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Brandenburg/Havel Die Ex-Verlobte durfte keine Männer ansehen
Lokales Brandenburg/Havel Die Ex-Verlobte durfte keine Männer ansehen
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02:15 17.03.2017
Die weiblichen Zeugen werfen kein gutes Licht aus den Angeklagten Yama F. Quelle: Julian Stähle
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Brandenburg/H

Yama F. (36) aus Brandenburg an der Havel steht bereits wegen Gewaltausbrüchen, Drohungen und Beleidigungen vor Gericht. Nach der Zeugenaussage seiner Ex-Verlobten am Dienstag im Landgericht Potsdam dürften weitere Anklagevorwürfe hinzukommen. Der Asylbewerber aus Afghanistan hat seine Ex-Verlobte offenbar übel drangsaliert, sie zusammengeschlagen, wenn sie einen anderen Mann angeschaut hat, ihr deshalb den Kiefer gebrochen, so dass sie bis heute keine Äpfel essen kann.

Aus „Liebe“ und weil sie auf ihr „Glück“ hoffte, hat sich die 35 Jahre alte Brandenburgerin monatelang extrem viel gefallen lassen von Yama F., dem aus Afghanistan stammenden, seit 1989 in Deutschland lebenden Wiederholungsstraftäter, der die Behörden zum Narren hält, den aber sein unsicheres Heimatland davor bewahrt, dass Deutschland seine seit 2006 rechtskräftige Abschiebung durchsetzt.

Wie berichtet hat Yama F. in mehreren Brandenburger Asylunterkünften mit seinem Verhalten Angst und Schrecken unter Bewohnern und Mitarbeitern verbreitet. Unter anderem wegen eines Gewaltausbruchs am 19. Dezember 2015 muss er sich seit dem 26. Januar vor der 5. großen Strafkammer verantworten.

Erst am sechsten Verhandlungstag wurde deutlich, wie sich seine Ex-Verlobte unterwerfen musste. Die 35 Jahre alte Zeugin wollte zunächst nicht aussagen, sie musste polizeilich vorgeführt werden. Der Grund: die Angst vor dem Mann, dem sie dennoch ins Gefängnis zärtlichste Liebesbriefe schrieb und für den sie vor Richtern und Behörden übel gelogen hat. Vielleicht hat sich die Brandenburgerin nun mit der gelösten Verlobung befreit. Jedenfalls verriet sie im Zeugenstand viel über den Angeklagten, der noch in der Nacht des Kennenlernens bei ihr eingezogen war.

Anfangs sei es schön zusammen gewesen. Doch dann wurde es „immer extremer“. „Ich durfte nichts mehr“, sagte die Zeugin. Nach ihren Angaben musste sie immer auf den Boden schauen, ein Tuch über den Po binden, den Ausschnitt bedecken. Arbeiten durfte sie nur bis 18 Uhr, aber nicht mit männlichen Kollegen.

Sie nahm es sogar hin, dass sie deshalb ihren Job verlor, ertrug, dass sie klauen lernen musste, nicht einkaufen gehen und mit niemandem reden durfte, vor allem keine Männer ansehen oder ansprechen. Hielt sie sich nach seiner Wahrnehmung nicht daran, schlug er zu. Am schlimmsten im April 2016, als er sich auf sie setzte und ihr immer wieder ins Gesicht drosch. Der zerschmetterte Kiefer wurde zweimal operiert. Aber die Zähne bleiben schief, Äpfelessen geht nicht mehr. Bei anderen Gelegenheiten verpasste Yama F. seiner Partnerin Kopfnüsse, dass sie blutete. Nach einem Discobesuch sprühte er Pfefferspray in ihre Augen.

Zu seinen „Lieblingsworten“ gehörten Drohungen wie: Ich schneide dir den Kopf ab und ich überschütte dich mit Säure.

Eingeschüchtert und weil sie hoffte, es würde besser, und weil sie dachte, sie habe es „indirekt verdient“, blieb sie beim ihm, kaufte ihn einst mit 1000 Euro aus dem Gefängnis frei, folgte noch während seiner U-Haft den Befehlen. „Ich war abhängig, fremdbestimmt“, gestand die Zeugin. Der Prozess geht weiter.

Von Jürgen Lauterbach

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