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Brandenburg/Havel Altern in Brandenburg – Ausstellung eröffnet
Lokales Brandenburg/Havel Altern in Brandenburg – Ausstellung eröffnet
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14:07 10.07.2018
Erwin Wilde war 60 Jahre lang Küster in der Katharinenkirche und probiert die Hörstation der Ausstellung aus Quelle: Christine Lummert
Brandenburg/H

In der Taufkapelle der Sankt-Katharinen-Kirche geht es sonst eher um die Jüngsten. Noch in den Armen der Eltern wird dort der erste Meilenstein in einem hoffentlich langen Leben absolviert. Am ganz anderen Ende dieser weiten Wegstrecke befinden sich die 18 Menschen, die zurzeit in der Taufkapelle der Katharinenkirche im Mittelpunkt stehen.

Dort wird eine Ausstellung mit dem Titel „Alter(n) in Brandenburg“ gezeigt, die von der Historikerin und Fotografin Marion Schütt sowie der Publizistin Rita Preuß erstellt wurde. Die Schau ist als Wanderausstellung konzipiert und wird vom Brandenburger Sozialministerium unterstützt.

Über anderthalb Jahre waren Marion Schütt und Rita Preuß dafür immer wieder im ganzen Land Brandenburg unterwegs, um Bilder und Geschichten von Menschen festzuhalten, die über 90 Jahre alt sind. Zehn Frauen und acht Männer aus den Jahrgängen 1917 bis 1929 gaben dabei einen Einblick in ihr Leben, berichteten über das Schöne, ließen aber auch die Schattenseiten nicht aus.

In der Taufkapelle der Katharinenkirche eine Ausstellung zu sehen, für die 18 Menschen ab einem Alter von 90 Jahren zu ihrem erfahrungsreichen Leben in Brandenburg Auskunft geben.

Die Ausstellungsmacherinnen haben Erfahrung in der einfühlsamen Befragung hochbetagter Menschen. Seit 2010 sind sie bisher vor allem in Berlin unterwegs gewesen, um Hundertjährige nach ihrem Leben zu befragen und die Erfahrungsberichte aufzuzeichnen.

Auf ganze hundert Jahre Lebenszeit kann auch Rudolf Gericke zurückblicken, der es sich nicht nehmen ließ, persönlich zur Ausstellungseröffnung zu kommen. Geboren wurde er 1917 in Cottbus, lebt aber seit 1950 in Potsdam. Das hohe Alter führt sein Sohn Wolfgang, der den Vater inzwischen in vielen Dingen unterstützt, auf die gesunde und einfache Ernährung in dessen Jugendzeit zurück. „Leinöl und Quark macht den Spreewälder stark“, bringt Wolfgang Gericke es gereimt auf den Punkt.

60 Jahre Küster in der Katharinenkirche

Zu den Jüngeren der Befragten gehört Erwin Wilde, der im September seinen 91. Geburtstag feiern wird. Der Ausstellungsort in der Katharinenkirche ist sein zweites Zuhause. 60 Jahre lang war er dort Küster und hat genauso lange gleich gegenüber im Gemeindehaus gewohnt. Seit dem letzten Jahr lebt er jetzt in einem Seniorenheim, um näher bei seiner Frau zu sein, die an Demenz erkrankt ist.

Zur Ausstellungseröffnung machte sich Wilde gleich mit dem Multimedia-Aspekt der Schau vertraut. Neben den großen Tafeln mit den Fotos und Interviewauszügen der Befragten, können die Besucher an einer Audio- und Videostation einen noch persönlicheren Eindruck der Porträtierten gewinnen.

Älteste Ortsvorsteherin Deutschlands

Unter ihnen ist zum Beispiel auch die älteste Ortsvorsteherin Deutschlands. Ellen Wisniewski ist seit 1979 auf diesem Posten in Zauchwitz, einem Ortsteil der Stadt Beelitz aktiv. Dazu sitzt sie unter anderem in der Stadtverordnetenversammlung und ist im Finanzausschuss tätig.

Gemeinsam ist allen Befragten, das sie auch in ihrem hohen Lebensalter so gut es geht auf persönliche Aktivität setzen und das Positive betonen. Die 90-jährige Reinhilde B. aus Bochow im Landkreis Teltow-Fläming meint zum Beispiel: „Ich bin zufrieden. Das Quengeln und Nörgeln von den anderen, das ist nicht richtig. Das sind die Schlimmsten.“

Schicksalsschläge und Familienglück

Dabei hätten manche der 18 Befragten durchaus Grund über einige Schicksalsschläge in ihrem Leben zu klagen. Einige haben schon in ihrer Kindheit Geschwister oder einen Elternteil verloren, weil die Medizin noch nicht helfen konnte. Die Zeit des Zweiten Weltkrieges hat in jede der vorgestellten Biografien einschneidend hineingewirkt. Arbeitsdienst und Soldatendasein, Gefangenschaft und Flucht haben Erinnerungen eingeprägt, die allen Interviewpartnern noch heute sehr präsent sind.

Nach dieser Zeit der Brüche erlaubten die Zeitumstände dann mehr Kontinuität. Berufliche Laufbahnen wurden begonnen, Partner gefunden, Familien gegründet, Häuser gebaut, Wurzeln geschlagen und schließlich Enkel und Urenkel im Leben begrüßt. Wie wichtig der Zusammenhalt und die Hilfe unter den Familienmitgliedern ist, bekunden alle befragten Senioren, egal ob sie in der Stadt oder auf dem Land wohnen.

Von Christine Lummert

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