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Brandenburg/Havel Die BAS will den Marienberg bewirtschaften
Lokales Brandenburg/Havel Die BAS will den Marienberg bewirtschaften
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18:20 22.06.2016
Die Gaststätte auf dem  Marienberg in Brandenburg an der Havel. Quelle: Jacqueline Steiner
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Brandenburg/H

Die Beschäftigungsgesellschaft der Stadt (BAS) will künftig, wie berichtet, den Marienberg bewirtschaften. Wie, das wollte die BAS-Chefin Margitta Scholz jetzt dem Hauptausschuss mit Hilfe eines Zwischenberichtes erläutern, der als Sachstandsanalyse anzusehen bist, bis im Herbst das Gesamtkonzept steht.

Um es kurz zu machen: Die Stadtverordneten im Hauptausschuss nahmen das 25-seitige Papier zur Kenntnis. Allerdings mit hörbarem Missmut, denn selbst bei außerordentlichem Wohlwollen befremdet der Zwischenbericht durch seine Unverständlichkeit und seine Plattitüden. Das liest sich am Beispiel des Personalkonzeptes dann so: „Wesentlicher zentraler Kern und damit auch innovative Neuerung ist es, in das Vorhaben teilhabeberechtigte Menschen zu integrieren und ihnen im kommunalen Kontext Arbeitsmöglichkeiten und damit langfristige Perspektiven zu bieten.

Die BAS als Arbeitgeber wird also teilhabeberechtigte Menschen, die auf Grund von gesundheitlichen Beeinträchtigungen vom Arbeitsmarkt ausgegrenzt und oft sogar auch langzeitarbeitslos sind, auf Arbeitsplätzen und Ausbildungsplätzen in Eigenregie dauerhaft und unbefristet sowie ergänzend auch saisonal beschäftigen.“

Im Grunde geht es darum, Menschen mit Handicap Arbeit auf dem Marienberg zu geben. Dabei soll die einfache Grünpflege samt Wartungs- und Reinigungsarbeiten von denen geleistet werden, die sonst keine Arbeit bekämen, für den Rest dürfen auch Profis ran.

Die Gaststätte auf dem  Marienberg in Brandenburg an der Havel Quelle: Jacqueline Steiner

Dabei ist von „zentraler Wichtigkeit und Bedeutung die Anstellung eines fachlich kompetenten und engagierten Park-Gartenmeisters, um die qualitative Ausführung der gärtnerischen Arbeiten im Gartendenkmal Marienberg zu sichern.“ In allen gärtnerischen Fragen ist er die „Schnittstelle zur Stadtverwaltung, zwischen den gemeinnützigen und unternehmerischen Kooperationspartnern, der Gastronomie sowie auch den Bürgern und Touristen.“ Was der Gärtner (den bis zu acht Mitarbeiter unterstützen sollen) mit den Bürgern und Touristen als „Schnittstelle“ macht , bleibt offen, aber so ist es überall auf den 25 Seiten des Zwischenberichtes. Man bekommt eine Ahnung, dass es die BAS gut meint mit sich und dem Marienberg.

Und wenn sich die BAS nun schon um das Grün kümmert, wird sie auch die Friedenswarte und die Freilichtbühne betreiben wollen und sich um die Sicherheit und Schließzeiten kümmern. Nur die Gaststätte auf dem Marienberg soll nicht von der BAS betrieben werden, die sich nun sogar um die Mitgliedschaft im Paritätischen Wohlfahrtsverband bemüht. Während sich dem Leser noch erschließt, was die 3 bis 4 Teilzeit- und Saisonkräfte an der Friedenswarte zu tun haben, bleibt unverständlich, was die BAS mit der Freilichtbühne will, die „unter immissionsschutzrechtlichen Aspekten als kritisch angesehen werden muss.“ Aber, und das steht auf Seite 17 wirklich: „Es konnte daher durch die Bespielung der Freilichtbühne während der BUGA die Erfahrung gesammelt werden, dass eine auf den Standort hin optimierte Beschallung sicher gestellt wird.“ Sicher was?

