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Brandenburg/Havel „Die Baulücken sind bald vergeben“
Lokales Brandenburg/Havel „Die Baulücken sind bald vergeben“
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16:14 12.12.2017
Christian Sommer ist der Ortsvorsteher von Schenkenberg und seit der Wende politisch aktiv. Quelle: Marion von Imhoff
Schenkenberg

Der Schenkenberger Ortsvorsteher Christian Sommer (CDU) ist einer der erfahrensten Kommunalpolitiker der Gemeinde Groß Kreutz.

Herr Sommer, Schenkenberg hat nach der Wende eine enorme Entwicklung genommen und wuchs von 640 Einwohner auf heute 1440. Hält der Boom an?

Es war zwischendurch ruhig geworden. Wir waren schließlich schon einmal bei über 1500 Einwohnern. Viele Alt-Schenkenberger wissen schon gar nicht mehr, wie sah es hier früher aussah. Die Jugend aber ist dann zum Studium oder für die Ausbildung weggezogen. Jetzt herrscht wieder rege Bautätigkeit, so dass es sachte schwierig wird, an Baugrundstücke zu kommen. Es gibt schon einige Anfragen, wo man nicht mehr groß weiterhelfen kann. Es sind nur noch Private, die Bauland verkaufen mit Lückenschluss. Weil Potsdam und Werder ausgelastet sind und der Preis für Bauland dort hoch ist, merken wir, dass Groß Kreutz, Götz und Schenkenberg wieder mehr nachgefragt sind.

Ist Schenkenberg am Limit angekommen oder wird die einstige Obstbausiedlung irgendwann die 2000er-Marke knacken?

Das wird schwerlich möglich sein. Die Baulücken sind bald vergeben, neues Bauland werden wir von der Landesplanung nicht genehmigt kriegen. Aber man weiß nicht, was in 20 Jahren ist. Dazu müsste aber dann auch entsprechend mehr Infrastruktur aufgebaut werden.

Es gibt keine weiterführende Schule in der Gemeinde Groß Kreutz. Wie sehen Sie das?

Das fangen die Schulen in Brandenburg, Lehnin und Werder auf. Ich glaube nicht, dass eine weiterführende Schule in Groß Kreutz realistisch ist. Dafür werden die Schülerzahlen der Gemeinde nicht reichen. Zumal auch viele ans Gymnasium wollen. Dass Lehnin nun eine Gesamtschule hat, ist für uns auch gut und macht einige froh.

Was sind die nächsten Pläne, die der Ortsbeirat für Schenkenberg hegt?

Wir wollen erhalten, was da ist. Das kostet ja schon genug Geld. Ich meine den Straßenerhalt und die Umrüstung der Laternen auf LED. Auch das Vereinsleben möchten wir stützen. Die Schenkenberg prägenden Vereine sind der Feuerwehrverein, der Sportverein Schenkenberg und die Interessengruppe Optische Telegraphie, wo Herr Groch unglaublich rege ist.

Wie genau unterstützt der Ortsbeirat die Vereine?

Wir haben 2840 Euro als Ortsbeiratsmittel. Die sind jetzt festgelegt als Zuschuss zu unsere 90-Jahr-Feier im nächsten Jahr als Startkapital. Der Erlös aus dieser Feier kommt aber dann den Vereinen zu Gute.

Fast 20 Jahre Ortschef

Christian Sommer ist gelernter Radio- und Fernsehtechniker und selbstständig. Mit der Wende begann der Schenkenberger kommunalpolitisch aktiv zu werden. Seit annähernd seit 20 Jahren ist er Bürgermeister und Ortsvorsteher. Auch bei den nächsten Kommunalwahlen im Frühjahr 2019 möchte der heute 55-Jährige wieder antreten.

Schenkenberg entstand als Siedlung 1928. Seit 2003 gehört der Ort zur Gemeinde Groß Kreutz (Havel).

Stichwort Laternen. Wo gibt es noch düstere Ecken in Schenkenberg?

Es müssen nur noch vereinzelte einige Straßenlampen nachgesetzt werden, etwa in der Kleinen Bruchstraße. Wenn es der Haushalt der Gemeinde zulässt, werden wir auf LED umrüsten.

Wie sieht es mit der Straßensanierung aus?

Der Bauhof hat den Auftrag zu reparieren. Aufwändigen Straßenausbau wollen wir möglichst vermeiden wegen der Anliegerbeiträge. Wollen es die Bürger irgendwann einmal, können wir darüber nachdenken. Wir versuchen, die Straßen mit Bitumensplit auszubessern, damit die Fahrbahndecke erhalten bleibt. Wenn wir das alles nicht tun, wird es Frostaufbrüche geben und wir kämen dahin, dass wir irgendwann die Straße grundlegend sanieren müssten. Dann betreiben wir doch lieber mit verhältnismäßig kleinem Geld den Erhalt.

Wo haben Sie das 2018 vor?

In der Wald- und der Fliederstraße. Auch die Schadstellen an Randbereichen, die für Radfahrer gefährlich werden könnten, wird der Bauhof auffüllen, damit es weiter sicher bleibt.

Schenkenberg war in diesem Jahr von Starkregenfällen betroffen, an einigen Stellen stand das Wasser. Was wird dagegen unternommen?

Wir versuchen in der Bruchstraße mit der Gemeinde eine Lösung zu finden. So könnte es sein, dass an einer Ecke, an der das Wasser häufig extrem steht, eine Dienstbarkeit mit einem Grundstückseigentümer abgeschlossen wird. Dann wird über sein Grundstück eine Rohrleitung führen und auf einer dahinter liegenden landwirtschaftlichen Fläche das Wasser versickern.

Sie haben sich kürzlich beschwert über einen verdreckten Kleidercontainers an der Ortsdurchfahrt. Was ist daraus geworden?

Der Container ist beim Bauhof sichergestellt und kurioserweise hat sich meines Wissens nach nie jemand danach erkundigt. Als Eigentümer hätte ich schon gesagt: „Hey, Leute, wo ist mein Container geblieben?“

Die Schenkenberger Kita wurde vor knapp 20 Jahren für 55 Kinder gebaut. Jetzt beantragt die Gemeinde Groß Kreutz (Havel) bereits die zweite befristete Kapazitätserhöhung auf dieses Mal 81 Plätze bis Ende 2019.

Ja, 2019 soll der Kita-Neubau in Jeserig stehen und auch unsere Kita entlasten. Es stimmt, wir müssten mehr Kinder aufnehmen als wir dürfen. Deswegen kommt jetzt die zweite Kapazitätserhöhung. Wir sind stolz darauf, dass wir damals vor 20 Jahren den Kitaneubau durchgesetzt haben. Es gab auch Stimmen in der Verwaltung, die sagten, „Leute, ihr braucht so eine Kita nicht mehr“.


Von Marion von Imhoff

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