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Brandenburg/Havel Die Bensdorfer Bienen fliegen auf Erdbeeren
Lokales Brandenburg/Havel Die Bensdorfer Bienen fliegen auf Erdbeeren
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08:10 20.05.2016
Auf dem gutseigenen Erdbeerfeld: Imker Sven Ferchland (l.) und Argaringenieur Dieter Laubvogel zwischen Blüten, Bienen und Früchten. Quelle: Claudia Nack
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Bensdorf

Ohne Honigbiene läuft nichts. „Je nach Kultur erfolgt 80 Prozent der Bestäubung über die Biene, der Rest über andere Insekten wie Käfer oder Hummeln“, sagt Berufsimker Sven Ferchland. Einige seiner Bienen fliegen auf Bensdorfer Erdbeeren. Zwischen den ersten roten Früchten finden die emsigen Nutzinsekten noch weiße Blüten zum Bestäuben. Während die Erdbeerpflanze ihnen keinen Nektar für Honig spendiert, hat die gerade in voller Blütenpracht stehende Blaubeere ein bisschen. „Die Biene geht aber nur auf die Heidelbeere, wenn sie beregnet wird“, erklärt Ferchland. Von beiden Kulturen hat das Spargelgut Herrenhölzer jeweils um die fünf Hektar angebaut.

An den Feldern stehen während der Bestäubungssaison etwa 20 Völker von Ferchland und seinem Vereinskollegen Bernd Xenodochius, der mit seiner Frau die Bensdorfer Getreidemühle betreibt. „Wir sind alles Agrarbetriebe in einem Ort, die sich auf die Fahne geschrieben haben, sich im Rahmen der Möglichkeiten gegenseitig zu unterstützen“, sagen Ferchland, Gutsverwalter Ekhard Wolter und dessen „rechte Hand“ Dieter Laubvogel, der sich auf den Erdbeeranbau spezialisiert hat. „Wir haben eine erhebliche Ertragssteigerung durch die Bestäubung mit Bienen“, zählt er die Vorteile auf. Die Fruchtqualität sei besser, denn es gebe weniger Krüppelfrüchte. Außerdem tragen sie neben Wetter, Düngung und Pflücktechnik zur höheren Haltbarkeit bei. Der „Erdbeeringenieur“ achtet besonders auf den Schutz der Nutzinsekten, indem er bienengefährliche Pflanzschutzmittel kontrolliert einsetzt und zum Beispiel während des Bienenfluges nicht spritzt.

Biene auf Erdbeerblüte. Quelle: C. Nack

Die ersten eigenen Erdbeeren der Sorte „Clery“ werden seit Donnerstag auf der Hölze gepflückt. „Wegen des kalten Frühjahrs sieben bis zehn Tage später als sonst“, sagt Laubvogel, der für die diesjährige Witterung mit einer durchschnittlichen Ernte rechnet. „Die seit etwa zwei Wochen im Hofladen angebotenen Früchte stammen von unserem Partnerbetrieb aus Hessen“, erklärt er. Landwirt und Mitgesellschafter Bodo Mönich habe sie dort unter Foliezelten angebaut. Acht Nächte musste sich Laubvogel im April um die Ohren schlagen, um die Beregnung auf der Freianlage anzustellen, damit sich eine schützende Eisschicht um die Pflanzen bildet und der Nachtfrost den empfindlichen Blüten nichts anhaben kann.

Mit dem großen Schwung an roten Früchten rechnet er ab nächster Woche, die dann zusammen mit dem Spargel im Hofladen und an den Verkaufsständen in Brandenburg und Sachsen-Anhalt direkt vermarktet werden. Erst wenn die späte Sorte „Asia“ abgeerntet ist, geht es Ende Juni mit Heidelbeeren weiter, die jedoch an den Großmarkt geliefert werden.

„Wir haben zwar keinen direkten Vorteil vom Aufstellen der Völker, denn die Erdbeere hat keinen Nektar und es gibt zu dieser Jahreszeit genug andere Nektar- und Pollenlieferanten, aber wir profitieren davon, dass uns das Gut nach der Lindenblüte eine Bienenweide anlegt“, sagt Ferchland. Zwar fordere die Europäische Union im Rahmen des so genannten Greenings fünf Prozent an ökologischen Vorrangflächen, „doch wir machen es für unsere Imker“, betont Wolter. Die drei Hektar große Weide mit Herbstblühern, auf der sich die Bienen ihre Wintervorräte holen können, wird sich hinter der Altbensdorfer Mühle erstrecken. Und die Männer brechen eine Lanze für den regionalen Wirtschaftskreislauf. So kaufe der imkernde Müller Xenodochius das Getreide vom Gut, mache daraus Mehl, das der Plauer Bäcker Klawonn zu Brot verarbeitet, mit dem auch die Bensdorfer Erntehelfer und der Hofladen versorgt werden.

Von Claudia Nack

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