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Die Axxon-Zukunft steht in den Sternen

Brandenburg an der Havel Die Axxon-Zukunft steht in den Sternen

Es geht um ausbleibende Zahlungen, aber auch um Brot und Speck auf dem Frühstücksbüffet. Die Zukunft des Axxon-Hotels in Brandenburg an der Havel steht in den Sternen. Der Besitzer hat dem aktuellen Pächter gekündigt, der die Kündigung aber nicht hinnehmen will. Nun droht eine juristische Auseinandersetzung. Wenigstens in einem Punkt herrscht Einigkeit.

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Sportler beim Einchecken im Axxon-Hotel.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg an der Havel. Die Auseinandersetzung um das Axxon-Hotel in Brandenburg/Havel ist zur Stunde eine Hängepartie. Hotelbesitzer Otto Friedrich Witzel hat seinem Pächter Cavit Muhtar nach wenigen Wochen wegen Unstimmigkeiten gekündigt . Es geht um Zahlungen, aber auch um mehr oder weniger gefüllte Wurstteller beim Frühstücksbüffet.

Wie berichtet sind die vier Sterne, die das Axxon seit zwanzig Jahren führt, verblasst. Die vom Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) verliehene Berechtigung, vier Sterne zu nutzen, endete am 31. Juli 2016. Doch wie es mit der Sterne-Klassifizierung weitergeht, ist nur eines und nicht einmal das drängendste Problem.

Hotelbesitzer Otto Friedrich Witzel (71), Geschäftsführer der Firma Axxon Hotel Betriebs GmbH will die langfristige Zukunft sichern und versucht seit etwa einem Jahr, klar Schiff zu machen, damit er sich aus dem Geschäft zurückzuziehen kann.

Pachtvertrag nach wenigen Wochen wieder gekündigt

Über einen Hotelvermittler kam der Kontakt zu dem Unternehmen FM Hospitality, das nach eigenen Angaben Hotels in Frankfurt/Main, München und im Schwarzwald betreibt. Beide Seiten schlossen in diesem Sommer einen Pachtvertrag ab, kurz bevor die Vier-Sterne-Berechtigung auslief und die Verlängerung hätte beantragt werden müssen.

Seit Mitte Juli führte Cavit Muhtar (40) das Haus am Stahlstadion, als „Interimshoteldirektor“ in der Anfangszeit, wie er sagt. Allerdings hat Witzel den Pachtvertrag wenigen Wochen schon wieder gekündigt. Zur Begründung führt er an, das Zahlungen wie die vereinbarte Kaution und die monatliche Pacht trotz anderer Versprechungen verspätet, nur teilweise oder gar nicht geleistet worden seien.

„Ich lasse mir mein Hotel nicht kaputt machen“

Auch mit der Art und Weise, wie sein Hotel nun geführt wird, ist der Eigentümer nicht einverstanden. Elementarste Dinge hätten plötzlich nicht mehr gestimmt. Beim Frühstück sei kein Brot mehr vorhanden gewesen, die Wurstplatten seien nicht nachgefüllt, der Speck einfach abgeschafft worden. Witzel sagt: „Ich lasse mir mein Hotel nicht kaputt machen“, und berichtet, dass er den früheren Hoteldirektor Thomas Niebel aus seinem Ruhestand für einige Monate nach Brandenburg zurückgeholt habe, damit der Übergang reibungslos gelingt. Doch nun möchte Witzel die relativ frische Geschäftsbeziehung zu Muhtar und FM Hospitality beenden und hat daher gekündigt.

Doch Cavit Muhtar sieht keinen Grund sich zurückzuziehen, er pocht auf die Erfüllung des langfristig abgeschlossenen Pachtvertrages. Sein Unternehmen trage keine Schuld an der Vernachlässigung des Hauses. Die Sterne-Zertifizierung sei schon abgelaufen gewesen, als der Pachtvertrag anlief. Witzel habe vernachlässigt, für die Verlängerung zu sorgen.

Wie es weitergeht, darüber reden nun die Anwälte beider Seiten

FM Hospitality habe darum gebeten, die Einnahmen durch die Belegung des Hotels mit der monatlichen Pacht zu verrechnen. Dies sei aus ihm nicht bekannten Gründen nicht geschehen. Die Kündigung durch Witzel wertet Muhtar als „nicht rechtskräftig“. Wie es weitergeht, darüber reden nun die Anwälte beider Seiten.

Muhtar würde nur aus dem Vertrag aussteigen, wenn Witzel einen Schadensausgleich für entgangenen Gewinne, also eine Art Abfindung, bezahlte. In welcher Höhe, das sagt er nicht. Der Interimsdirektor mit familiären Wurzeln in der Türkei erklärt, dass seine Firma in Brandenburg investieren wollte, um das Haus neu zu positionieren.

Hotel will auch ohne vier Sterne einen entsprechenden Standard anbieten

In manchem sind sich die beiden Männer bei allem Streit einig. Etwa dass der Hotelbetrieb normal weiterläuft zur Zufriedenheit der Gäste. Und dass das Axxon locker wieder vier Sterne bekommen könne. „Auch wenn uns nur ein abschließbarer Safe auf dem Zimmer fehlt zu fünf Sternen, reichen uns drei Sterne Superior“, sagt Witzel.

Beide Hoteliers sehen die Zukunft des Axxon in der Kategorie drei Sterne plus. Ein entsprechender Zertifizierungsantrag soll – von wem auch immer – gestellt werden. Auch mit offiziell nur dreieinhalb Sternen soll Axxon-Gäste in der Realität einen Vier-Sterne-plus-Standard erleben. Die Frist bei der Dehoga läuft bis Ende September.

Von Jürgen Lauterbach

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