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Die Kräuterfrau aus der Gartenstadt

Zuhause in Plaue Die Kräuterfrau aus der Gartenstadt

Doreen Landeck betreibt seit Februar 2012 das Gartenstadt-Lädchen im Brandenburger Stadtteil Plaue. „Leben pur“ nennt sie es in Anlehnung an das benachbarte Brauhaus „Kneipe pur“. Doch zu ihr kommen die Menschen nicht nur, um Kleinigkeiten zu kaufen und die Wochenendbrötchen zu bestellen, sie ist auch die Kräuterhexe im Ort.

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Doreen Landeck

Quelle: JACQUELINE STEINER

Plaue. Doreen Landeck betreibt seit Februar 2012 das Gartenstadt-Lädchen. „Leben pur“ nennt sie es in Anlehnung an das benachbarte Brauhaus „Kneipe pur“. Doch zu ihr kommen die Menschen nicht nur, um Kleinigkeiten zu kaufen und die Wochenendbrötchen zu bestellen, sie ist auch die Kräuterhexe im Ort. Kräuterfee hört sich freundlicher an, doch sie kann mit der „Hexe“ ganz gut leben. „Die Kräutergeister haben mich auserwählt“, lacht sie und erzählt ihre Geschichte.

Vor 17 Jahren hat sie ihre Mutter verloren, da hat sie sich ein Hobby gesucht, das sie immer ernsthafter betrieb. 2011 hat sie eine Schule besucht und bei einer Kräuterfrau das „Hexen-Einmaleins erlernt. Dann ging es im Jahresrhythmus so fort: Weiterbildung, Eigenschulung, Meisterkurs und IHK-Prüfung. Aus Gartenkräutern macht sie sich nicht viel, da hat sie nur eine Notration im Hof. Die Wildkräuter haben es ihr angetan. Und die muss man suchen und finden.

Gartenkräuter imponieren ihr nicht

Doreen Landeck bot Kräuterwanderungen an und hat von Anfang an großen Zulauf. Das „Zurück zur Natur“ kommt an. Manchmal nehmen zwei Dutzend Leute teil – das sei gerade noch beherrschbar. Denn alle haben Fragen, wollen etwas wissen, zeigen auf ihnen unbekannte Pflanzen. „Für die ersten 500 Meter brauchen wir schon mal eine Stunde. Oder länger.“ Manchmal kommt ihre Freundin Jana Günther aus Halle mit, dann ist es etwas einfacher. Die meisten Menschen kennen gerade einmal Löwenzahn, Spitzwegerich oder Schafgarbe.

„Die ersten Kräuter kommen in den Salat, da zeige ich die verschiedenen Geschmacksrichtungen von lieblich über würzig bis zu nussig, je nachdem ob sie vor oder nach der Blüte geerntet werden.“ Und über manche wiederkehrenden Beobachtungen schmunzelt sie: „Die ersten Kräuter fassen die Gäste mit zwei Fingern an, probieren mit langen Zähnen. Am Ende fressen sie regelrecht.“ Doch Doreen Landeck lehrt auch den schonenden Umgang mit der Natur – nur so viel pflücken, wie man auch verbraucht. Schließlich soll auch im nächsten Jahr noch geerntet werden. Manche Kräuter wie der Giersch sind bereits auf dem Rückzug, man findet sie seltener. Arnika und Bärwurz sind nur noch in den Bergen vorhanden, Beinwell ist selten geworden, ebenfalls die Alraunen.

Sie lehrt den schonenden Umgang mit der Natur

Die Kräuterfee freut sich besonders, wenn Kinder mitkommen. Ihnen zeigt sie, was man beispielsweise mit Brennessel, Kornblume und Gänseblümchen alles machen kann. Die Erwachsenen unterweist sie in Magie, Gesundheit und Laster. Die 3 und die 9 sind heilige Zahlen bei den Kräuterkennern. Sie zeigt, wie beispielsweise Erkältungselixiere oder Krampflöser aus Schafgarbe und Gänsefingerkraut schnell herzustellen sind. Und am Ende hat sie auch noch ein Rezept für den eigenen Kräuterlikör: Die Mischung angesetzt vier Wochen warm in die Sonne, dann abseien, Schnaps dazu und dann vier Wochen kühl und dunkel in den Keller. Sie verrät, welche Kräuter zu welchem Essen passen, empfiehlt, weniger Salbei und Rosmarin zu verwenden, stattdessen Löwenzahn und Giersch.

Sie erklärt das Verwenden von Hopfen, Lavendel, Baldrian und Passionsblume, selbst Stechapfel und Johanniskraut als Beruhigungsmittel. Doreen Landeck referiert darüber, dass eine Messerspitze Fingerhut Leben retten kann bei Herzattacken. Aber sie warnt auch: Wer beispielsweise Blutverdünner nimmt, „darf um Gottes Willen keine Weidenrinde konsumieren. Das ist die reine Acetylsalicylsäure, also ASS“. Allgemein gelte der ohnehin geltende Lebensratschlag: Alles wohldosiert und nicht täglich. Einzige Ausnahme ist der Weißdorn als 365-Tage-Heilmittel.

Von André Wirsing

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