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Diamantpaar: Sie lieben sich seit 60 Jahren

Brandenburg an der Havel Diamantpaar: Sie lieben sich seit 60 Jahren

Liebe ist, sich auch nach so langer Zeit mal auf die Schippe nehmen zu können. Inge und Kurt Grothe feiern am Donnerstag in Brandenburg an der Havel diamantene Hochzeit. Und haben immer noch viel Spaß miteinander. Die MAZ hat die beiden anlässlich ihres Jubiläums besucht.

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Durch ihre temperamentvolle Art und sein ruhiges Gemüt ergänzen sich Grothes bereits seit über 60 Jahren.

Quelle: Charlotte Klimas

Brandenburg/H. „Ich müsste eigentlich eine Durchhalteprämie von der Stadt Brandenburg erhalten“, sagt Inge Grothe, 78. „Dann müsste mir aber das Bundesverdienstkreuz verliehen werden“, erwidert Ehemann Kurt, 81. Das Ehepaar lacht.

Nach mehr als 60 Jahren Zweisamkeit können sich die Rentner am Tag ihrer diamantenen Hochzeit immer noch gegenseitig auf die Schippe nehmen. Genauso lebhaft, wie Inge und Kurt Grothe heute die Anfänge ihrer Partnerschaft Revue passieren lassen, ist auch der Abend ihrer ersten Begegnung gewesen.

Die Musik im Blut gehabt

Als Tochter eines Musikers hat die 17-Jährige Inge den Rhythmus förmlich selbst im Blut gehabt. Auf einer Veranstaltung in einem kleinen Dorf am Schaalsee in Mecklenburg-Vorpommern hat sie Kurt, einen Grenzpolizisten der Volksarmee, kennen gelernt. „Das Tanzen mit so vielen Grenzern war ein groß, es Vergnügen“, sagt Inge Grothe, die zusammen mit ihren Freundinnen oft zu den Kameradschaftsabenden eingeladen worden ist. „Damals haben wir noch in Paaren getanzt“, erinnert sich der 81-Jährige, „und uns besonders auf die zum Schluss gespielten Westschlager gefreut.“

Bereits ein Jahr später sind sie verlobt. Ein Jahr darauf folgt die Eheschließung. „Der 23. März war ein recht stürmischer Tag – wie unsere Ehe“, wirft Kurt Grothe ein. Die Hochzeit sei aber kein Muss gewesen – die erste Tochter wird erst 1958 im neuen Wohnort Brandenburg/Havel geboren. 1961 bekommt sie eine kleine Schwester. „Am schönsten in unserem gemeinsame Leben war die Geburt unserer Kinder“, sagt der Vater, der vor dem dreijährigen Militärdienst in Mecklenburg-Vorpommern im Stahlwerk in der Havelstadt gelernt hat.

„Über Probleme muss man sprechen“

Auch an die engen Freundschaften und den guten nachbarschaftlichen Beziehungen in der neuen Heimat erinnern sich beide gerne zurück. Das gemeinschaftliche Miteinander ist für das Paar selbst immer von Bedeutung gewesen. „Eine Liebe wie am ersten Tag gibt es nicht“, sagt die Rentnerin. Meinungsverschiedenheiten gebe es überall und werde es immer geben. Für Grothes hat deshalb auch die Kommunikation stets an erster Stelle gestanden. „Über Probleme muss man sprechen und sie dann aus der Welt schaffen“, betont die ehemalige Verkehrskauffrau.

Mit Ausnahme von fünf Reha-Aufenthalten sind die Rentner nie voneinander getrennt gewesen. Für die Zukunft wünschen sie sich, ihre Selbstständigkeit so lange wie möglich gemeinsam genießen zu können.

Von Charlotte Klimas

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