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Diamant-Paar: Was 60 Jahre Eheglück bedeuten

Brandenburg an der Havel Diamant-Paar: Was 60 Jahre Eheglück bedeuten

60 Jahre Zweisamkeit: Margot und Wolfgang Moratz aus Brandenburg an der Havel feiern am Donnerstag ihre Diamantene Hochzeit. Ihr gemeinsames Leben hat viele Wendungen genommen. Was ist ihr Rezept für eine so lange Ehe?

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Margot und Wolfgang Moratz aus Brandenburg an der Havel feiern am Donnerstag, 15. Februar, ihre Diamantene Hochzeit.

Quelle: Rüdiger Böhme

Brandenburg/H. 60 Jahre Zweisamkeit: Margot und Wolfgang Moratz aus Brandenburg an der Havel feiern am Donnerstag ihre Diamantene Hochzeit. Aber wer jetzt erwartet, dass es eine große Feier gibt wird, enttäuscht. „Den Tag wollen wir beide nur für uns ganz allein haben“, sagt die 78-jährige Margot Moratz und lächelt ihren Wolfgang (81 Jahre) an. Sie werden schön essen gehen und dann mal sehen, wie sie das Jubiläum so verbringen. Auf jeden Fall wollen sie einen schönen Tag haben.

Bevor es bei Margot und Wolfgang so richtig gefunkt hatte, verging schon einige Zeit. Margots Bruder war Wolfgangs bester Freund und er regelmäßiger Gast bei ihrer Familie. Doch der ältere Wolfgang beachtete Margot kaum, sprach sie nie an, obwohl sie sich immer sahen bei ihr zu Hause oder in der Schule.

Der Bruder als Heiratsvermittler

Dann kam er eines Tages vom Tanzen und hatte dort nur Körbe bekommen. „Enttäuscht erzählte Wolfgang das meinem Bruder, und der sagte ihm prompt, warum er sich das antue, da gebe es doch eine, die schon lange in ihn verknallt sei“, erzählt Margot mit einem schelmischen Lächeln. Und das sei eine Liebe, die bis ins Alter anhalte.

Der geborene Berliner Wolfgang Moratz hat eine wahre Odyssee hinter sich. Im Krieg wurde er nach Ostpreußen evakuiert, von da ging es auf der Flucht vor den Russen ins Sudetenland, wo er auch das Kriegsende erlebte. Von dort wurden aber nach dem Krieg alle Deutschen vertrieben. So kam er mit seiner Mutter in einem Transport über Genthin als Zwischenstopp in ein Quarantänelager nach Kirchmöser.

Als Maschinenschlosser und Traktorist gerackert

Hier konnten sie sich aussuchen, wo sie künftig leben wollten und seine Mutter entschied sich für Wusterwitz. Dort beendete er auch seine Schule. Später lernte er Maschinenschlosser im Walzwerk in Kirchmöser. Im Programm „Kader aufs Land“ arbeitete Wolfgang Moratz nach der Lehre zwei Jahre in der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft in Rogäsen als Traktorist.

Danach ging er ins Reichsbahnausbesserungswerk in Kirchmöser wieder als Schlosser. 1970 zog die Familie nach Brandenburg an der Havel. Wolfgang Moratz arbeitete als Schlosser bei der Bahn. Mitte der 1980iger-Jahre wechselte er noch einmal seine Arbeit und war Hausmeister im Heidekrug, wo damals ausländische Arbeiter wohnten. Zur Wende war er kurz arbeitslos, bis er in Rente ging.

In Schlesien geboren und nach dem Krieg geflüchtet

Margot Moratz, die in der Stadt Glatz in Schlesien geboren wurde, kam 1946 auf der Flucht mit ihrer Familie ebenfalls in Kirchmöser an. Von dort zogen sie nach Viesen, weil ihre Mutter sagte, auf dem Dorf da gibt es was zu essen. Aber so einfach war das auch nicht. Immerhin waren sie vier Geschwister, deren Münder zu stopfen waren. Zur Schule ging Margot in Rogäsen und weil Geld herangeschafft werden musste, arbeitete sie schon als 15-Jährige ohne Lehre im Walzwerk in Kirchmöser. Später zogen sie auch in den Brandenburger Ortsteil. Eine nächste Arbeitsstation war der Obst-, Blumen- und Gemüsehandel in Plaue, wo Margot Moratz Verkäuferin war.

Zwei Töchter zur Welt gebracht

Das Ehepaar bekam zwei Töchter, die 1958 und 1959 geboren wurden. Als beide Kinder größer waren, konnte Margot Moratz wieder als Verkäuferin arbeiten. Zuerst im Konsum in Wusterwitz und nach dem Umzug nach Brandenburg an der Havel in der „Wäschetruhe“ in der Steinstraße. „Das hat mir am meisten Spaß gemacht,“ berichtet die quirlige Rentnerin. Bis zur Rente arbeitete sie noch zwei Jahre in der Küche im Städtischen Klinikum in Brandenburg an der Havel.

Gemütliche Wohnung am Paulikloster

Die beiden Jubilare fühlen sich in ihrer kleinen Wohnung gegenüber dem Paulikloster wohl, wie sie sagen. Wolfgang Moratz, der ehemalige aktive Boxer und Trainer bei Lok Kirchmöser, geht jeden Tag eine Runde spazieren und seine Frau Margot begleitet ihn ab und an. Boxen ist immer seine Leidenschaft gewesen. Zehn Jahre war aktiv und 22 Jahre war er Trainer. Seine Frau hat ihn immer darin bestärkt und unterstützt.

Noch heute treffen sie sich einmal im Jahr mit den alten Sportfreunden und schwelgen in Erinnerungen. Eine andere Leidenschaft von Wolfgang Moratz ist das Umziehen. Er würde am liebsten noch einmal in eine andere Wohnung wechseln, aber seine Frau sagt, jetzt sei es genug. „Wir haben es hier doch so schön.“

Am 60. Hochzeitstag der Eheleute Moratz werden wohl die beiden Töchter mit ihren Familien, den drei Enkeln und einem Urenkel zum Gratulieren und Feiern kommen.

Von Rüdiger Böhme

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