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„Die Deutschen sind sehr offen“

Small Time Giants im MAZ-Interview „Die Deutschen sind sehr offen“

Die grönländische Indie-Rock-Band Small Time Giants kommt nach Mitteleuropa und legt eine Station in der Stadt Brandenburg ein. Vorab haben sich die Gruppenmitglieder mit der MAZ zusammengesetzt und über das Leben, die Deutschen und die Unterschiede zum Publikum in anderen Ländern gesprochen.

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Small Time Giants

Quelle: promo

Brandenburg/H. Die grönländische Indie-Rock-Band Small Time Giants kommt nach Mitteleuropa und legt eine Station in der Stadt Brandenburg ein.

Ihr seid eine Band aus Grönland. Wenn ich euch in eurer Landessprache begrüßen wollte, was müsste ich sagen?

Miki Jensen : Tikilluarit (sprich: Tsi-gi-dlu-a-rit) heißt willkommen.

Ihr Vier habt als Highschool-Band in Grönland begonnen und werdet dort als eine der größten Rockbands des Landes gefeiert. Auch in Dänemark sind die Musikfans begeistert von euch. Jetzt lebt ihr in Kopenhagen. Als professionelle Musiker?

Jensen : Wir sind nach Dänemark gezogen, um mehr Musik machen zu können und auch außerhalb Grönlands zu spielen. Wir haben schon in Ländern wie Norwegen, Schweden oder den Färöer-Inseln gespielt.

Mit eurem Debütalbum „Stethoscope“ werdet ihr auch zu Konzerten nach Deutschland, Österreich und der Schweiz aufbrechen. Ist es eure erste Reise nach Mitteleuropa?

Jensen : Im Jahr 2013 tourten wir bereits durch Deutschland, Belgien und den Niederlanden. Etwas, das uns besonders bei den Deutschen auffiel, ist, dass sie sehr offen gegenüber neuer Musik sind und uns gegenüber neugierig, da wir aus Grönland kommen. Die Menschen in Deutschland sind sehr nett und gastfreundlich. Wir fühlten uns gleich wie zu Hause. Deshalb freuen wir uns sehr noch einmal dort zu spielen. In der Schweiz und in Österreich werden wir auf der jetzigen Tour zum ersten Mal sein.

Wie alt seid ihr?

Jensen : Wir sind zwischen 27 und 32 Jahre alt.

Warum heißt euer Album „Stethoscope“?

Jensen: Das Herz ist das Thema des Albums. Es ist das lebensnotwendigste Organ des menschlichen Körpers. Ein Stück Muskelfleisch, welches lieben, hassen, weinen und glücklich sein kann. Mit einem Stethoskop kann man das Herz hören. Wir nannten unser Album Stethoskop, weil jeder unsere Herzschläge durch unsere Musik hören kann.

Eure Texte sind englisch. Erfährt der Konzertbesucher durch die Texte oder die Musik auch etwas über eure Heimat?

Jensen : Wir haben schon immer englisch gesungen. Aber in unseren Songs versuchen wir, unsere grönländische Herkunft mit einzubringen. Einer unserer Songs („3-9-6-0“) handelt von einer kleinen Stadt im Norden Grönlands. 3960 ist die alte Postleitzahl von Qullissat. Mit dem Text üben wir Kritik daran, dass Profit wichtiger ist als die Menschen. „At the end of the rainbow“ bezieht sich auf den in Grönlands Erde vermuteten Reichtum. Der Regenbogen und das Gold werden mit der Zeit unweigerlich verschwinden, so dass wir uns vor einem Ausverkauf in acht nehmen sollten. Der Song endet mit dem Beispiel von Kevin Rudd, der ehemalige Premierminister Australiens, der sich bei den Ureinwohnern Australiens, den Aborigines, für die „gestohlenen Generationen“, die Kindsentführungen entschuldigte. Viele unserer Songs basieren sowohl auf historischen Ereignissen Grönlands als auch auf persönliche Erlebnisse. Wir nutzen auch die grönländischen Trommeln in unseren Liedern und singen das traditionelle“Ayayaa“.

Habt ihr musikalische Vorbilder?

Jensen : Jeder in der Band hört unterschiedliche Musik. Impulse bekommen wir aus vielen verschiedenen Richtungen. Aber wenn es einen Einfluss gibt, dann ist es eine unserer Lieblingsbands Death Cab for Cutie aus den USA.

Worauf freut ihr euch vor der Europa-Tournee am meisten? Worauf seid ihr gespannt?

Jensen : Wir freuen uns sehr, den Menschen mit unserer Musik unsere grönländische Heimat zu zeigen. Und wir sind begeistert für Menschen zu spielen, die sich für Musik mit Herz interessieren. Nordische Musik ist in den letzten Jahren sehr populär geworden und Grönland wird als das letzte Grenzland angesehen. Wir sind stolz, es vorstellen zu dürfen.

Von Ina Schidlowski

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