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Dichterschlacht und Musiker-Basar

Brandenburg an der Havel Dichterschlacht und Musiker-Basar

Malerei, Installationen, Poetry Slam oder Instrumentenflohmarkt: Bei der sechsten Auflage des Brandenburger Kleinkunstfestivals gab es die Auswahl und einen Besucherrekord an ungewöhnlichen Kultur-Orten – etwa im Saunafass im Slawendorf, im alten Elektrizitätswerk oder im Interkulturellen Zentrum.

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Großen Publikumsandrang gab es im alten E-Werk, hier beim Poetry-Slam-Wettbewerb.

Quelle: Christine Lummert

Brandenburg/H. „In diesem Jahr haben wir einen Quantensprung bei den Besucherzahlen gemacht“, freut sich Dirk Ehlert, einer der Organisatoren des Brandenburger Kleinkunstfestivals.

Zum sechsten Mal waren Kunstschaffende aus der Stadt Brandenburg dazu aufgerufen sich mit ihren Werken zu zeigen. Von Musik über Malerei und Installationen, bis hin zu Schauspiel, Lesungen und Performance-Kunst war an drei Orten in der Stadt von Freitag bis Sonntag vieles zu sehen.

„Mit dem Interkulturellen Zentrum haben wir ein Haus dabei, das wir schon öfter bespielt haben. Das Slawendorf und das alte Elektrizitätswerk nutzen wir für unsere Veranstaltungen hingegen zum ersten Mal“, erklärt Ehlert. Als etablierter Ort im Brandenburger Veranstaltungsprogramm hat das Slawendorf mit dem mobilen Saunafass, Konzerten, Schauspielaufführungen und Zirkusshow die Besucher an allen drei Tagen angezogen. Der kurze Weg und die Neugier auf den Schauplatz mit alter Industriearchitektur führte auch sehr viele ins alte E-Werk. „Im vergangenen Jahr haben wir etwa 1000 Besucher begrüßen können, jetzt waren es viel mehr und vor allem auch viele neue Gesichter, die nicht nur aus der Stadt Brandenburg zu uns gefunden haben“, sagt Ehlert.

Beim E-Werk-Besitzer Ingo Dierich haben die Veranstalter des Kleinkunstfestivals offene Türen eingerannt. „Er hat für die nötige Infrastruktur gesorgt und wir konnten uns mit unserem Verein Kleinkunst Brandenburg auf das künstlerische Konzept konzentrieren“, erzählt Ehlert, der sich noch bis kurz vor Beginn um die nötige kunstvolle Beleuchtung im E-Werk kümmerte.

Viele Künstler, die unter anderem ihre Bilder im E-Werk ausstellten, griffen in den vergangenen Wochen selbst zu Besen und Putzeimer, um die ehemalige Industriehalle besuchsfein zu machen. Die Gäste beim Festival gehörten allen Generationen an. Für die Kleinsten stand an allen drei Tagen das Kinder-Farblabor offen, in dem sich der Nachwuchs selbst kreativ mit dem Pinsel austoben konnte. Einige ältere Besucher hatten den Auftritt von Bariton Günther Stolarz im Programm entdeckt und stiegen extra seinetwegen die Stufen hinauf ins Obergeschoß des alten E-Werks. Auch wenn jemand eine bestimmte Veranstaltung ansteuerte, kam er trotzdem mit weiteren Programmpunkten in Kontakt und entdeckte so unweigerlich Neues, Inspirierendes und Ungewöhnliches.

Der Brandenburger KiJu-Club lieferte neben Ausstellungsbeiträgen für die improvisierte Galerie im Obergeschoß zum Beispiel auch eine Performance-Aktion, die sich „Der Blick“ nannte. Jeder war eingeladen auf einem Stuhl Platz zu nehmen und seinem unbekannten Gegenüber einfach mal eine Weile, ohne ein Wort zu wechseln, in die Augen zu schauen.

Zum zweiten Mal in Folge waren auch die Organisatoren des Poetry Slam dabei, die regelmäßig im HdO aktiv sind. Poetry Slam-Moderator Markus Richter brachte einige Wortkünstler mit auf die Bühne und fand im zahlreichen Publikum sogar einen Freiwilligen der sich mit in die mal komische, mal melancholische, mal nachdenkliche Wortschlacht stürzte.

„Wir wünschen uns für die Kleinkunstfestivals in den kommenden Jahren noch mehr Unterstützer aus allen möglichen Richtungen, die sich mit ihrer Kunst bei uns präsentieren, denn so können wir noch mehr Publikum erreichen“, resümiert Ehlert.

Die kreative Arbeit, die im stillen Kämmerlein zu Hause entsteht, sollte dort nicht verstauben, sondern von vielen gesehen, gehört und erlebt werden, lautet das Credo der Veranstalter. Im nächsten Jahr soll es in jedem Fall eine Fortsetzung des erfolgreichen Veranstaltungsformats geben, möglicherweise wieder an neuen Orten.

Von Christine Lummert

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