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Die Flops im Industriegebiet von Kirchmöser

Gescheiterte Projekte Die Flops im Industriegebiet von Kirchmöser

Ein Ort wie Kirchmöser, der sich immer wieder selbst erfinden musste, hat auch eine Geschichte des Misslingens. Die MAZ dokumentiert die Historie der Flops vergangener Jahre und erhebt dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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Es fährt ein Zug nach Nirgendwo. Es war einmal eine Zeit, in der an dieser Stelle eine Gießerei entstehen sollte.

Quelle: Jürgen Lauterbach

Kirchmöser. Ein Ort wie Kirchmöser, der sich immer wieder selbst erfinden (musste), kann auch Geschichten vom Scheitern erzählen. Die MAZ dokumentiert die Historie der Flops vergangener Jahre, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Einen gewissen Charme hatte vor rund zwanzig Jahren das Projekt mit dem Arbeitstitel „Alpenparadies am Breitlingsee”. Die Idee: Ein alpiner Freizeitpark mit einem Gebirgsmassiv, das in verkleinerter Form aus dem Kirchmöseraner Flachland erwächst. Das winterliche Luftschloss blieb jedoch ewig unter einer unbekannten Anzahl von Lawinen begraben.

Idee für einen alpinen Freizeitpark

Die Graswürstchenrevolution im Industriegebiet Kirchmöser-Nord explodierte und löste sich dann in Luft auf. Die Tochterfirma der westdeutschen Spirit oft Technology wollte im 2004 eröffneten Biosynthesegas-Reaktor viel Energie gewinnen und noch mehr Geld verdienen. Dazu kam es nie. Die Feuerwehr musste dort vor auf den Tag fast genau zehn Jahren einen Großbrand löschen.

Aus dem hundert Jahre alten „Seepavillon Gränert“ wollte ein Projektentwickler im Jahr 2005 ein Sport- und Wellnessresort schaffen. Zwar gab es Architektenplanungen, doch kein Geld für die Verwirklichung.

Die Dihag-Gruppe sollte mit einer neu gebauten Gießerei zum Industrieanker in Kirchmöser-Süd werden. Das Unternehmen kaufte dafür im April 2005 eine riesige Fläche, ließ sich bei der Eröffnung des Industriegebiets als Großansiedlung feiern und wollte 2007 damit loslegen, A-Säulen zu gießen. Nichts wurde daraus. Der Baugrund war für das Projekt völlig ungeeignet. Niemand verkündete offiziell das Ende. Die Pläne wurden einfach still beerdigt, das Gelände wieder verkauft.

Gießerei sollte der Anker werden

Außer Spesen nichts gewesen, das galt in den Jahren 2008 und 2009 auch für die großen Versprechungen eines angeblichen Investors aus Düsseldorf. Er gab vor, den Seegarten und das alte Krankennhaus wieder flott zu machen und der Stadt zu 400 Arbeitsplätzen in seiner Katalysatorfabrik namens Worldkat zu verhelfen. Der Baron Münchhausen von Kirchmöser erwarb zeitweise sogar das Vertrauen der Oberbürgermeisterin. Er rechtfertigte es nicht, wurde wegen Steuerschulden gar mit Haftbefehl gesucht.

Bahnchef Rüdiger Grube, die Vertreter von neun Industriekonzernen und zwei Bundesminister gaben am das Startsignal für ein gemeinsames Großprojekt namens DB Eco Rail Center. In der Signalstraße sollte in den folgenden Jahren eines der modernsten Kompetenzzentren der Welt für Bahntechnologie entstehen. Das Bauschild stand schon. Tatsächlich realisiert wurde aber nicht viel mehr als eine Stiftungsprofessur an der Technischen Hochschule Brandenburg.

Von Jürgen Lauterbach

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