Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° Sprühregen

Navigation:
Deutlich weniger Touristen nach Buga-Ende

Hoffen auf nachhaltige Wirkung Deutlich weniger Touristen nach Buga-Ende

Fast zwei Wochen nach Ende der Bundesgartenschau stellen Handel und Gewerbe in Brandenburg an der Havel deutliche Umsatzrückgänge fest. Es überwiegt dennoch die Hoffnung, von der Buga auch im nächsten Jahr zu profitieren. Einige Hotels wie das Sorat erleben aber auch den Andrang besonderer Gäste, die erst nach der Buga anreisen wollten.

Voriger Artikel
Syrische Flüchtlinge verteilen Rosen
Nächster Artikel
Wolliner Stellmacher werkelt noch als Senior

Die Stadt ist nach der Buga deutlich leerer geworden.

Quelle: dpa-Zentralbild

Brandenburg an der Havel. Fast 1000 Männer und Frauen haben durch die Bundesgartenschau Arbeit in der Region gefunden. Parkwächter und Gärtner ebenso wie Landschaftsarchitekten und Planer. Allein 65 Mitarbeiter zählte das Kernteam des Buga-Zweckverbandes. „Zudem hat der Zweckverband 160 Personen über den zweiten Arbeitsmarkt befristet beschäftigt“, sagt Geschäftsführer Erhard Skupch. Doch längst nicht mehr alle sind auch noch knapp zwei Wochen nach Ende der Gartenschau dabei. „Einige haben schon gekündigt, weil sie etwas Neues gefunden haben“, sagt Buga-Sprecherin Amanda Hasenfusz. „Ab Mitte November sind fast alle Mitarbeiter nicht mehr aktiv beim Zweckverband tätig“, so Skupch. Die allermeisten Beschäftigungsverhältnisse enden zum 31. Dezember ohnehin. „Vier Mitarbeiter für Finanzen unter anderem werden noch bis Mai 2016 beim Zweckverband beschäftigt sein, so Skupch. Sie werden die Abrechnungen, Jahresabschlüsse und den Wirtschaftsplan 2016 aufstellen. „2016 erfolgt die Vorbereitung der planmäßigen Auflösung des Zweckverbandes.“

Das Ende der Buga – es ist zu spüren in Brandenburg. Die Wirtin eines Gasthauses nahe der Hauptstraße sagt, „es sind doch gar keine Leute mehr in der Stadt“. „Die Stadt ist leerer geworden, das ist zu merken“, sagt Thomas Krüger von der Stadtmarketing- und Tourismusgesellschaft Brandenburg mbH (STG). „Es kommen zwei Sachen zusammen, das Ende der Reisesaison und das Ende der Buga.“ Die STG erarbeitet derzeit neue Angebote „rund ums Wasser“ mit ihren Tourismus-Partnern für einen Nachhall-Effekt der Bundesgartenschau im nächsten Jahr. Die Nachfrage von Busgesellschaften sei gewachsen, stellt Krüger fest.

Schon während der Bundesgartenschau hat der Buga-Bimmelbahnfahrer vom Marienberg angekündigt, „am 18. Oktober werde ich mich wohl wieder beim Arbeitsamt arbeitslos melden müssen“.

Einen starken Anstieg der Arbeitslosenzahlen gab es bisher glücklicherweise jedoch nicht. „Es haben sich vereinzelt schon einige arbeitslos gemeldet, die auf der Buga beschäftigt waren“, sagt Isabell Wolling, Sprecherin der Agentur für Arbeit in Potsdam. „Wir wissen aber auch, dass einige Unternehmen bestrebt sind, Mitarbeiter, die befristet eingestellt waren und sich bewährt haben, zu halten, weil sie wissen, wie schwierig es ist, Beschäftigte für die Gastronomie zu finden.“

Judith Nauendorff, Chefin des Sorat-Hotels, hatte während der Gartenschau 46 Beschäftigte. „Wir rechnen damit, die Zahl der Mitarbeiter zu reduzieren“, sagt sie. Einige aber sollen im April zu Beginn der neuen touristischen Saison wieder zurückkehren dürfen ins Sorat. Derzeit kämen viele Geschäftsreisende ins Sorat, die ihre Aufenthalte wegen des Buga-Ansturms in den Herbst gelegt hätten. „Wir hatten unsere Vertragspartner im Vorfeld informiert, jetzt holen wir die Ernte ein“, nennt das Judith Nauendorff. Bis Ende Dezember werde sich zeigen, wie viele Beschäftigte weiter bleiben können, so Judith Nauendorff. Jetzt würden viele von ihnen Urlaub nehmen, was während der Bundesgartenschau schwierig war, oder ihre Überstunden abbummeln. „Die Bundesgartenschau hat absolut was gebracht. Die Gäste, die kommen wieder“, lautet die feste Meinung der Hotel-Chefin.

Michael Kilian, Vorsitzender des Brandenburger Gewerbeverbandes, spricht von spürbarem Umsatzrückgang in Handel und Gewerbe. „Die Buga war ein sehr großer Erfolg für Gastronomie und Hoteliers. Die Belebung war überall positiv aufgefallen, auch bei Branchen, die nicht unmittelbar mit der Buga zu tun hatten, wie Reinigungsdienste“, so Kilian. „Es war zu merken, dass durch die Bundesgartenschau auch an vielen Wochenenden Touristen in die Stadt Brandenburg strömten und Kapital brachten, was die Brandenburger nicht gewöhnt waren. Alle schauen jetzt, wie entwickelt es sich 2016. Kann man den Schwung wiederbeleben?“

Von Marion von Imhoff

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg/Havel

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg