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Brandenburg/Havel Verhöre mit Ochsenziemer und Stahlrute
Lokales Brandenburg/Havel Verhöre mit Ochsenziemer und Stahlrute
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16:29 27.05.2014
SS-Männer lassen sich mit Häftlingen auf dem Hof des KZ-Lazaretts fotografieren, September 1933 Quelle: GMS Oranienburg
Brandenburg an der Havel

Brandenburg als Hort der Euthanasiemorde 1940 ist bekannt. Nicht ganz so verbreitet ist das Wissen über ein früheres düsteres Kapitel der Stadtgeschichte. Am Nicolaiplatz richtete die Polizei des NS-Staates 1933 eines der so genannten „frühen KZs“ im Land Brandenburg ein.
Die ersten 90 Häftlinge trafen am 24. August 1933 im maroden Zuchthausgebäude ein, wenige Wochen später waren es schon bis zu 1200 Insassen, die auf dem Fußboden auf Strohsäcken in feuchten stickigen Räumen schliefen.

Toiletten waren kaum vorhanden. Die Essensrationen waren knapp. Auf der Tagesordnung standen brutale Verhöre, stundenlanges Exerzieren und Scheinerschießungen. Mindestens drei Kommunisten wurden ermordet, berichten die Historiker der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. In ihrer Wanderausstellung „Terror in der Provinz Brandenburg. Frühe Konzentrationslager 1933/34“ erinnert die Stiftung an neun Konzentrationslager im Land, die die Machthaber vom März bis zum Sommer 1933 einrichteten. Stiftungsdirektor Günter Morsch wird die Ausstellung heute um 17 Uhr im Archäologischen Landesmuseum (Pauli kloster) mit Ehrengästen eröffnen.

Wer das fröhliche Bild von Gertrud Piter (1899–1933) aus dem Jahr 1925 sieht, schaudert. Die junge Brandenburgerin ist eine von mindestens drei Menschen, die im Brandenburger KZ ermordet wurden. Die junge Kommunistin war die erste Frau, die am 21.September 1933 ins KZ am Nicolaiplatz geschleppt worden war. Die verfolgte vormalige KPD-Stadtverordnete hatte sich an der Herstellung und dem Vertrieb von illegalen Zeitungen und Flugblättern beteiligt. Ein Spitzel verriet die Organisation am 11. September 1933. Die Polizei verhaftete, verhörte und folterte in ihrem Gefängnis Gertrud Piter sowie mehr als 40 weitere Menschen. Schließlich vergewaltigten und folterten SS-Männer die Brandenburgerin zu Tode, der Öffentlichkeit täuschten sie einen Selbstmord vor.

Der Brandenburger Bauarbeiter und Kommunist Karl Hildebrand (1901–1969) überlebte mehrere KZs. Sein Leidensweg begann am 22. September 1933 mit weiteren 21 Genossen im KZ Brandenburg. SS-Folterknechte versuchten eine Woche lang morgens und abends Informationen über seine Parteigenossen zu erpressen. Hildebrandt durchlitt vor Kriegsbeginn mehrere Gefängnisse und KZs, wurde 1943 zur Wehrmacht eingezogen und überlebte den Krieg als amerikanischer Kriegsgefangener.

„Der Hauptschläger war der Gestapomann Harms aus Rathenow“, schrieb Hildebrandt in seinen Erinnerungen 1951. „Er war derjenige, der mit zwei SS-Männern ständig mit dem Ochsenziemer umherlief und die SS-Männer mit Gummiknüppeln und Stahlruten. Die Verhöre führte er immer selbst durch.“

Nach einem knappen halben Jahr wurde dieses staatliche KZ am 31. Januar 1934 aufgelöst, die Insassen wurden nach Lichtenburg und Oranienburg überstellt.
Info: Eröffnet wird die Ausstellung am ittwoch um 19 Uhr im Paulikloster. Sie ist vom 29. Mai bis zum 10. August 2014, jeweils Dienstag bis Sonntag,
10 bis 17 Uhr im Archäologischen Landesmuseum (Paulikloster), Neustädtische Heidestraße 28, zu sehen.

Von Jürgen Lauterbach

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