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Die Brennabor-Geschichte in Bildern

Brandenburg/Havel Die Brennabor-Geschichte in Bildern

Der Historiker Hans-Georg Kohnke (61), langjähriger Leiter des Brandenburger Stadtmuseums, lädt ein zum Blättern und zur Bildbetrachtung. „Von Brennabor zu ZF“ lautet der Titel des gerade erschienenen Bildbandes, einer illustrierten Geschichte der Fahrzeugindustrie in Brandenburg an der Havel.

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Das Foto entstammt einem Kinderwagen-Prospekt aus den 20-er Jahren.

Quelle: Sammlung Mario Steinbrink

Brandenburg/H. Der Historiker Hans-Georg Kohnke (61), langjähriger Leiter des Brandenburger Stadtmuseums, lädt ein zum Blättern und zur Bildbetrachtung. „Von Brennabor zu ZF“ lautet der Titel des gerade erschienenen Bildbandes, einer illustrierten Geschichte der Fahrzeugindustrie in Brandenburg an der Havel.

Das Buch mit festem Einband beschreibt in alten, zum Teil bisher unveröffentlichten Bildern, wie sich in der Stadt der Fahrzeugbau als dominanter Industriezweig entwickelt hat. Es wendet sich an Einsteiger, die sich orientieren möchten und von historischen Bildern fasziniert sind, weniger an Experten und wissenschaftlich interessierte Leser.

Söhne der Brandenburger Familie Richter, die beruflich und familiär mit den Reichstein und Brennabor eng verbunden war

Söhne der Brandenburger Familie Richter, die beruflich und familiär mit den Reichstein und Brennabor eng verbunden war

Quelle: Bernd Richter

Der Bildband hat insofern einen komplett anderen Zugang als die zwanzig Jahre alte, nur noch antiquarisch erhältliche, ebenfalls bebilderte Darstellung der Brandenburger Fahrzeugindustriegeschichte von Berthold Pavel, Frank Brekow und Bernd Krause. Sie trägt einen ähnlichen Titel wie die Neuerscheinung, nämlich „Von Brennabor bis ZF Brandenburg“.

Hans-Georg Kohnke beginnt mit der 1871 von den Brüdern Reichstein gegründeten Kinderwagenfabrik Brennabor, die in den folgenden Jahrzehnten erst Fahrräder, dann Motorräder und schließlich auch Autos produzierte. Der Autor präsentiert Fotografien und Brennabor-Werbung des frühen 20. Jahrhunderts. Die Kinderwagen haben sich verändert, die Kleider der Mütter auf dem Werbefoto könnten fast von heute sein.

Ufa-Schauspielerin Hertha von Walter posiert auf einem Brennabor-Wagen

Ufa-Schauspielerin Hertha von Walter posiert auf einem Brennabor-Wagen.

Quelle: Aus dem Buch

Eine Rarität ist ein Foto aus dem Jahr 1933, das die Brüder Hans-Ewald und Eberhard Richter mit einer Brennabor-Limousine und einem zweisitzigen Roadster zeigt. Kohnke hat nach eigenen Angaben aufwendig recherchiert, um zu erfahren, wer Hertha von Walter war, die in einem Werbefoto schwärmte, dass „ein Ausflug im Brennabor das richtige Vergnügen ist“. Die Schauspielerin, die von 1903 bis 1987 lebte, spielte unter anderem eine Prostituierte in Fritz Langs Film „M – eine Stadt sucht einen Mörder“.

Andere bebilderte Kapitel widmen sich den Excelsior-Fahrradwerken der Brüder Conrad, der Fahrzeugproduktion der Corona-Werke mit Firmengründer Adolf Schmidt und der Landmaschinenfabrik C.F. Richter, dessen Enkel Berndt Richter etliche Fotos für den Bildband zur Verfügung stellte.

Von Brennabor bis zur Zahnradfabrik

Die Gebrüder Reichstein haben ihre Fabrik im Jahre 1871 am Neustädtischen Markt in Brandenburg an der Havel gegründet. Anfangs stellten sie nur Korbwaren her.

Aus dem Reichstein-Werk kamen Kinder- und Puppenwagen, Fahrräder, Motorräder und Autos, ab 1888 unter der Marke Brennabor.

Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen die Brandenburger Traktorenwerke in die Hallen ein. Gut 20 Jahre später übernahm das Getriebewerk Brandenburg die Räume. Nach der Wende erwarb die Zahnradfabrik Friedrichshafen (ZF) das Getriebewerk.

Autor Hans-Georg Kohnke war Leiter des Heimatmuseums. Heute ist er mit stadtgeschichtlichen Themen betraut.

Dargestellt wird zudem der Wandel vom Traktorenwerk mit dem Schlepper Aktivist zum Getriebewerk. Zeitgenössische Betrachter werden den ein oder anderen abgebildeten Beschäftigten auf den Fotos der 70-er bis 90-er Jahre erkennen. Als Erfolgsgeschichte schildert Kohnke den schnellen Übergang von der sozialistischen Planwirtschaft im Getriebewerk zu den neuen Produktionsbedingungen, die ZF Friedrichshafen vor 25 Jahren in Brandenburg etablierte.

Autor Hans-Georg Kohnke

Autor Hans-Georg Kohnke

Quelle: Ann Brünink

Hans-Georg Kohnke dankt in seinem Vorwort pflichtschuldig all den Menschen, die den Bildband ermöglicht haben. Am wichtigsten sei Mario Steinbrink von der IG-Brennabor Brandenburg gewesen, sagt der Autor.

Steinbrink äußerte sich am Dienstag bei der Buchvorstellung allerdings enttäuscht darüber, dass Fehler, die er bei der Endkontrolle bezogen auf Daten, Namen und andere Informationen festgestellt hatte, nicht vor Erscheinen korrigiert wurden. Das soll laut Kohnke in der zweiten Auflage geschehen.

Der Autor ist zuversichtlich, dass die 1200 Exemplare seines fünften Buches bald verkauft sind. Denn vom Vorgängerbuch über Brandenburgs Straßenbahnen seien bereit 600 der 1200 Bücher verkauft.

Information: Hans-Georg-Kohnke: Von Brennabor zu ZF, Sutton Verlag, 2016, 120 Seiten, 19,99 Euro.

Von Jürgen Lauterbach

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