Offensichtlich kann die Bühne, in die die Stadt, das Land und die Stadtwerke in den zurückliegenden Jahren Hundertausende investierten, nun irgendwie doch bespielt werden.

Integration in den Arbeitsmarkt

Die Bas GmbH ist seit mehr als 20 Jahren als kommunales, gemeinnütziges Unternehmen sowie Dienstleister in Arbeitsförderung und Strukturentwicklung tätig.

Um Arbeitsplatze und Beschäftigung für benachteiligte Menschen am Arbeitsmarkt wie Schwerbehinderte, Langzeitarbeitslose, Ältere, Alleinerziehende oder gesundheitlich beeinträchtigte Menschen zu schaffen, hat die Brandenburger Arbeitsförderungsgesellschaft Projekte initiiert.

Erfahrungen gibt es mit dem Sozialen Kommunikationszentrum Hohenstücken, mit dem Alten Hafen und dem Alten Straßenbahndepot, mit dem Bürgerhaus Hohenstücken und dem Slawendorf Brandenburg mit dem Wasserwanderrastplatz.

Die Gesellschaft ist nach einem Sozial Audit Verfahren und nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) zertifiziert.

Im Jahr 2015 haben unter anderem rund 25 000 Besucher die kulturellen Angebote des Slawendorfes wahrgenommen (ohne Besucher des Schankgartens). Darüber hinaus gab es etwa 1600 Anlege-Vorgänge am benachbarten Wasserwanderrastplatz.

Sichtlich zufrieden konnte Margitta Scholz den Mitgliedern des Hauptausschusses erzählen, dass jetzt endlich der Schlüssel für die Gaststätte an die neue Pächterin übergeben werden konnte. In den nächsten Monaten will im Lokal auf dem höchsten Berg der Stadt Constance Neubert tätig werden. Wie die MAZ bereits vor Wochen berichtet hatte, kommen die junge Frau und ihr Mann aus Wittenberg in die Havelstadt. Ihr Lebensgefährte eine Anstellung in der Kinderchirurgie des Klinikums gefunden und zur Traditionsgaststätte auf dem Marienberg gehört auch eine Wohnung. Noch im Sommer soll das Restaurant mit dem prägnanten Biergarten wieder eröffnet werden. Aber von der Stadt seien noch einige vorbereitenden Arbeiten zu verrichten, erzählt Scholz.

Was mit dem Zaun um den Marienberg passiert ist offen, sagt Bürgermeister Scheller. Für 25000 Euro sei der Buga-Zaun angekauft worden, ob er künftig nachts verschlossen werde, sei noch offen. Das werde auch mit den Gastro-Pächtern noch verhandelt.

Egal was auch noch kommen mag an Plänen der BAS: Das Unterfangen wird teuer. Die Musikanlage für die Freilichtbühne, ein Sanitärcontainer, der im Damenbereich über 4 Damen-WC und im Herrenbereich über 2 WC, 2 Urinale und 2 Waschbecken(!) verfügt, wird ebenso kräftig zu Buche schlagen wie die Installation eines gesonderten behindertengerechten WC-Containers.

Im kommenden Jahr will die BAS die Aufgaben auf dem Marienberg übernehmen, vorher will sie aber noch für sich und die Stadt eine Wirtschaftslichkeits-Untersuchung anstellen und die Leistungserbringung über den Zeitraum von 20 Jahren simulieren. Das ist in etwa dieselbe Zeit, die es die BAS als Beschäftigungsgesellschaft der Stadt bereits gibt. Mehr als einmal stand das städtische Unternehmen vor dem Aus. Insbesondere die Christdemokraten stellten den Sinn der BAS mehr als einmal in Frage. Und auch der inzwischen parteilose Dirk Stieger sprach im Zusammenhang mit dem Marienberg jüngst noch vom „Erfinden von neuen Geschäftsfeldern für die BAS“. Im Hauptausschuss war das erst einmal kein Thema mehr. Man nahm den Vortrag von Scholz zur Kenntnis.

Von Benno Rougk

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