das Trechwitzer Treckertreffen zuverlässig mehrere tausend Zuschauer ins Dorf. Diesmal sind rund 60 Teilnehmer am Start, die jüngsten sind sechs Jahre jung, die weiteste Anreise hatte eine Wolfsburger Familie mit beruflichen Wurzeln im Schönebecker Traktorenbau.

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Tolle Gefährte gab es in Trechwitz zu bestaunen.

Quelle: Julian Stähle

Trechwitz. Wilfried Schneider (58) hat schon einige Pokale im heimischen Schrank stehen. Schließlich ist der kräftige Mann aus Lehnin schon ein Urgestein des Treckertreffens von Trechwitz. Seit der Wende hat er keinen Wettkampf auf dem Sport- und Festplatz des Kloster Lehniner Ortsteils verpasst. Am Sonntag startet er zweimal, unter anderem mit seinem 14 PS-Eigenbau, 1978 gebaut für die eigene Landwirtschaft und seither nimmermüde.

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Ein Riesengaudi: Am Sonntag, 6. September 2015, kommen trotz Regens Tausende zum traditionellen Treckertreffen nach Trechwitz (Potsdam-Mittelmark) und feuern die 60 Teilnehmer beim Geschicklichkeitsparcours an.

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Von den rund 60 Teilnehmern der Gaudi, dis längst weit über die Grenzen Kloster Lehnin hinweg strahlt, kennen sich viele, sind die meisten Stammteilnehmer beim Traktorentanz des Trechwitzer Freizeit- und Jugendvereins. Alle zwei Jahre lockt dieses Sportfest der Landmaschinensuperlative zuverlässig mehrere tausend Zuschauer ins Dorf.

Trotz des Regenwetters stehen wieder 2000 Zuschauer am Rand der Arena oder an einer der zahlreichen Imbissbuden. Zu sehen bekommen sie wendige und 3 bis über 60 PS starke Trecker, die meisten aus dem Hause Eigenbau.

Mit schwerem Gerät durch den Geschicklichkeitsparcours

In der Kategorie gehen die Teilnehmer in vier nach Pferdestärken gestaffelten Klassen an den Start, tanzen mehr oder weniger gekonnt mit schwerem Gerät durch den Geschicklichkeitsparcours – im Slalom, auf nur zwei Rädern und mit einem Zwischenstopp, um in Windeseile einen Basketball möglichst in den dazu gehörigen Korb zu befördern.

Eine Staublunge muss diesmal kein Teilnehmer oder Zuschauer befürchten beim anschließenden Rennen auf Tempo über Stock und Stein, über Lehmberge und durch den Wassergraben. Denn der Regen hat den Untergrund in diesem Jahr feucht und schwer gemacht. Der Rauch kommt einzig vom Dieselmotor.

Der Wettkampf ist auch Schauplatz für so manchen Nahkampf, etwa zwischen Vorjahreschampion in der Klasse 11 bis 30 PS, Konrad Mahler, und seinem Nachbarn, dem ebenfalls aus Damsdorf stammenden Michele Sternsdorf. der seinem Kontrahenten bestens Paroli bietet.

Früh sammelt der Freizeit- und Jugendverein die Ideen fürs Fest

Konrad Mahler gehört zu den Aktivposten des Vereins und der Trechwitzer Treckertreffens. Von dem 10 bis 15 Mann starken Organisationsteams lieferten er sowie Olaf Manzke und Björn Dähne die meisten Ideen für den diesjährigen Parcours.

Mit jedem Durchlauf steigt die Zuschauerzahl. Längst ist kein ordentlicher Parkplatz mehr im Dorf zu bekommen. Drei bis sechs Monate vor dem Großereignis sammelt der Freizeit- und Jugendverein die Ideen fürs Fest, berichten die Cousins an der Vereinsspitze, Steven und Sebastian Gaidecka. Die letzten Wochen sind dann mit der unmittelbaren Vorbereitung ausgefüllt, in der Zeit werden Händler gewonnen, Plakate in der Region aufgehängt, die Werbetrommel gerührt, am eigenen Trecker noch gefeilt.

In sieben Klassen wird der Parcours bewältigt: Eigenbau, Oldies, Kinder, freie Klasse. Der am weitesten angereiste Teilnehmer ist diesmal Ole Schröter aus Wolfsburg, dessen Vater Jens einst im Traktorenwerk Schönebeck beschäftigt war. Das aus dieser Zeit stammende, wettkampftauglich umgebaute kleine blaue Wunder hat sechs PS und lässt sich problemlos durch die Arena steuern.

Spaß an der bullig wendigen Technik auf Rädern

Fast jedes Gefährt hat seine Geschichte. so wie die 26-PS-Maschine von Jan Meiser (25), die vor rund 30 Jahren der Urgroßvater erbaut hat.

Der sportliche Ehrgeiz fährt zwar mit, es gibt Zeitabzüge beim Auslassen von Hindernissen. Vor allem aber geht es in Trechwitz ums Vergnügen und die Spaß an der bullig wendigen Technik auf Rädern.

„Die Technik hat man im Griff, der Parcours stellt kein besondere Herausforderung für geübte Treckerfahrer dar“, berichtet Wilfried Schneider, dessen Sohn Gerhard ebenfalls mit einem 55-PS-Kraftprotz aus rumänischer Produktion an den Start geht.

Früh übt sich übrigens das Treckertalent. Die jüngsten Teilnehmer, Emily Schneider und Max Gutschmidt aus Lehnin, sind gerade einmal sechs Jahre alt. Da bleibt noch viel Zeit, den heimischen Schrank mit Pokalen zu füllen.

Von Jürgen Lauterbach

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