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„Dicke Eiche“: Nur gucken, nicht anfassen

Verbotszone um Naturdenkmal „Dicke Eiche“: Nur gucken, nicht anfassen

Das Schicksal der bei einem Astabbruch beschädigten „Dicken Eiche“ bei Bohnenland bleibt der Natur überlassen. Darauf verständigten sich am Freitag Fachleute bei einem Lokaltermin im Altstädtischen Forst. Dafür soll die Fläche um den Baum großzügig abgesperrt werden. Dann heißt es: Betreten verboten!

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Am Freitag gemessen: Der aktuelle Stammumfang der Bohnenländer Eiche beträgt 8,42 Meter.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Bohnenland. Das Schicksal der „Dicken Eiche“ bei Bohnenland bleibt der Natur überlassen. Darauf verständigten sich am Freitag Behördenvertreter, Naturschützer und Forstleute bei einem Lokaltermin im Altstädtischen Forst. „Die Eiche ist immer noch sehr vital. Aber mit fast 600 Jahren hat der Baum seinen Zenit überschritten. Alle technischen Maßnahmen wären mit neuen Unwägbarkeiten für das gewaltige Astwerk verbunden“, sagte Marianne Feßer, Teamleiterin bei der städtischen Naturschutzbehörde der MAZ.

Anfang September hatte das fast 30 Meter hohe Naturdenkmal nach einem gewaltigen Astabbruch für Schlagzeilen gesorgt. An der Bruchstelle beträgt der Astumfang fast drei Meter. Vermutlich sind Alterserscheinungen des Holzes der Grund für den Absturz des uralten Seitenarms, der sich mit der Bruchstelle immer noch am Stamm der Eiche festzuklammern scheint.

„Der Ast wird nicht angerührt, dafür erweitern wir die Sicherheitszone rund um den Baum und stellen Warnschilder für ein Betretungsverbot auf“, teilte Ute Steinke mit. Sie leitet den Fachbereich Naturschutz in der Bundesforstverwaltung West. Der Grund und Boden auf dem die Eiche steht, gehört dem Bund. Das hat mit dem ehemaligen Standortübungsplatz Fohrde zu tun. Nach Ansicht von Steinke mache die „Dicke Eiche“ trotz des Verlustes einen gesunden Eindruck. Der Baum werde noch sehr viele Jahre grünen. Abstand nahmen die Experten von der Idee, die Abbruchstelle gegen das Eindringen von Wasser abzudichten. Darunter würde die Gefahr von Fäulnis heraufbeschworen, war man sich bei der Begehung einig. Auch das Totholz im Baum wird nicht entfernt. Es gehöre zu einer Eiche in freier Natur. Verworfen wurde ebenso die Entnahme von Nachbarbäumen. Das würde nur die Windanfälligkeit der Eiche erhöhen.

Revierleiter Rüdiger Seelig kennt den Baum seit 1983. Der Eiche gehe es inzwischen sogar besser als damals. Darauf deute der enorme Zuwachs an Feinästen hin, meint der Förster. Er appelliert dennoch an die Besucher des Naturdenkmals, dem Baum nicht zu nahe zu kommen, sondern die Absperrungen zu akzeptieren. „Es gibt keine Garantie, dass nicht doch wieder ein Ast zu Boden fällt.“ Zusammen mit dem Baumexperten und Naturschützer Winfried Kohls nahm der Revierleiter mit einem Bandmaß den Stammumfang auf, der in Brusthöhe aktuell bei 8,42 Meter liegt. Damit zählt der seit 1934 unter Schutz stehende Baum unverändert zu den dicksten Eichen Deutschlands.

Von Frank Bürstenbinder

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