Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Ausflug ins Mittelalter: Kein Zutritt für Diebe und Mörder
Lokales Brandenburg/Havel Ausflug ins Mittelalter: Kein Zutritt für Diebe und Mörder
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:04 11.08.2018
Staunen über Fundstücke aus längst vergangener Zeit - die Kinderführung im Paulikloster erkundete das Mittelalter. Quelle: Christine Lummert
Brandenburg/H

Wenn Archäologe Michael Schneider mit Kindern auf Erkundungstour durch die Ausstellungsräume des Archäologischen Landesmuseums im Paulikloster geht, sucht der Experte immer nach Anknüpfungspunkten in die Lebenswelt der jungen Besucher.

Ein kleines Pferd, aus Holz geschnitzt, das zwischen anderen Ausstellungsstücken in einer Vitrine auf neugierige Blicke wartete, war so eine Verbindung in längst vergangene Zeiten. „Wie genau die Kinder im Mittelalter gelebt haben, können wir im Detail zwar nicht sagen, aber anhand von Grabungsfunden wie diesem Pferd wissen wir, dass es damals auch Spielzeug gab“, erklärte Schneider den knapp 20 Teilnehmern der Museumsführung.

Zeit zum Spielen müssen die Kinder also damals auch gehabt haben. „Trotzdem war ihr Leben ganz anders als heute“, sagte Schneider. Auch die Jüngsten mussten früh mithelfen und lernten von ihren Eltern die Fertigkeiten, die sie für ihr Leben brauchten.

Staunen über Fundstücke aus längst vergangener Zeit - die Kinderführung im Paulikloster erkundete das Mittelalter. Quelle: Christine Lummert

Der größte Teil der Menschen lebte im Mittelalter in kleinen Dörfern auf dem Land. Sie bestritten ihren Lebensunterhalt mit Ackerbau und Viehzucht und die Kinder waren in die Arbeit miteinbezogen. „Gewohnt haben die Leute in einfachen Häusern aus Holz und Lehm und einfach mal den Kühlschrank aufmachen, um sich an einem heißen Tag ein kaltes Getränk zu gönnen, das ging natürlich nicht.“

Auf dem Speiseplan stand meist Brot, einfacher Getreidebrei und Wasser musste aus dem Brunnen geschöpft werden. „Fleisch gab es höchstens an Feiertagen“, erklärte Schneider. Das Leben war beschwerlich, aber einige der baulichen Strukturen in denen sich die Menschen im Mittelalter bewegten, waren nicht nur in den Modellen zu erkennen, die im Archäologischen Landesmuseum zur Ausstellung gehören.

Kirchen und Klöster prägten die Städte und Dörfer

Viele Kirchen und Klöster, die heute noch in Dörfern und Städten zu sehen sind, haben auch schon im Mittelalter an gleicher Stelle gestanden. „In der Stadt Brandenburg haben sich noch andere Strukturen aus dieser Zeit erhalten, denkt nur mal an die Tortürme und die Reste der Stadtmauer“, erklärte Schneider.

Türme waren wichtige Bauten für die Stadtwachen

Steintorturm, Plauer und Rathenower Torturm, die heutzutage beim beliebten Brandenburger Türmetag erklommen werden können, wurde im Mittelalter von der Stadtwache genutzt. „Die hat ganz genau unter die Lupe genommen, wer durch die Tore hinein durfte“, sagte Schneider.

Händler waren in den Städten willkommen

Händler waren willkommen und auch die Bauern aus den umliegenden Dörfern, die mit ihren Waren wichtig für die Lebensmittelversorgung der Stadtbevölkerung waren. Auf den Marktplätzen, die es heute auch noch gibt, kamen die mitgebrachten Produkte unter die Leute. „Mörder und Diebe, wie der Räuber Habakuk Schmauch, der im heute noch so bezeichneten Diebesgrund in der Nähe der Stadt lebte, hatten hingegen keine Chance auf Zutritt“, erklärte Schneider den Kindern.

Interessante und lehrreiche Ferien

Der zwölfjährige Jannis Apel, der gerade ein paar Ferientage bei seiner Oma verbringt, zeigte sich fasziniert von der Führung. „Besonders die Sachen, die damals in den Schmieden hergestellt wurden, finde ich interessant.“ Schwerter, Ackergeräte und Hufeisen wurden auf dem Amboss in Form gebracht.

„Schmiede gab es in jedem Dorf und jeder Stadt. Weil sie für ihre Arbeit immer mit offenem Feuer hantierten, mussten sie wegen der hohen Brandgefahr für die Nachbarn immer etwas abseits vom Stadtgetümmel leben“, erklärte Schneider.

Von Christine Lummert

Jugendliche aus Israel sind zurzeit in der Stadt Brandenburg zu Gast. Über das Austauschprogramm Ra’anana werden in Workshops, beim Sport und bei Ausflügen jungen Leuten aus Deutschland Kontakte geknüpft.

10.08.2018
Brandenburg/Havel Brandenburg an der Havel - Die erleuchtete Kastanie

Bäume wachsen in den Himmel und sorgen dafür, dass deshalb eine kleine Dorfkirche nicht mehr angestrahlt werden kann. Die Stadtverwaltung reagiert wie gewohnt –bürokratisch.

10.08.2018
Brandenburg/Havel Brandenburg an der Havel - AOK zieht Mitte Oktober um

Ausgerechnet in die ehemalige Panorama-Bar am Neustadt-Markt zieht die Gesundheitskasse AOK mit ihrer Brandenburger Niederlassung. Der Zeitplan war voller Tücken und Rückschläge.

10.08.2018